Corona-Pandemie lässt die Zahl der Drogentoten in den USA stark ansteigen

Wenn von den Toten der Corona-Pandemie die Rede ist, werden jene Verstorbene gerne ausgeblendet, die an den Folgen der Anticorona-Maßnahmen sterben. Dass ihre Zahl nicht zu unterschätzen ist, zeigt ein Blick in die USA. Dort verzeichnen die Behörden einen dramatischen Anstieg der Zahl der Drogentoten. Sie hat sich in den Monaten der Pandemie auf knapp 100.000 erhöht.

Das entspricht einem Zuwachs von 28,5 Prozent und ist damit alles andere als eine Bagatelle. Die von der amerikanischen Gesundheitsbehörde ADC veröffentlichten Daten beschreiben den Zeitraum zwischen März 2020 und April 2021 und umfassen damit ziemlich genau die Entwicklung seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie. Sie begann in den USA rund einen Monat später als hier in Europa.

Der massive Anstieg von Menschen, die an einer Überdosis sterben, ist kein neues Phänomen. In den USA hat sich ihre Zahl seit 2015 verdoppelt. Heute sterben deshalb mehr Amerikaner an einer Überdosis, besonders an einer Überdosis von Tabletten, als im Straßenverkehr oder durch den Gebrauch von Schusswaffen.

Die anhaltende Opioid-Krise fordert weitere Opfer

Opioide, das sind Schmerzmittel, die bei einer längeren Einnahme, abhängig machen, beschäftigen die Vereinigten Staaten im Gesundheitswesen deshalb bereits seit Jahren. Vor Gericht streiten sich die Gesundheitsbehörden mit der Pharma-Industrie um die Fragen von Schuld und Entschädigung.

Den Pharma-Unternehmen wird dabei vorgeworfen, das Wissen darum, dass ihre Schmerzmittel leicht abhängig machen können, gegenüber den Patienten und Ärzten lange Zeit verheimlicht zu haben. Stattdessen habe man mit Blick auf den eigenen Profit bei den Ärzten massiv für eine stärker Verschreibung der Präparate geworben.

Der Ausbruch der Corona-Pandemie hat die Opioid-Krise in den Vereinigten Staaten nochmals verschärft, weil viele Patienten während der Lockdowns keinen Zugang zu ärztlichen Behandlungen hatten und sich in der häuslichen Isolation die Zahl der psychischen Erkrankungen ebenfalls erhöht hat.

Dass nach Angaben der CDC im Kalenderjahr 2020 mehr als 93.000 Amerikaner an einer Überdosis gestorben sind setzt den bestehenden Trend damit nicht nur fort, sondern verschärft ihn. Schon vor der Veröffentlichung der aktuellen Zahlen hatte die US-Gesundheitsbehörde beklagt, dass die Corona-Pandemie zu einer Zunahme der Todesfälle führe.