in Wirtschaft

Die Euro-Zone soll derzeit nach Meinung von vielen Beobachtern relativ stabil sein. Die Schulden sind unverändert hoch. Einige Staaten wie Deutschland konnte allerdings zumindest die vielgerühmte schwarze Null realisieren oder gar Schulden minimal zurückführen. Die Chance auf eine dauerhafte Erholung ist allerdings gering. Das Sorgenkind heißt nun Italien. Und die Sorgen sind groß.

Italien ist der Problemfall

Zunächst die gute Nachricht. Die US-Ratingagentur Moody’s hat der Euro-Zone bescheinigt, stabil zu sein. Die Euro-Krise mit der enormen Verschuldung von Griechenland scheint demnach zumindest weitgehend Geschichte zu sein. Dies ist jedoch nur der erste Blick auf die Oberfläche. Darunter brodelt es. Die Unsicherheit in Europa würde steigen, heißt es sogar. Konkret: Es gibt nach einer Meldung der „FAZ“ sogar einen „politikbezogenen wirtschaftlichen Unsicherheitsfaktor“. Dieser ist in den zurückliegenden Jahren ohnehin sehr viel höher als noch vor 10 Jahren.

Und dies alles hat Gründe. In Frankreich, so die Rating-Agentur, gäbe es immer noch eine große Chance auf eine Vollendung der Reformen. Nur sei die Chance eben nicht die einzige Seite der Medaille. Tatsächlich sei das Risiko größer geworden, dass die Reformen „zum Stillstand“ kommen würden. Die Reformen sind im Kern eine Liberalisierung der Wirtschaft. Also eine Destabilisierung der Arbeitsrechte, also etwa eine Lockerung der Kündigungsvorschriften und eine Senkung der Löhne. Die Proteste, der Preis für solche Reformen, laufen bereits.

Die Chance auf eine dauerhafte Erholung im Euro-Raum sind vor allem nach dieser Einschätzung noch einmal schlechter als vor gut 10 Jahren in oder vor der Finanzkrise. Die Strukturen in der Euro-Zone sprechen gegen einen entsprechenden Risikopuffer. Vor allem ist das Risiko 2008 in den USA entstanden, weil dort Kredite vergeben worden waren, die niemals zurückgezahlt werden konnten (für Immobilien). Das Zusammenkrachen war letztlich eine Frage der Zeit, fraglich schien nur, wie sehr die verschiedenen Banken involviert wären.

Nun kann allerdings neben der Schwäche der Banken insgesamt auch die Wirtschaft keinen schnellen Turnaround versprechen. Die Prognosen sind ungünstig. Das bedeutet, dass bei einer wie erwartet schwachen Entwicklung in Italien und den Problemen im Bankensektor – dort – ein nachhaltiger Wachstumsschaden entstehen dürfte. Italien hat jetzt schon die Rating-Note Baa3. Fällt die noch etwas schlechter aus, wird das ganze Land kaum noch als kreditwürdig eingestuft. Und dann sieht es in der Euro-Zone schlagartig deutlich schlechter aus.

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Kommentar

  1. Haben die Wirtschafts“weisen“ der Brid nicht erst vor kurzem erklärt, dass es in Deutschland schlechter wird? Haben dabei nicht auch die Parteiführer angefangen Krokodilstränen zu drücken? Ich habe früher einmal gelernt, dass wenn es der Wirtschaft schlecht geht, es den Banken bestens. Haben diese Verbrecher nicht bei immensen Verlusten trotz allem riesige Bonis gezogen? Sind die Banken nicht über den Rettungsschirm von den Menschen mit ihrem Schwerverdienten „gerettet „ worden? Alles ein böses Schmierentheater und das deutsche Volk sitzt wie das Kaninchen vor der Schlange. Italien hat die drittgrößten Goldreserven der Welt. Ich schrieb gestern zu einem Sputnik-Artikel in bezug, dass der Innenminister Salvini das Gold staatlich beschlagnahmen möchte folgende Meinung:
    „Gold unter die Fittiche des Staates zu bringen? Sehr wohl , denn der Staat in einer Volksherrschaft ist der einzelne Mensch in seiner Gesamtheit; und damit sind alle italienischen Staatsangehörigen die Eigner des Goldes! Gold investieren in Infrastruktur und Bildung? Mitnichten! Das Gold in einer so reichlichen Menge, dass es der drittgrößte Goldschatz eines Staates in der Welt ist, ist hervorragend dazu geeignet eine nationale Währung zu stützen. Also raus aus dem Euro, zurück zur Lira und mit diesem Goldschatz die Lira zu einer der härtesten Währungen der Welt machen. Dann mit dieser harten Lira, die natürlich nicht von einer Privatbank, sondern von einer tatsächlichen Staatsbank herausgegeben wird, in Infrastruktur, in Bildung, Soziales und vieles mehr investieren. So könnte Italien mit gleichzeitigem Austritt aus Nato und EU in vier Jahren besser dastehen wie Russland. Wenn Salvini und die anderen das so angehen würden, würden die Italiener sie Jupiter gleich erheben.“