Flugreisen in Corona-Risikogebiete sehen die Deutschen kritisch

Den Nachbarn vom eigenen Urlaub zu erzählen, könnte in diesem Jahr keine allzu gute Idee sein, vor allem dann nicht, wenn die Reise nach Spanien, in die Türkei oder in eines der anderen Corona-Risikogebiete geführt hat. Das legte eine von der Deutschen Presseagentur beim Meinungsforschungsinstitut YouGov in Auftrag gegebene Umfrage nahe.

Zwei Drittel der Befragten hielten es nicht für vertretbar, wenn die Reise in eine der von der Bundesregierung als Risikogebiet eingestufte Region führt. Nur 25 Prozent halten derartige Sommeraktivitäten für vertretbar, während 67 Prozent sie strikt ablehnen und acht Prozent keine Angaben machten.

Länder wie Spanien oder die Türkei zählen derzeit zu den einfachen Risikogebieten, während Reiseziele wie Portugal und Zypern sogar als Hochinzidenzgebiete mit besonders hohen Infektionszahlen eingestuft werden. Touristen, die aus diesen Ländern zurückkehren und nicht vollständig geimpft oder genesen sind, müssen für fünf bis zehn Tage in Quarantäne.

Viel Verständnis für die Quarantänepflicht

Wer aus einem der elf Länder zurückkommt, in denen die besonders gefährlichen Varianten des Virus wüten, muss sogar für 14 Tage in Quarantäne, egal, ob geimpft, genesen oder ungeimpft. Unterstützt werden diese scharfen Quarantäneregeln von einer großen Mehrheit. 39 Prozent der Befragten sind für ihre Beibehaltung, weitere 34 Prozent für ihre Verschärfung und nur 22 Prozent der Umfrageteilnehmer votierten für eine Lockerung oder Abschaffung der Bestimmungen.

Zusätzlich zu den in den letzten Wochen bereits beschlossenen Reiseerleichterungen plant die Bundesregierung weitere Erleichterungen. Zum 1. August könnte eine neue Einreiseverordnung in Kraft treten, welche die Kategorie der Risikogebiete betrifft. In sie fallen derzeit 82 Staaten.

Dennoch warnt SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach vor allem Ungeimpfte vor Urlaubsreisen. Der Herbst könnte nicht nur einen erneuten Anstieg der Fälle bringen, sondern auch zu einer Zweiklassengesellschaft führen, auf der einen Seite die Geimpften, die relativ sicher seien und auf der anderen Seite die Ungeimpften, die ein hohes Risiko eingingen, erklärte Lauterbach am Freitag gegenüber den Zeitungen der Funke Mediengruppe.