in Wirtschaft

Immer mehr Staaten überlegen, ihre Währungen zu digitalisieren, nachdem Facebook ankündigte, die Digitalwährung Libra herauszugeben. Kryptowährungen sind auf dem Vormarsch, aber was würde ein digitaler Euro für die EU-Bürger bedeuten? Die Grenzen zwischen traditionellen Währungen und unregulierten Cyberwährungen wie dem Bitcoin verschwimmen immer mehr. Facebook entwickelt mit dem Libra eine digitale Währung, die an den Dollar und an den Euro gekoppelt sein soll. In Venezuela wurde eine Kryptowährung als offizielles Zahlungsmittel eingeführt, Schweden testet derzeit eine eKrona.

EZB noch zurückhaltend

Die EZB, die für die Einführung eines digitalen Euro zuständig wäre, gibt sich bislang zurückhaltend. EZB-Chefin Lagarde hatte sich in der Vergangenheit zwar positiv über Digitalwährung geäußert, doch diesbezüglich gibt es aktuell keine neuen Pläne. Manchen gehen die Überlegungen und Forschungen zu einem digitalen Euro bei der EZB zu langsam. Der IT-Branchenverband Bitkom beispielsweise warnt davor, dass Europa bei der Entwicklung digitaler Währungen international abhängig werden könne und fordert, die Einführung eines digitalen Euro zu beschleunigen, berichtet „Focus Online“.

Auch das Blockchain-Center der Frankfurt School of Finance & Management veröffentlichte im Juni einen offenen Brief von einer Reihe von Ökonomen, in dem die Europäische Zentralbank aufgefordert wird, einen Fahrplan für einen „digital programmierbaren Euro“ bis 2024 vorzulegen. Die Vorstellung wäre, dass jedem Bürger ein Konto zur Verfügung gestellt werde, auf dem digitale Euros gespeichert werden. Also eine Art Wallet, wie man es schon von anderen Kryptowährungen kennt. Bezahlen könnte man dann einfach per Smartphone.

Risiken werden offenbar unterschätzt – Kontrolle wird Freiheit zerstören

Ein digitaler Euro und einfach per Smartphone bezahlen – all das hört sich bequem und einfach an. Doch wie sehen die Risiken beim digitalen Euro aus? Bislang gibt es kaum Erfahrungen mit Digitalwährungen und die Auswirkungen auf die Finanzstabilität sind unsicher. Zudem wäre da auch der Datenschutz und die IT-Sicherheit. Gibt es nur noch Digitalwährung, sind die Bürger vollständig überwachbar und jedem „System-Feind“ könnte sofort der Geldhahn abgedreht werden, in dem ganz einfach das Konto gesperrt oder gelöscht wird. Das Ende des Bargelds sieht die Mehrheit der Menschen sehr kritisch und befürchtet damit – vermutlich zu recht – das letzte Stückchen Freiheit und Anonymität zu verlieren.

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Kommentar

  1. Richtig, Venuezuela hat den Petro als gesetzliches Zahlungsmittel eingeführt. Nur er funktioniert nicht, da es an der Kreditwürdigkeit des Herausgebers mangelt.
    Da die größte Banknote (50.000 Bolivares) etwa 0,12€ wert ist, gibt es praktisch kein Bargeld mehr, das man noch abschaffen könnte. Bezahlt wird per Realtimeüberweisung, Kolumbianische Pesos, oder US-Dollar oder Kreditkarten zum Kurs der BCV (423.219,68 BsS/1 €). In einigen Staatem gelten auch Gold oder Brasilianische Reis.

    Formell ist der Peetro sogar durch Erdöl und Edelmetalle (die noch im Boden liegen) gedeckt. 0

    • Sehe ich ebenfalls so Reiner. Sie drucken jetzt noch auf Teufel komm raus und dann, wenn diese Mia von „Blüten“ an den „Mann gebracht bzw. verbraten wurden“, kommt dann völlig überraschend an einem Wochenende über Nacht diese Giralwährung. Dadurch werden wir völlig überwacht und die Regierenden können dann machen was sie wollen. Fehlt letztlich nur noch der Chip im Körper jedes Einzelnen, denn Tel.-Banking oder Zahlung via Handy ist dann Vergangenheit. Das ist die sogenannte Endlösung der im Hintergrund Agierenden.

      • Batterien – Noch Fragen ?! Ansonsten Matrix nochmal anschauen.
        Und täglich grüßt die K.I.
        Wir müssen doch schneller, höher und weiter..

      • Durch die sog. Digitalisierung werden 2/3 der Schreibtischtäter abgeschafft. Wie es so schön heißt, Handwerk hat goldenen Boden und das stimmt. Die meisten Handwerksleistungen kann man nicht digitalisieren; man braucht immer Maurer, Zimmerer, Klempner, Maler-Anstreicher, Fliesenleger und viele mehr handwerklichen Berufe.
        Diejenigen, die heute noch einen Handwerksberuf erlernen, sind die Könige in der Zukunft. Die Sesselfurzer und Schreibtischtäter werden alle ersetzt werden. Nur das Handwerk hat heute noch Zukunft; die ganzen Uni-Lehrstühle wie Sozialwissenschaft, Politikwissenschaft, Psychologie oder besser noch Genderwissenschaft haben nicht produktives, das unsere Gesellschaft sozial und wirtschaftlich voranbringt.
        Begrabt diese sofort