Die Spannungen in der Islamischen Republik Iran erreichen einen neuen, gefährlichen Höhepunkt. Im Inneren des Landes steht die Führung unter massivem Druck: Seit Tagen erschüttern landesweite Proteste das System, die sich trotz harter Repressionen nicht eindämmen lassen. Gleichzeitig verschärft das Regime nach außen den Ton und setzt auf offene Drohungen gegen Israel und amerikanische Interessen in der Region. Innenpolitische Schwäche und außenpolitische Aggression scheinen dabei zwei Seiten derselben Strategie zu sein.
Proteste mehren sich weiter!
Während Sicherheitskräfte mit scharfer Munition, Massenverhaftungen und einer nahezu vollständigen Abschottung des Landes vom Internet versuchen, die Protestbewegung zu brechen, richtet sich die Rhetorik der Machthaber zunehmend gegen äußere Feindbilder. Führende Vertreter des politischen Systems machten unmissverständlich klar, dass sie auf möglichen Druck oder militärische Aktionen der USA mit Gegenschlägen reagieren würden. Israel und amerikanische Militärstandorte im Nahen Osten werden dabei offen als potenzielle Ziele benannt. Diese Wortwahl lässt erkennen, wie nervös die Führung in Teheran inzwischen agiert.
Die sozialen Spannungen im Land sind enorm. Innerhalb weniger Tage kamen zahlreiche Menschen ums Leben, Tausende wurden festgenommen. Trotz massiver Zensur und Kommunikationssperren reißen die Proteste nicht ab. In Hunderten Städten gehen Menschen auf die Straße, getragen von Wut über wirtschaftlichen Niedergang, Perspektivlosigkeit und jahrzehntelange politische Unterdrückung. Dass Demonstrationen selbst unter den Bedingungen einer digitalen Totalblockade weiter stattfinden, zeigt, wie tief der Unmut in der Gesellschaft verwurzelt ist.
Parallel dazu melden sich auch Exilfiguren zu Wort, die versuchen, den Protesten eine politische Perspektive zu geben. Aufrufe zu landesweiten Streiks und zur Besetzung zentraler Plätze zielen darauf ab, den Druck auf das Regime weiter zu erhöhen. Die Hoffnung vieler Aktivisten richtet sich auf internationale Unterstützung, vor allem aus dem Westen.
Auch in Europa wächst die Bereitschaft, klarer Stellung zu beziehen. Führende Politiker verurteilten die Gewalt gegen Demonstranten und forderten stärkere Konsequenzen gegen die Verantwortlichen. Der Ton ist schärfer geworden, doch ob daraus mehr als diplomische Erklärungen folgen, bleibt offen.
Fest steht: Was als wirtschaftlicher Protest begann, hat sich zu einer umfassenden Systemkrise entwickelt. Millionen Iraner haben ihre Angst verloren. Genau das macht die Lage so gefährlich – für das Regime selbst, aber auch für eine ohnehin instabile Region.