Diese Zyklen sollten Sie als Anleger kennen und bei Ihren Investments berücksichtigen

Die falsche Anlage zur falschen Zeit gekauft zu haben, ist ein Missgeschick, das schon vielen Anlegern widerfahren ist. So ist es verständlich, dass immer wieder viel Zeit dafür aufgewendet wird, herauszufinden, welche Zeit für welche Anlageform denn nun die beste ist. Heraus kommen die zyklischen Betrachtungen und Kaufentscheidungen, die immer wieder die Finanzmärkte bestimmen.

Bei den Aktien investieren gerade die institutionellen Anleger gerne nach dem Wirtschaftszyklus. In einer Phase des Aufschwungs werden daher bevorzugt die frühen und späten Zykliker gekauft, also all jene Unternehmen, die davon profitieren, wenn die Wirtschaft nach einer Rezession wieder anspringt. Kurz vor dem Abschwung haben die Rohstoffwerte noch einmal Konjunktur und im Tal der Tränen, wenn die Wirtschaft am Boden liegt, sind defensive Werte wie Konsumgüterhersteller, Pharmaunternehmen und Versicherungen bei den Anlegern besonders gefragt.

Die Zyklen gelten dabei nur für das Land, das betrachtet wird. So kann ein international agierender Fonds beispielsweise in China auf die frühen Zykliker setzen und in den USA gleichzeitig die Pharmawerte bevorzugen, weil die chinesische Wirtschaft gerade die Signale eines beginnenden Aufschwungs sendet und die Vereinigten Staaten noch in einer Rezession festhängen oder umgekehrt.

Ausgeprägte Zyklen gibt es auch bei den Rohstoffen und Edelmetallen. Fällt der Blick beispielsweise auf das Gold, so sind vor allem die Zeiten seit 1971 von Bedeutung, denn seit dem 15. August 1971 ist der US-Dollar vom Gold gelöst und beide Werte können frei gegeneinander gehandelt werden.

Beim Blick auf die folgenden fünf Dekaden zeigt sich schnell, dass das Gold von 1971 bis 1981 stark anstieg, während die Jahre von 1982 bis 2001 von einem fallenden oder gleichbleibenden Goldpreis geprägt waren. Zwischen 2002 und 2011 gab es dann die nächste Rallyephase für das Gold. Sie wurde abgelöst von einer neuen Phase der Stagnation, die vor allem die Jahre 2011 bis 2016 bestimmte.

Egal, ob die Aktien oder ein Edelmetall wie das Gold, von den Anlegern nach zyklischen Gesichtspunkten gespielt wird. In beiden Fällen kommt es darauf an, rasch zu erkennen, in welcher Phase des Zyklus sich die jeweilige Anlageform gerade befindet. Das ist nicht immer leicht.

Wenn jedoch klar erkannt wurde, welcher Zeitraum des großen Zyklus gerade bestimmend ist, dann sollte auch entsprechend gehandelt werden. Das könnte gerade im Fall des Goldes bedeuten, dass die nächste große Rallye nicht mehr allzu weit entfernt ist, denn seit 2016 steigt der Goldpreis wieder an, doch von einer massiven Hause wie in den 1970er Jahren oder im Zeitraum zwischen 2002 und 2011 ist das gelbe Metall noch weit entfernt.