ZDF-„heute“ entschuldigt sich öffentlich für KI-gefärbte News

Ein außergewöhnlicher Vorfall hat beim ZDF eine öffentliche Entschuldigung nach sich gezogen. In der Nachrichtensendung „Heute-Journal“ sah sich der Sender gezwungen, eine rund zweiminütige Richtigstellung zu senden. Anlass waren gravierende Fehler in einem zuvor ausgestrahlten Beitrag über Einsätze der US-Einwanderungsbehörde ICE gegen Migranten in den Vereinigten Staaten.

Der ursprünglich gesendete Bericht sollte die Auswirkungen dieser Maßnahmen veranschaulichen. Dabei kamen jedoch Bilder zum Einsatz, die sich im Nachhinein als problematisch erwiesen. Eine Szene, die eine Frau mit Kind bei einer angeblichen Festnahme zeigte, stellte sich als KI-generiertes Video heraus. Es war mithilfe der Software „Sora“ erstellt worden und entsprach keinem realen Ereignis. Darüber hinaus wurde eine weitere Aufnahme falsch eingeordnet: Gezeigt wurde die Festnahme eines Jungen, die jedoch bereits 2022 stattgefunden hatte und in keinem Zusammenhang mit aktuellen Migrationseinsätzen stand.

Die fehlerhafte Verwendung und Zuordnung des Materials löste Kritik aus. Nachdem Hinweise auf Unstimmigkeiten öffentlich gemacht und in sozialen Netzwerken verbreitet worden waren, geriet der Sender zunehmend unter Druck. Zunächst verwies das ZDF auf eine Korrektur auf seiner Internetseite. Angesichts der anhaltenden Diskussion entschied sich die Redaktion schließlich zu einer öffentlichen Stellungnahme im Hauptnachrichtenformat.

ZDF-Nachrichtenchefin Anne Gellinek sprach in der Sendung von „handwerklichen Fehlern“ und bat die Zuschauer ausdrücklich um Entschuldigung. Der Vorfall hat eine Debatte über journalistische Sorgfaltspflichten, den Umgang mit KI-generierten Inhalten und die Qualitätssicherung im öffentlich-rechtlichen Rundfunk ausgelöst.