Insolvenz „wegen Corona“: Hier irren die Medien gewaltig!

Die Friseurkette Klier ist nach einem Bericht u.a. im „Focus“ nun insolvent bzw. hat vor Gericht Insolvenz beantragt. Aus der Insolvenz heraus sollen diesem Bericht nach offenbar zahlreiche Filialen geschlossen werden. Das Gericht nun hat das Verfahren eröffnet und prüft die Forderungen der Gläubiger. Diese würden „aufgefordert, Insolvenzforderungen bei dem Sachwalter anzumelden“. Wie kommt so etwas zustande?

Corona: Oder Maßnahmen?

Die Problembeschreibung setzt bereits in der Überschrift an. Die Situation sei „wegen Corona“ entstanden, wertet die Redaktion. Auch Überbrückungshilfen, so der Bericht, würden vor allem die Einnahmeeinbußen aus dem ersten Lockdown im Frühjahr nicht mehr ausgleichen. Das Unternehmen selbst weist Berichte, wonach hunderte Filialen schließen müssten, als Spekulation zurück.

Corona selbst allerdings dürfte die Betriebe nicht dahingerafft haben. Die Maßnahmen selbst und die Zurückhaltung der Kunden haben den Umsatz zusammenbrechen lassen. Die entscheidende Frage dürfte nun nicht sein, ob „Corona“ Schuld hat, sondern ob die Maßnahmen eine Güterabwägung zwischen dem vermuteten öffentlichen Interesse und der wirtschaftlichen Folgen erkennen lassen.

Ganz offensichtlich, so Kritiker, hat dies weder in der ersten Phase der Lockdowns noch in der aktuellen Phase, die als „Teillockdown“ bezeichnet wird, stattgefunden. Ob beispielsweise Friseursalons, in denen Masken getragen werden, Verbreitungsorte sind, ist bis dato nicht in einer wesentlichen Studie untersucht worden. Aktuell dürfen Friseursalons zwar öffnen, allerdings nur unter strengen Voraussetzungen. Inwieweit die Rahmenbedingungen wichtig oder vonnöten sind, bleibt auch zehn Monate nach dem Auftauchen des Corona-Virus unklar.

Und so wird nicht nur Klier – teils – die Pforten schließen. Beobachter gehen davon aus, dass dieses Land im kommenden ersten Quartal bereits eine Pleitewelle erlebt. Falls Sie lesen sollten, dies geschehe „wegen Corona“, ist das falsch.

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