Verhaltensökonom mit Vorschlag über Nachteile

Sollte es in Deutschlands Krankenhäusern in der nächsten Welle zu einer Überfüllung kommen, so käme es zu einer Triage – der Entscheidung, wer behandelt werden kann und wer nicht. Nun hat der Verhaltensökonom Marcus Schreiber darin einen Anreiz entdeckt, um die Impfquote in Deutschland zu erhöhen.

Interview: Ab dem 1. Dezember wird neu entschieden – wenn es nach diesem Vorschlag geht

Im Interview mit dem „Spiegel“ schlägt er vor, dass Ungeimpfte im Zweifel leer ausgehen sollten. „Wenn Sie sagen: Ab dem 1. Dezember gibt es eine klare Triage-Regelung in unseren Krankenhäusern. Wenn die Krankenhäuser voll sind, gibt es Vorfahrt für Geimpfte. Das wäre eine Keule, mit der viele Zögerer wohl zu einer Entscheidung gezwungen werden könnten.“

Die Debatte, so die „Welt“, wird seit Wochen bereits in der Schweiz geführt. Der Berner Impfchef Gregor Kaczala hätte diese Idee Anfang September formullert. „Wenn man im Leben A sagt, sagt man auch B“, so plädierte er im Fall der Triage für die nachrangige Behandlung.

Dies sei auch im Einklang mit den Richtlinien der Schweizerischen Akademie der Medizinischen Wissenschaften, insofern Geimpfte eine höhere Überlebenschance hätten als Ungeimpfte. Die Aussagen sind allerdings sind monokausal. So zeigt sich einer anderen Studie nach, dass Raucher ein höheres Risiko für schwere Covid-Verläufe hätten als Nichtraucher. Auch der Anteil der Infizierten, so die „Welt“, die wegen der Covid-19-Erkrankung im Krankenhaus behandelt würden oder sogar sterben, höher sein als bei Nichtrauchern. Vorschläge, diese Verhaltensweisen einer Triage-Entscheidung zugrunde zu legen, liegen bis dato nicht vor. Dies lässt zumindest Zweifel an der rechtlichen Durchsetzbarkeit solcher Forderungen wie oben beschrieben aufkommen.