in Wirtschaft

Marko Jošilo – Zu den vielen absurden Entscheidungen des Kiewer Regime, die weitgehend zu der Zerstörung des eigenen Landes führen, zählt das Gesetz über die wirtschaftlichen Sanktionen gegen Russland, welches das ukrainisches Parlament, die Werchowna Rada auf die Initiative der Jazenjuk-Regierung vor kurzem angenommen hat.

Unter den sehr akribisch aufgelisteten 29 Formen von Sanktionen ist unter anderem die Sperrung des russischen Vermögens in der Ukraine vorgesehen, aber auch die Begrenzung des Handels, Unterbrechung des Gastransits, Flug- und Transportverbot von Waren durch das Gebiet der Ukraine, sowie die Aussetzung und Nichteinhaltung der wirtschaftlichen und finanziellen Verbindlichkeiten, und vieles mehr.

Dieses Gesetz bedeutet in der Tat die völlige Unterbrechung der russisch-ukrainischen Beziehungen auf allen Ebenen und lässt den Machthabern in Kiew das Recht, das Tempo und den Umfang der Sanktionen selbst festzulegen so, wie sie es für richtig halten.

Dieses Gesetz bringt der Ukraine nicht nur enorme Schäden, sondern wirft das Land weit zurück, und zwar nicht in das zwanzigste, sondern vielmehr, in das neunzehnte Jahrhundert – in die Zeit der Großgrundbesitzer und Pächter und führt zu der Vernichtung der nationalen Industrie und zur Degradierung aller wissenschaftlich-technischen Potentiale im Land.

Die völlige Umstellung der ukrainischen Volkswirtschaft auf Agrarwirtschaft, die bereits zu spüren ist, weil sie offensichtlich eingeführt wird, kann dem gebeutelten Land nicht mal eine vorübergehende Erleichterung liefern. Eine Vermarktung und erhoffter Absatz der landwirtschaftlichen Erzeugnisse in Europa wird praktisch unmöglich sein, weil auch dort inzwischen die Krise bei den landwirtschaftlichen Erzeugnissen groß geworden ist, nachdem Russland einen Importstopp aus der EU verhängt hat.

Die Kiewer Sanktionen werden Russland nur den Anreiz für die Entwicklung einer neuen, qualitativ besseren Eigenproduktion liefern, statt sich mit kooperativen Lieferungen durch eine veraltete Technik aus der Ukraine zu begnügen – und all das noch begünstigt durch den Zuzug und Verpflichtung von qualifizierten Arbeitskräften aus der Ukraine.

Es handelt sich bei diesem Gesetz nicht nur um den Verlust des Gesamtvolumens des bilateralen Handels zwischen Russland und der Ukraine, das im vergangenem Jahr 38,2 Milliarden UDS betrug und fast genau so hoch war, wie der ukrainische Handel mit ganz Europa – nämlich 45,6 Milliarden USD. Arzenij Jazenjuk hat angegeben, dass die direkten Verluste, nach dem Bruch der Zusammenarbeit mit Moskau, schätzungsweise etwa 7 Milliarden Dollar betragen würden. Doch auch dieser Betrag ist für Kiew riesig, aber noch wichtiger ist die Struktur und die Zusammensetzung dieser Verluste.

Auf Russland entfallen etwa 58 Prozent vom Export des ukrainischen Maschinenbaus – also 2,2 Mrd.USD von insgesamt 3,8 Mrd. Ukrainischer Importanteil aus der russischen Maschinenindustrie betrug dagegen nur 3,8 Prozent.
Die Lieferungen der ukrainischen Ausrüstung für die russischen Eisenbahnen betrugen über 70% (1,7 Mrd. USD von insgesamt 2.4), die Produkte der anorganischen Chemie 53 Prozent, usw.

Wegen der Unterentwicklung des Binnenmarktes und der Tatsache, dass Produkte dieser genannten Zweige nicht genügend, oder überhaupt nicht auf den Außenmärkten verkauft werden können, müssen nach diesem Gesetz viele Unternehmen bald schließen und ihre Arbeiter auf die Straße hinaus jagen. Zusammen mit ihnen wird der Bedarf an Konstrukteuren, Wissenschaftlern, Instituten, wissenschaftlichen Arbeit und Schulen wegfallen und niemand wird in der Lage sein, diesen Prozess rückgängig zu machen.

Das gleiche gilt auch für die ukrainische Rüstungsindustrie – das reichste Erbe aus der Sowjetzeit. Moskau hat ihre Verteidigungsprogramme inzwischen geändert, die Rüstungsindustrie auf eigene Produktion umgestellt und wird auch ohne Kooperation mit Ukraine erfolgreich sein; Ukrainische Rüstungsindustrie dagegen, ohne Zusammenarbeit mit Russland, wird das nicht überleben können.

Die Vorstellung der Kiewer Junta, den Drittländern gemeinsame Rüstungsprodukte zu Dumpingpreisen, hat keine Logik und ist praktisch nicht zu realisieren. Ukrainische Rüstungsindustrie, abhängig von vielen verschiedenen Elementen der russischen Militärfabriken, wird alleine nicht in der Lage sein, sie zu ersetzen und die geplante Umstellung auf NATO-Standards wird die ukrainische Rüstungsindustrie endgültig vernichten.

Es ist seit längerer Zeit bekannt, dass Russland seit vielen Jahren sehr erfolgreich Programme entwickelt, die Importe ersetzen sollen; unter anderem auch Produkte, die einen militärischen Zweck haben und vor allem den Ersatz von Produkten, wo sie von Lieferungen aus den ehemaligen Republiken der Sowjetunion abhängig waren. Mit dieser Kooperation, vor allem in der Rüstungsindustrie könnten beide Seiten Vorteile haben, aber weil das neue Regime in Kiew es nicht will, ist bald die Zeit gekommen, dass die Putschisten in Kiew die Früchte ihren katastrophalen Entscheidungen ernten werden.

In ihrer Überheblichkeit nennt die Kiewer Junta immer wieder als Beispiel, dass sie Russland den größten Schaden durch ihre Fabrik „Motor Sich“ in Saporischschja zufügen würden, weil dieses Unternehmen mit über 17 Tausend Mitarbeiter in der Sowjetzeit ein Monopol auf die Produktion von Motoren für Hubschrauber hatte, und jetzt die Hälfte der Bedürfnisse von Russland deckt.

Zwischen Holding „Hubschrauber Russlands“ und Fabrik „Motor-Sich“ wurde in der Tat ein langfristiger Vertrag für 5 Jahre mit einem Wert von 1,2 Milliarden USD unterzeichnet, der die Ukraine verpflichtete, bis zum Jahr 2016 etwa 1300 Motoren TV3-117 für kommerzielle Hubschrauber Mi-8, Mi-17 und Mi-24 nach Russland zu liefern.

In der Zwischenzeit hat die Firma „Klimow“, ein russischer Hersteller und Erfinder von Motoren für Hubschrauber-Serie „Mi“ und „Ka“ einen neuen Industrie-Komplex in der St. Petersburger Mikroregion Schuwalowo gebaut und kann schon jetzt 600 Motoren für die russischen Hubschrauber liefern. Bei voller Produktionskapazität, wird die Fabrik alle Bedürfnisse Russlands an Hubschraubermotoren abdecken können. Wenn es nötig sein sollte, wird das Werk  in Kürze in der Lage sein, die Produktion zu erhöhen und somit mehr moderne und effiziente Motoren TV7-117 für die Hubschrauber Mi und VK-2500 für den Ka-50, bekannt als „Black Shark“ und Ka-52 („Alligator“) erzeugen können.

So werden die Grundlagen einer erfolgreichen Motorenfabrik durch die Kiewer Junta zerstört, genau so, wie sie das durch ihr militärisches Vorgehen mit der Schwerindustrie in Donbass macht. Darüber kann sich die neue Fabrik, die „Petersburg-Motoren Klimow“ freuen und wird immer einen Platz für erfahrene Profis aus Zaporozhye haben.

Eine ähnliche Situation herrscht auch in dem führenden ukrainischen Unternehmen für die Produktion von Flugzeugen, die GP „Antonov“ in Kiew, mit rund 13.500 Beschäftigten. Seit einigen Monaten versucht die Kiewer Junta den Leiter Dmitry Kiwa zu entlassen, weil er immer noch aktiv mit den russischen Produzenten kooperiert und begriffen hat, dass die Fabrik ohne Kooperation mit den Russen dem Untergang geweiht ist. Dank den Protesten der Arbeiter, kann Kiwa die Fabrik „Antonov“ für die Herstellung von Schwerlastflugzeugen weiter leiten. Die letzten Proteste der Antonov-Arbeiter liegen bereits einen Monat zurück. Dank der uneinsichtigen Politik der Putschisten in Kiew, wird in der riesigen Fabrik gegenwärtig kein Flugzeug hergestellt. Dafür hat der Flugzeughersteller „Aviastar“ in Uljanowsk an der Wolga, die Kapazitäten ausgebaut und produziert im Moment sogar das legendäre Transportflugzeug An-124, „Ruslan“. Die Leitung von „Aviastar“ hat die Bereitschaft signalisiert, über dreitausend hochqualifizierten Mechaniker und Ingenieure der Firma „Antonow“ aus Kiew sofort aufnehmen zu wollen. Im Stadtteil von Uljanowsk, in der unmittelbaren Nähe der Fabrik „Aviastar“ werden bereits 5000 Wohnungen für die neuen Mitarbeiter aus Ukraine gebaut.

Der Verlust von russischen Aufträgen wird vor allem aber „Juschmasch“ in Dnitropetrowsk, einen Riesen der Raumfahrtindustrie aus der Sowjetzeit treffen schwer treffen. Viele Mitarbeiter aus diesem Unternehmen werden vermutlich ihr Glück bei der Verwirklichung der russischen Projekten, wie die Errichtung einer ganzen Familie von Raketen „Angara“ auf Baikonur, suchen müssen, wenn sie in ihrem Beruf noch tätig sein wollen.

Durch eine völlige Unterbrechung der russisch-ukrainischen Beziehungen wird der Verlust für die ukrainische Wirtschaft allein im Bereich der Flugzeug- und Raumfahrtindustrie über 20 Milliarden Dollar betragen; Eine Summe die Jazenjuks Bewertung des Schadens für die ukrainische Wirtschaft um ein Vielfaches übersteigt.

Die größten Verluste wird jedoch die ukrainische Energiewirtschaft erleiden. Mit der Unterbrechung des Gastransits durch die Ukraine und dem Stopp von Modernisierungsprojekte oder durch den Baustopp neuer Kernkraftwerke wird der Ukraine ein Schaden von über 6 Milliarden USD entstehen. Russland könnte die Ukraine durch den Lieferungsstopp von Brennstäben für die Kernkraftwerke völlig lahmlegen. Spätestens nach einem Jahr würde die Ukraine mehr als die Hälfte der Stromerzeugung verlieren, was für ein Staat den völligen Kollaps bedeuten würde.

Nach der Abstimmung über das Gesetz über die wirtschaftlichen Sanktionen gegen Russland müssen die ukrainischen Unternehmen für eigene Produkte dringend neue Absatzmärkte in den Drittländern suchen und zwar in Höhe von mindestens 15 Milliarden USD Jahresumsatz, was nahezu unmöglich sein dürfte. Die geplante ökonomische Bestrafung durch die ukrainische Regierung öffnet der russischen Wirtschaft, wegen der unvermeidlichen Abwanderung der ukrainischen Fachkräfte nach Russland, ganz neue Perspektiven. Damit bestraft sich die Ukraine selbst und keinen anderen.

Marko Jošilo ist ein deutscher Journalist. Geboren 1949 als jugoslawischer Staatsbürger bei Sarajevo in Bosnien, wurde er Anfang der 90er Jahre in Deutschland eingebürgert.

Marko Jošilo begann 1975 mit seinem Studium für Journalistik, Geschichte und Politikwissenschaften in der ersten Studentengeneration der Journalistik an der Universität Dortmund. Abschluss 1981 als Diplom-Journalist. Während des Studiums absolvierte er bereits Praktika bei der Deutschen Welle und dem WDR in Köln.

Seit 1981 freie Tätigkeit für den WDR als Journalist, Reporter und Film-Autor. 1991 wurde Marko Jošilo vom WDR nach Belgrad als Reporter geschickt, mit dem Beginn des Jugoslawienkrieges arbeitete er als Kriegsreporter und freier Produzent für den WDR und andere ARD-Sender, u.a. auch für Tagesschau und Tagesthemen. Außerdem lieferte er unzählige TV-Beiträge an diverse weitere Sender wie ZDF, RTL, Pro7 und viele mehr.

2004 kehrte Jošilo aus Serbien nach Deutschland zurück. Heute lebt er in Nordrhein-Westfalen, produziert TV-Beiträge und schreibt tagesaktuelle Artikel.

Demnächst erscheint sein erstes Buch über die fragwürdige Rolle der Medien im Jugoslawienkrieg.

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Kommentar

  1. Nach meinem Verständnis ist der Untergang der ukrainischen Wirtschaft für Russland nicht von Vorteil – auch wenn die Produktion bestimmter Rüstungsgüter nun nach Russland verlagert werden. Der Schaden ist ein anderer: Die Ukraine wurde innerhalb von 6 Monaten zu einem Failed State – bankrott und politisch instabil. Wenn man die Ukraine als Teil der Pufferzone rund um Russland sieht, dann ist das Ergebnis ein voller Erfolg für den Westen. Vielleicht wird der Kreml die Reparationskosten für den Wiederaufbau der Ukraine via Gaspreise auf den Westen abwälzen. Bis die EU in vollem Umfang mit US Gas versorgt werden kann, dauert es nach Schätzungen mindestens 10 Jahre – würde man mit dem Ausbau der benötigten Infrastruktur sofort beginnen.

  2. Droi „Ukrainer“ off dom Konrtoboss… doe erzohlton soch woß….

    Wir sollten eine Selbstschußanlagen gesicherte Mauer um die Ukraine errichten und mal sehen wer am Ende noch aufrecht „heil ukraine“ brüllt.

    Ein boxender CDU Agent
    Ein Banker und Faschist (als Jude)
    Ein einfacher Faschist

  3. Im Fall der Ukraine sieht man im Schnellformat, das was sich seit 1945 in Europa abspielt.
    Vasallen, Psychopathen in den Regierungen nach Gnaden der Psychopathen aus Washington.
    Ob mit Geld
    http://www.paulcraigroberts.org/2014/09/02/warning-world-washington-nato-eu-vassals-insane-paul-craig-roberts-2/

    oder CIA-Brainwashing Methoden?

    Merkel/Schreimeier sollten dann eventuell mal untersucht werden.
    Wie auch immer: Grds. gegen die Interessen der Völker, zum Nutzen einer kleinen Elite (Profit durch Krieg)
    Rothschild & Rockefellers Wallstreet der US Corp.

  4. Das wenig gute Heutzutage dank dem Internet ist, wir sehen ganz genau wie es seit eh und jeher schon gewesen ist wie Machtpositionen verteilt werden. Ich sage ganz bewußt verteilt werden. Die Herren die ihre Macht durch das Kapital schon vor Jahrhunderten sicherten haben alles unter Ihrer Kontrolle und lassen nur den Abschaum in die Schaltstellen eines Staates. Die Schlüssel sind alle verdreckt, so auch die Jenigen denen er überreicht wird. Das hat Methode. Schon seit Jahrhunderten. Das Kapital ist sehr konkret an Personen oder Gruppen gebunden, diese Damen und Herren sind das Kapital!

  5. Daher ist dieses Gerede vom Kapital als ein abstraktes Konstrukt von Wirtschaftsordung vollkommen falsch. Das Kapital ist ein globales Unternehmen mit Führungspositionen und einfachen Zuträgern. Mit der Verschmelzung der Staaten oder deren Einbindung (unterordnung um es auf den Punkt zu bringen) dieser haben wir es tatsächlich mit einem wahnsinnigen Monster zu tun. Ich denke das Bild des häßlichen Oktopus der den Globus umspannt paßt mehr als gut…

  6. Die Ukraine als Monsanto Freiluftkultur und bei Ost-Wind kann Dank TTIP der EU-Obolus entrichtet werden. Nun, das Hauptexportgut dürfte allerdings der Europäische Faschismus sein und dann muss nur noch das Kürzel EU in „Europas-Untergang“ umbenannt werden.

    Tja, schöne neue Welt.

  7. Das war Gorbatschows größter Fehler, die Ukraine in die Unabhängigkeit zu entlassen mit der Krim.
    Hätte den Ostteil bei Russland lassen sollen schon wegen dem hohen Bevölkerungsanteil an Russen.
    Das der Westen sich nicht an Absprachen hält, mit der NATO Osterweiterung usw hätte ihm klar sein müssen.
    Daheim ist Er ein Vaterlandsveräter, und der Westen lacht sich ins Fäustchen.

  8. die , die in der ukraine entscheidungen treffen , wie sanktionen gegen russland , sind faschisten und volksverräter . diese typen rufen bei merkel an und bekommen geld . die haben sich schon die taschen vollgesteckt und die ukraine an konzerne verkauft . mehr korupption geht nicht .