in Medien

Im Zusammenhang mit der Krim-Krise wurde immer wieder von Kommentatoren die objektive Berichterstattung der Leitmedien in Frage gestellt. Dieser Tenor beschränkte sich nicht, wie üblich, auf das eher linke Lager sondern klang, im Gegenteil, auffallend ideologieneutral durch. Nur der Tonfall unterschied die Autoren, und die Wortwahl stufte sich von zurückhaltend („Einseitigkeit der Berichterstattung„) bis unverblümt („Gleichschaltung der Medien„). Und man fragte sich immer: ist das nur so ein Gefühl, das du ja auch teilst, oder steckt doch mehr dahinter? Man möchte es ja eigentlich nicht glauben, denn der Gedanke an die Konsequenzen wäre traumatisierend.

Nun hat Albrecht Müller heute (22.03.) auf den NachDenkSeiten einen eindringlichen Appell an die Leser gerichtet:

Es ist wichtig, über die organisierte Gleichschaltung vieler Medien aufzuklären.

Es ist wichtig, auf diese Weise die Glaubwürdigkeit dieser Medien zu erschüttern.

Nur dann wird es gelingen, in unserem Volk den noch vorhandenen Widerstand gegen einen neuen kalten Krieg und gegen die neue Teilung Europas in West und Ost zu erhalten und auszubauen.

Deshalb die herzliche Bitte: Klären Sie auf über die Abhängigkeit vieler deutscher Medien von den Herrschenden und einer militärorientierten herrschenden Ideologie, die übrigens immer auch eine innenpolitische und gesellschaftspolitische Seite hat.

Nennen Sie Namen. Denn die laufende Agitation ist nicht namenlos. Sie wird von Personen organisiert und getragen. Die Glaubwürdigkeit dieser Personen muss im Mark erschüttert werden.

Er bezieht sich dabei auf die Studien des Medienwissenschaftlers Uwe Krüger, die im vergangenen Jahr vorgelegt wurden. Er weist darin die Verflechtungen namhafter Journalisten mit Personen und Strukturen der nationalen und internationalen Machtapparate nach. In einem Telepolis-Interview resümiert er:

„Die Daten deuten darauf hin, dass sich Journalisten vielerorts in vertraulichen Runden mit den Mächtigen treffen. Und das steht in einem klaren Gegensatz zu der demokratietheoretisch begründeten Erwartung, Journalisten sollten Distanz zu den Mächtigen halten, um sie kritisieren und kontrollieren zu können. … Insgesamt habe ich 82 solche Elitenhaltigen Organisationen erfasst, und es waren 64 Journalisten dort unterwegs – außerhalb ihrer direkten beruflichen Pflichten wie Recherchen oder Interviews.“

Explizit werden solche Größen der deutschen Medienlandschaft wie Claus Kleber, Josef Joppe oder Kai Diekmann genannt. Die Ergebnisse seiner Studie lassen es ihn berechtigt erscheinen, von einer „kognitiven Vereinnahmung von Journalisten durch Eliten“ zu sprechen, die sich dann in deren Berichterstattung niederschlägt.

Nun erscheint die Vorstellung von so einer Art Gehirnwäsche doch etwas abenteuerlich und verschwörungstheoretisch. Deshalb ist es wichtig, dass Krüger auf die Zweigleisigkeit dieses Prozesses hinweist:

„Denkbar ist auch der umgekehrte Weg: Weil die Journalisten schon vorher eine ähnliche Meinung wie die Eliten hatten, sind sie in dieses Milieu überhaupt erst aufgenommen worden. Ich vermute folgendes: Journalisten mit Eliten-kompatiblen Werten und Meinungen haben höhere Chancen, Zugang zu den höchsten Kreisen zu bekommen, und die Einbindung in das Elitenmilieu verstärkt dann über die Zeit hinweg die Konformität. Das heißt auch: Journalisten mit Eliten-kompatiblen Meinungen haben bessere Chancen, Karriere zu machen…“

In Kenntnis dieser Zusammenhänge fällt es leichter, den rationalen Gehalt von Medienkritik einzuschätzen. Das ermutigt, weiter zu denken. Zum Beispiel die Frage zu stellen, warum es keine aussagekräftigen Meinungsumfragen über die Position der Bevölkerung zur Krimkrise gibt. Warum für den ARD DeutschlandTrend so irrelevante Fragen gestellt werden:

Russlands Präsident Putin ist jedes Mittel recht, um russische Interessen durchzusetzen. (ja/nein)

Der russische Präsident Putin ist ein Politiker, dem man nicht über den Weg trauen kann. (ja/nein)

Russlands Präsident Putin ist ein demokratischer Politiker. (ja/nein)

Und sich klar zu werden, dass es nicht einfach das verbitterte Ressentiment eines alten Mannes ist, wenn Peter Scholl-Latour sagt:

„Wenn Sie sich einmal anschauen, wie einseitig die hiesigen Medien, von TAZ bis Welt, über die Ereignisse in der Ukraine berichten, dann kann man wirklich von einer Desinformation im großen Stil berichten, flankiert von den technischen Möglichkeiten des digitalen Zeitalters, dann kann man nur feststellen, die Globalisierung hat in der Medienwelt zu einer betrüblichen Provinzialisierung geführt.“  (Telepolis-Interview 09.03.14)

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Kommentar

  1. es sind laute Marionetten im DE Regierung, Ausser Gysi. Nur er sagt Faschisten Faschist, und nicht Freiheitskampfer, Demokrat usw. Mir sind nicht Blöd, und kennen die Methoden. Heute 15 Jahre seid grösste Demokratie zu Welt gekommen ist, Jugoslawien mit 2500 Toten . Wen wir wählen? Einige haben schon ukraine-faschisten Hand gedruckt, was danach?

  2. Nur rückgartlose Jorurnalisten, die den Politikern in den Allerwerstesten kriechen, gott wie seit ihr total verblödet, lasst doch gleich ein Tonband laufen, damit wir eure dämlichen Visagen nicht mehr sehen müssen !

  3. Ich möchte aus meiner Sicht noch zwei Gedanken hinzufügen: 1. Nach dem 2. WK wurde der deutsche vom amerikanischen Geheimdienst aufgebaut. Ich denke, auch die öffentliche Meinung durfte damals nicht dem Zufall überlassen werden. Eine Unterwanderung der Medien von Geheimdiensten bzw. Think Tanks in den Schlüsselpositionen erscheint logisch. Diese Verbindungen dürften bis heute bestehen. 2. Die Meinungsbildung in der Bevölkerung ist der Schlüssel zur Macht. Mit der Installation von Mainstreams können Massen in eine genehme Richtung gelenkt werden. Es fehlt nur die Kontrolle der Wirksamkeit des jeweiligen Mainstreams. Könnte das massenhafte Abhören der NSA von Twitter etc.diese Kontrolle bewirken und auch zu Nachjustierungen veranlassen?

    • Die Unterwanderung durch us-Think-Tanks existiert tatsächlich längst.

      So fungiert z.B. Erik von Klaeden (CDU) Mitglied der Atlantikbrücke beim Springer-Verlag als Mittelsmann zwischen us-Administration und Springer-Verlag.

      Springer selbe ist einer der vom Besatzer handverslesenen Kollaborateure, der nach 45 hier eine us-zuarbeitende Medienlandschaft aufbauen sollte. Gerüchten zufolge bekam er zwischendurch vom CIA mehrere Milionen Dollar.

      Die Süddeutsche ist ebenfalls ein ausgewähter Kollaborateur der ersten Stunde.

      „Transatlantische Initiative“ – eine weitere us-Strippe.
      Mitglieder:

      -zu Guttenberg, Mitglied des ZDF-Fernsehrates 2009

      – Arnulf Baring, Staats-Tv-Historiker

      • Weitere Mitglieder der „Transatlantischen Initiative“:

        – Michael j. Inacker, Wirtschaftswoche
        – Cem Özdemir, Grüner
        – Klaus Dieter Frankenberger FAZ
        – Leisler-Kniep CDU
        – Avi Primor, jüdischer Botschafter
        – Hans Ulrich Klose, SPD

        „Internationale Journalisten Programme e.v.“
        Dies ist ein us-Stipendienprogramm, mit dem u.A. deutsche Journalisten-Studenten in die us-Interessen eingebunden werden. Praktisch Korrumpierung von klein auf.

        Darüber hinaus laufen über Rockefeller-Stiftungen und anderen Strippen noch weitere Einflußnahme.

        Infiltration auf allen Ebenen – das ist das, was der Kriegsgegner und Völkermörder hier nach 45 systematisch aufgebaut hat – neben seinen Militärbasen.