Leistung wird in Deutschland konsequent bestraft

Lohnt es sich in Deutschland noch, zu den Leistungsträgern zu zählen, vielleicht sogar etwas aufzubauen, zum Beispiel ein prosperierendes Unternehmen, von dem auch andere direkt oder mittelbar profitieren? Die Antwort auf diese Frage fällt immer öfter negativ aus, was dazu führt, dass frustrierte Landsleute mittlerweile in Scharen das Land verlassen und im Ausland ihr Glück versuchen.

Diese Entwicklung ist nicht neu. Sie hat sich in den letzten Jahren jedoch verstärkt und es sind in der Regel die Hochqualifizierten, die diesen Weg gehen. Aufgrund ihrer hohen Qualifikation und ihrer Leistungsbereitschaft sind sie im Ausland gerne gesehene Gäste. Hier werden sie mit jedem Jahr, das vergeht, schmerzlicher vermisst.

Ein wesentlicher Grund, der viele Menschen zum Auswandern verleitet, sind die hohen Steuer- und Sozialabgaben. Deutschland erhebt hohe Steuern und es leistet sich ein auch im internationalen Vergleich sehr teures Sozialsystem. In dieses hat man zudem in den letzten zehn Jahren massiv Menschen einwandern lassen.

2029 droht ein unangenehmes Erwachen

Dass die Abwanderung von Humankapital verbunden mit der massiven Einwanderung in die Sozialsysteme auf Dauer nicht gutgehen kann, liegt auf der Hand. Schon heute verbleiben den Beschäftigten lediglich 52 Prozent ihrer Bruttoeinnahmen, während die anderen 48 Prozent als Steuern und Sozialabgaben an den Staat abgeführt werden müssen. Gleichzeitig kommen auf 100 erwerbstätige Beitragszahler rund 54 Rentner.

Bis zum Jahr 2035 wird sich dieses Verhältnis auf 100 zu 65 verschlechtert haben. Bislang hofft die Politik, diese Lücke durch ein starkes Wirtschaftswachstum schließen zu können. Sie geht damit eine gefährliche Wette auf die Zukunft ein, denn bleibt die wirtschaftliche Entwicklung hinter den Erwartungen zurück, könnten die Beiträge zur Renten- und Krankenversicherung explodieren.

Harten Reformen wird sich die Regierung deshalb nicht mehr lange verschließen können. Wie sehr die Zeit bereits drängt, macht unter anderem die Wirtschaftsweise Veronika Grimm deutlich. Sie warnt, dass schon 2029 allein die Ausgaben für Soziales, Verteidigung und Zinsen die gesamten Einnahmen des Bundes aufzehren werden. Ob der Politik dann etwas anderes als Steuererhöhungen als Lösung einfallen werden, bleibt abzuwarten.