in Another View

Warum das einseitige Konkurrenz-Denken das soziale Wesen unbewusst auffrisst.

Der Mensch ist wohl unbestreitbar ein soziales Wesen. Denn ein Mensch entschlüpft keinem Ei und wächst und gedeiht aus eigenen Kräften bis er instinktiv für Nachkommen sorgt. Nein, er wird von einer Mutter geboren und wird durch seine Familie ernährt und aufgezogen. Um die Überlebensfähigkeit zu erhöhen und die Lebensrisiken zu minimieren, formten sich im Laufe der menschlichen Entwicklung immer weitreichendere gemeinschaftliche Kooperations-Strukturen über Sippen, Stämme und Völker. Dies führt bis zu den heute existierenden Gesellschaften, wobei die unterschiedlich entstandenen und ausgeprägten modernen Gesellschaftsformen immer weniger eine befriedigende Lebensgrundlage für den Großteil ihrer Bevölkerung generieren können.

Da drängt sich, angesichts der heute vorhandenen wissenschaftlichen Möglichkeiten, die Frage auf, warum scheinbar in unserer hoch entwickelten Zeit für weite Teile der Weltbevölkerung schlechtere Lebensbedingungen vorherrschen als zu manchen früheren Zeiten in der Menschheitsgeschichte und was an wirtschaftlicher Gerechtigkeit und Produktivität möglich wäre unter einer anderen weltpolitischen Kultur im globalen menschlichen Zusammenleben unter Einbeziehung der quantitativen Bevölkerungsentwicklung?

Grundlage jeder Entwicklung ist ein Raum, der durch Linearität entsteht. Allerdings stößt die räumliche Sichtweise bei der Form des Lebens an ihre Grenze. Sonst könnte man die Zeit als Konstante nicht nur anhand eines atomaren Verfallsprozesses messen, sondern auch anhand einer perfekten Entwicklung einer Lebensform. Da aber das Leben im Gegensatz zu einer Sonnenuhr nicht nur aus einer statischen bipolaren Struktur aus Licht und Schatten besteht, sondern auch durch dynamische Prozesse im bipolaren Raum geprägt wird, entstehen unterschiedliche Entwicklungsformen, aus denen sich unendlich viele Möglichkeiten ableiten lassen. Es ist das alte Lied des Werdens und Vergehens von Blasen in unterschiedlichen Formen. Das Lied der Zeit liegt nicht in der Hand des Menschen, aber er besitzt als einziges Wesen auf Erden die Fähigkeit die Form bewusst zu beeinflussen.

Mit den Möglichkeiten der digital-globalen Verbindung wird uns jetzt die Gelegenheit geboten, uns selbst zu organisieren, um durch einen weltgemeinschaftlichen Basis-demokratischen Druck eine ausbalancierte Kulturform zu erwirken. Denn der kooperative Gedanke ist die Voraussetzung dafür, dass eine menschlichere Form der kompetitiven Entwicklung (Raubtier-Kapitalismus) im Wirtschaften gestaltet werden kann, was sich auf die Gesellschaften als Ganzes förderlich auswirken würde.

Es bietet sich tatsächlich zum ersten Mal in der Menschheitsgeschichte die Möglichkeit einer globalen Selbstorganisation des Menschen, mit dem Sinn eine nachhaltige dynamisch-positive Entwicklung hervorzurufen. Ein Anfang oder der Anstoß für eine derartige Entwicklung könnte ein Konsens sein über weltweit geltende Arbeitsbedingungen. Denn die solidarische Arbeiterbewegung ist zwar an der absoluten Kooperationsidee (Herden-Kommunismus) gescheitert, sie hat aber bewiesen, dass eine länderübergreifende Vereinigung für den Gedanken einer besseren Welt möglich ist. Es formierte sich das erste Mal ein Gegenpol zur imperialistischen Konkurrenz-Ideologie, als sich zwischen internationalen Arbeitergruppen eine gemeinsame Identität aufgrund ähnlicher Lebensumstände entwickelte. Und die Idee, mit der Kraft einer solidarischen Organisation mehr bei der Form des Verhältnisses zur zentralen Macht bewirken zu können, funktionierte.

 

Wettbewerb ist natürlich erwünscht zwischen unterschiedlichen Währungsräumen und Wirtschaftssystemen, um die Effektivität von Gestaltungsformen und die Effizienz von Gestaltungsräumen zu erhöhen. Allerdings kann es nicht das Ziel einer Wirtschaftsidee sein, einen Wettbewerb um die schlechtesten menschlichen Arbeitsbedingungen oder den skrupellosesten Umgang mit der lebensschenkenden Natur zu führen. Wenn das System einer Weltwirtschaft nachhaltig funktionieren soll, müssen auch verbindliche Regeln bei der Besteuerung im weltweiten Handelsraum durchgesetzt werden, damit lebensfähige Gesellschaften ein gesundes Wohlstandsniveau erreichen können. Zudem muss die Bewertung der Währungen am Devisen-Markt wieder als regulativ funktionsfähig werden, um die volkswirtschaftliche Leistungsfähigkeit eines Währungsraumes transparent und ohne manipulative Eingriffe der Notenbanken prognostizieren zu können. Damit würde auch das hegemoniale Instrument einer Weltleitwährung abgeschafft.

Die gemeinsamen Interessen eines jeden Menschen, die vom heutigen unregulierten Wettbewerb oligopol unterdrückt werden, sind die Identitäten des Arbeiters und des Kunden. Der Handel hat die kapitalistische Macht auf dem Feld der Wirtschaft und der Finanzen in sich dermaßen konzentriert, dass die Kunden von einer aggressiven Angebotswirtschaft ausgezehrt und die Hersteller von der Instrumentalisierung der Globalisierung zerrieben werden. Die breite Masse der Hersteller und Kunden wird bis zum Kollaps ausgeblutet. Somit rottet der Handel seine breite gesellschaftliche Basis selbst aus, bis ihm nichts anderes übrig bleibt, als sich aus sich selbst zu speisen. Denn Wölfe werden zu Schafen, wenn es keine Schafe mehr gibt. Die Einsicht, dass man Geld nicht essen kann, steht am Anfang jeder Entwicklung wieder zu der Natur des Menschen hin. Es geht um die Arbeit.

Wenn die Quelle des Glücks sich aus den ambivalenten Gefühlen der Sicherheit und der Freiheit speist, ist die Gleichgewichtsform zwischen Kontrolle und Vertrauen entscheidend für den Grad der Zufriedenheit. Nur aus dem Glauben an das Licht der Transparenz kann die Sicherheit entspringen, aus der wiederum Vertrauen & Offenheit erwächst, wodurch die Kontrolle auf ein Maß zurückgeschraubt werden kann, das dem freien Gestaltungsdrang des Lebens genügend Spielräume bietet.

Zudem muss nur noch wenig Energie für die Regulierung aufgewandt werden und es kann mehr in die Gestaltung fließen. Was einen reziproken Aufschaukelungs-Prozess in Gang setzt, bei dem wiederum der Gestaltungsspielraum erweitert werden kann und es bieten sich mehr Entfaltungsmöglichkeiten, um sich selbst zu verwirklichen, indem man die eigenen Potentiale produktiv ausschöpfen kann. Dies hat eine Anhebung des Energieniveaus bei der Entwicklung zur Folge in Form von Zeit, Raum und Information. Nach dieser Logik kann nur der Glaube an die Transparenz die nötige Kraft erzeugen, um eine kooperative Grundlage für den Wettbewerb am Markt in der Weltgemeinschaft zu erringen. Dies wäre der Lebenshauch für eine neue Harmonie in der Welt, deren Spiel den Menschheitstraum, das Individuum mit der Gemeinschaft in Einklang zu bringen, annähernd verwirklichen würde.

Die Grundlage für Systeme entsteht durch Differenzierung, das Potential erwächst durch Kooperation und die Ausschöpfung passiert durch Kompetition. Eine ausbalancierte „kooperative Konkurrenz“ zwischen Volksgemeinschaften scheint mir als gemeinschaftliches Prinzip des Zusammenlebens auf „die Erde der Natur des Menschen“ am nächsten zu kommen.

Survival of the fittest cooperative System!

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Kommentar

  1. Der Beitrag ist voller großartiger und einleuchtender Erkenntnisse. Diese sind aber so komprimiert dargeboten, dass der Leser überfordert wird.

    Bei solcher Knappheit der Darstellung fällt es auch schwer, die Richtigkeit aller Schlussfolgerungen zu checken. Vielleicht hilft mehrfaches Lesen.

    Beim ersten Lesen fällt mir auf, dass der Autor davon ausgeht, dass evolutionär der soziale Sinn bis in das Leben der Gesellschaft und des Volkes ginge. Gerade das ist aber nicht richtig. Empathie können wir nur in ganz begrenztem Umkreis entwickeln. Das ist doch gerade das Problem, dass unsere hochfliegenden Gedanken und unsere Ethik von unserem biologischen Selbst nicht erreicht werden.

    Kann es nicht auch sein, dass es gar keine Lösung gibt?

  2. Semantisch sehr schön, jedoch sehr schwammig. Sie beziehen sich auf eine sog. „kooperative Konkurrenz“ als Lösungsansatz der heutigen Problematik…Vorliegend befinden wir uns doch schon in einem System der „kooperative Konkurrenz“. Nähere Erläuterung der “Balance“ dieser „kooperativen Konkurrenz“ wäre wünschenswert gewesen. Allein durch Transparenz wird kein regulatives System sich jemals ausbalancieren.