Trump, die USA und Grönland: Geld ist die Lösung?

Trumps Regierung überlegt nun, Grönland in irgendeiner Form unter Kontrolle zu bekommen. Grönland darf sich sogar selbst entscheiden, was oft übersehen wird. Die US-Regierung denkt nun offenbar darüber nach, Geld zu bieten: 100.000 Dollar pro Kopf, 10.000 Dollar pro Kopf. Alles scheint möglich.

Die dänische Regierung lehnt dies strikt ab, so der Eindruck. Europa im Sinne der EU stellt sich hinter Dänemark. Konkret:

Rechnet man diese Überlegungen nüchtern durch, offenbart sich die Dimension des Plans: Bei einer Maximalzahlung würde der amerikanische Staat rund sechs Milliarden Dollar aufwenden, um politischen Einfluss über eine arktische Insel zu erlangen. Das mag aus Sicht strategischer Planer als überschaubare Investition erscheinen – moralisch wirft es jedoch fundamentale Fragen auf. Kann territoriale Zugehörigkeit tatsächlich mit Bargeld erkauft werden? Und was sagt ein solcher Ansatz über das Menschenbild hinter dieser Politik aus?

Die Antwort aus Grönland selbst ließ nicht lange auf sich warten. Die politische Führung in Nuuk reagierte mit scharfer Zurückweisung und machte unmissverständlich klar, dass die Zukunft der Insel nicht Gegenstand ausländischer Fantasien sei. Auch in Kopenhagen wurde die Diskussion mit wachsendem Unbehagen verfolgt, zumal hier nicht irgendein Staat betroffen ist, sondern ein enger Verbündeter innerhalb westlicher Bündnisstrukturen.

Es geht um Geld. Und Macht.

Bemerkenswert ist die ungewöhnlich geschlossene Reaktion Europas. Mehrere Regierungen stellten sich demonstrativ hinter Dänemark und betonten das Prinzip der Selbstbestimmung. Diese Solidarität ist auch ein Signal nach Washington: Die Grenzen zwischen strategischem Interesse und politischer Übergriffigkeit sind erreicht.

Besonders irritierend wirkt, dass militärische Optionen zumindest nicht ausdrücklich ausgeschlossen werden. Zwar wird offiziell von Prüfungen und Gesprächen gesprochen, doch allein die Erwähnung solcher Möglichkeiten verleiht der Debatte eine bedrohliche Note. Sie erinnert an ein geopolitisches Denken, das eher an das 19. Jahrhundert als an eine regelbasierte internationale Ordnung erinnert.

Für die Menschen in Grönland bleibt die Lage widersprüchlich. Viele wünschen sich mehr Eigenständigkeit und langfristig Unabhängigkeit, lehnen jedoch einen Wechsel von einer Abhängigkeit in eine andere ab. Zwischen wirtschaftlicher Realität, geopolitischem Druck und dem Wunsch nach Selbstbestimmung entsteht ein Spannungsfeld, das sich nicht mit Schecks auflösen lässt.

Was sich hier zeigt, ist ein zutiefst transaktionaler Politikstil, der Staaten, Territorien und Menschen auf strategische und monetäre Größen reduziert. Genau darin liegt die eigentliche Brisanz dieser Debatte. Weit über Grönland hinaus.