Friedensrat statt UNO? Trump treibt seine eigene Institution voran!

Die Krise der Vereinte Nationen tritt immer deutlicher zutage. Seit Jahren wächst der Eindruck, dass die Organisation ihren ursprünglichen Kernauftrag aus den Augen verloren hat. Statt sich konsequent auf die Eindämmung bewaffneter Konflikte zu konzentrieren, verlagert sich der Fokus auf immer neue Großprogramme, Gipfeltreffen und langfristige Agenden. Gleichzeitig eskalieren Kriege und geopolitische Spannungen in nahezu allen Weltregionen. In dieses Vakuum stößt nun ein Vorstoß, der bewusst provoziert und bestehende Strukturen infrage stellt.

Trump mit Gegenmodell

US-Präsident Donald Trump treibt die Idee eines sogenannten Friedensrates voran, der sich explizit als Gegenmodell zur UNO versteht. Der Ansatz polarisiert von Beginn an. Während viele westliche Regierungen und EU-Staaten Distanz wahren, zeigen zahlreiche andere Länder Interesse. Zusagen liegen bereits aus Staaten wie Weißrussland, Ungarn und Albanien vor. Auch aus der arabischen Welt kommt Zuspruch, Russland signalisiert Bereitschaft zur Teilnahme, und China prüft eine mögliche Rolle. Die europäische Zurückhaltung fällt dabei besonders auf und verstärkt den Eindruck einer politischen Blockbildung.

Kritik entzündet sich vor allem an der Struktur dieses geplanten Rates. Trump sieht für sich selbst eine zentrale Rolle vor, inklusive weitreichender Entscheidungsbefugnisse. Hinzu kommt ein finanzieller Aspekt, der die Debatte weiter anheizt. Staaten sollen sich mit erheblichen Summen einen dauerhaften Sitz sichern können. In diesem Zusammenhang sorgte die Ankündigung aus Moskau für Aufmerksamkeit, einen möglichen Beitrag aus eingefrorenen russischen Vermögenswerten zu leisten. Der Vorschlag wirkt wie ein kalkulierter Affront gegen bestehende westliche Sanktionsmechanismen.

Doch die Schärfe der Kritik an Trumps Initiative lenkt auch den Blick auf die Schwächen der UNO selbst. Gegründet mit dem Anspruch, Kriege zu verhindern und Frieden zu sichern, entwickelte sich die Organisation zu einem schwerfälligen Apparat. Besonders deutlich zeigt sich das im Sicherheitsrat, dessen Vetorechte zentrale Entscheidungen regelmäßig blockieren. Große Konflikte bleiben ungelöst, Resolutionen folgen aufeinander, ohne greifbare Wirkung zu entfalten.

Der Krieg in der Ukraine gilt vielen Beobachtern als symbolischer Tiefpunkt. Trotz permanenter Befassung gelang es der UNO nicht, eine Eskalation zu verhindern oder nachhaltig zu begrenzen. Statt handlungsfähiger Konfliktlösung dominieren politische Stellungnahmen und gegenseitige Blockaden. Vor diesem Hintergrund erklärt sich, warum Trumps Vorstoß weltweit Resonanz findet. Er greift ein verbreitetes Gefühl auf, dass die bestehende Ordnung ihre Wirksamkeit verloren hat und neue Formate zumindest eine Debatte erzwingen.