Forscher: Gas-Embargo gegen Russland wäre verkraftbar

Geht es nach dem Bonner Ökonomen Moritz Schularick, wäre ein Gas-Embargo gegen Russland wirtschaftlich zu verkraften. Die Menschen würden, so Schularick laut Bericht, ihr Verhalten anpassen. Die Heizung würde herunter reguliert, die Menschen würden zusätzlich Pullover anziehen. Auch die Wirtschaft würde dies verkraften, so der Ökonom. Dann müsse eine „BASF die Gas stofflich und zur Wärmeerzeugung“ benötigen würde, „möglicherweise eben vorübergehend verstaatlichen“. …..

Gas-Embargo: BASF eben einfach verstaatlichen

„Der Bonner Ökonom Moritz Schularick hält ein Gas-Embargo gegen Russland aus deutscher Sicht für verkraftbar. „Ein Energie-Embargo gibt es nicht zum Nulltarif, aber es ist machbar. Wenn die Energiepreise steigen, werden die Verbraucher ihr Verhalten anpassen – sie werden die Heizung herunterdrehen, einen Pullover anziehen, ihr Haus besser dämmern oder die Heizung austauschen“, sagte Schularick der „Rheinischen Post“ (Dienstag).

„Auch für die Wirtschaft ist ein Embargo verkraftbar. Dann kommt der Dünger, dessen Herstellung energieintensiv ist, eben nicht mehr aus Deutschland, sondern etwa aus Kanada. Und eine BASF, die Gas stofflich und zur Wärmeerzeugung braucht, muss man dann möglicherweise eben vorübergehend verstaatlichen, so wie man in der Coronakrise auch eine Lufthansa verstaatlicht hat“, sagte der Ökonomie-Professor. Sinnvoll wäre es, so Schularick, wenn die Industrie ihre Energie in die Anpassung an eine Welt mit weniger Gasangebot und höheren Gaspreisen stecken würde. Mit Blick auf Robert Habeck sagte Schularick: „Durch ein Embargo bekämen wir eine mittelschwere Rezession, ähnlich wie bei Corona, aber keine Massenarmut, wie Bundeswirtschaftsminister Habeck fürchtet.“ In einer Studie hatte der Ökonom mit Kollegen ermittelt, dass sich durch ein Embargo maximal ein Wachstumsrückgang (BIP) für Deutschland um 2,0 bis 2,5 Prozentpunkte ergäbe. Das sei ein Rückgang des jährlichen Pro-Kopf-Sozialprodukts um 1.000 Euro, sagte Schularick.“

Bericht mit Material der dts Nachrichtenagentur

Foto: Gas-Verdichterstation Mallnow, über dts Nachrichtenagentur