Noch mehr Firmenzusammenbrüche als vor Corona!

Die vollmundigen Ankündigungen der neuen Bundesregierung unter Friedrich Merz, man werde rasch eine wirtschaftliche Kehrtwende einleiten, kollidieren hart mit der Realität. Ein Blick auf die aktuellen Unternehmenspleiten zeigt ein Land im ökonomischen Sturzflug. Die jüngsten Auswertungen des Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle zeichnen ein düsteres Bild: Allein im Januar 2026 mussten 1.391 Personen- und Kapitalgesellschaften Insolvenz anmelden. Von Aufbruchsstimmung keine Spur.

Alarmstimmung rund um die deutsche Wirtschaft

Besonders alarmierend ist der historische Vergleich. Gegenüber den Jahren vor der Pandemie liegt die Zahl der Firmenzusammenbrüche um mehr als die Hälfte höher. Noch gravierender sind jedoch die Folgen für den Arbeitsmarkt. Die großen Insolvenzfälle reißen tiefe Schneisen in die Beschäftigung: Zehntausende Existenzen geraten ins Wanken, allein in den größten Verfahren waren rund 17.000 Jobs betroffen. Damit übertreffen die Arbeitsplatzverluste nicht nur das Vorjahresniveau, sondern sprengen auch sämtliche Vergleichswerte aus der Zeit vor Corona.

Zwar ging die Zahl der Insolvenzen gegenüber dem Vormonat leicht zurück, doch Entwarnung wäre fatal. Steffen Müller, der die Insolvenzforschung am IWH leitet, macht deutlich, dass es sich dabei keineswegs um eine nachhaltige Erholung handelt. Vielmehr deuten Frühindikatoren darauf hin, dass sich die Krise verfestigt. Die Wirtschaft stagniert auf einem gefährlich hohen Belastungsniveau.

Auffällig ist, wie stark dienstleistungsnahe Branchen unter Druck geraten. Personaldienstleister, Logistikfirmen oder Gebäudeservices verlieren binnen kurzer Zeit Tausende Arbeitsplätze. Diese Entwicklung ist kein Zufall, sondern Ausdruck einer gesamtwirtschaftlichen Schwäche, die sich über Jahre aufgebaut hat.

Hohe Energiekosten, ausufernde Regulierung und politische Unsicherheit haben den Standort Deutschland zunehmend unattraktiv gemacht. Die nun diskutierten schuldenfinanzierten Milliardenprogramme wirken vor diesem Hintergrund weniger wie ein Befreiungsschlag, sondern eher wie ein letztes Mittel, um Zeit zu kaufen. Der wirtschaftliche Vertrauensverlust ist real – und die Insolvenzzahlen sind sein deutlichstes Warnsignal.