Krankenkassen-Kollaps – in der Ära nach Lauterbach!

Gesundheitsminister Lauterbach Portrait

Die gesetzliche Krankenversicherung steht vor einer finanziellen Belastungsprobe, deren Ausmaß inzwischen offen benannt wird. Der Verband der Ersatzkassen sieht das System an einem Punkt angekommen, an dem kosmetische Korrekturen nicht mehr ausreichen. Die Warnung richtet sich weniger an einzelne Kassen als an die politische Architektur, die über Jahre steigende Ausgaben zugelassen hat, ohne die Finanzierung nachhaltig abzusichern.

Im Mittelpunkt steht die schiere Dimension der Kosten. Für das Jahr 2026 werden Ausgaben von rund 370 Milliarden Euro in der gesetzlichen Krankenversicherung erwartet. Parallel dazu verschlingt die soziale Pflegeversicherung weitere etwa 80 Milliarden Euro. Diese Summen wachsen deutlich schneller als die Einnahmen. Die Folge zeigt sich direkt bei den Versicherten: Der durchschnittliche Zusatzbeitrag ist innerhalb kurzer Zeit massiv gestiegen und liegt inzwischen bei über drei Prozent. Für Beschäftigte und Arbeitgeber bedeutet das spürbar höhere Abzüge vom Einkommen.

Krankenkassen und Pflegekassen vor Problemen

Noch problematischer ist die Lage in der Pflegeversicherung. Um den Beitragssatz überhaupt stabil zu halten, greift der Staat erneut zu Krediten. Damit wird die Finanzierung in die Zukunft verschoben. Schon jetzt zeichnet sich ab, dass diese Strategie nicht trägt. Für das Jahr 2027 wird eine weitere Lücke erwartet, die nur durch erneute Beitragserhöhungen oder zusätzliche Schulden geschlossen werden könnte. Die Belastung wandert damit weiter zu den kommenden Beitragszahlern.

Der Verband der Ersatzkassen fordert deshalb strukturelle Eingriffe. Dazu gehören eine strengere Begrenzung von Ausgaben, etwa im Krankenhausbereich, sowie Entlastungen auf der Einnahmenseite, etwa bei Arzneimittelkosten. Auch der Umgang des Bundes mit seinen finanziellen Verpflichtungen gegenüber der Pflegeversicherung steht in der Kritik. Vorgeschlagen wird, bestehende Schulden gegenzurechnen, statt neue Darlehen aufzunehmen.

Ob die Politik diesen Forderungen folgt, ist offen. Klar ist jedoch: Die finanzielle Schieflage ist kein kurzfristiges Problem, sondern das Ergebnis jahrelanger Entscheidungen. Für Versicherte bleibt vorerst die Realität steigender Beiträge bei wachsender Unsicherheit darüber, wie belastbar das System in Zukunft noch sein wird.