Wegen Corona: Pleitewellen bei Krankenhäusern

Bereits vor der Corona-Krise war die Lage in vielen Krankenhäusern wirtschaftlich angespannt. Doch seit dem Lockdown hat sich die Lage vieler Krankenhäuser dramatisch verschärft – viele Mitarbeiter sind entweder in Kurzarbeit geschickt oder entlassen worden. Während des Lockdowns sind viele Menschen aus Angst vor dem Virus nicht ins Krankenhaus gegangen, auch wenn Behandlungen dringend notwendig gewesen wären. Zudem wurden viele Operationen oder andere „nicht lebensnotwendigen“ Behandlungen von Krankenhäusern abgewiesen oder verschoben.

Die Regierung predigte wochenlang und gebetsmühlenartig, dass Krankenhausbetten und Intensivstationen für die zu erwartenden hunderttausenden Corona-Erkrankten freigehalten werden müssten. Doch weder das vorhergesagte Massensterben ist eingetreten noch sind viele schwer erkrankt.

Nächste Pleitewelle: Herbst 2021 – wer hat Schuld?

Eine neue Studie des RWI-Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung hat herausgefunden, dass bereits 2018 13 Prozent aller Krankenhäuser von Insolvenz bedroht waren. Die finanzielle Unterstützung in der Corona-Krise durch die Regierung habe den Krankenhäusern zwar kurzzeitig geholfen. Doch nicht jeder Klinik hätten die Finanzspritzen ausgereicht und die „Corona-Gelder“ könnten, so das Ergebnis der Studie, nur helfen, die wirtschaftlich angeschlagenen Krankenhäuser bis maximal 2022 über Wasser zu halten.

Die Studie geht davon aus, dass spätestens im Herbst 2021 die massiven finanziellen Ausfälle durch die Corona-Krise zu spüren sein werden. Gleichzeitig gebe es nicht genügend Nachwuchskräfte in Krankenhäusern, die Überalterung der Gesellschaft nehme aber zu. Vielen Krankenhäusern würde daher spätestens im Jahr 2020 der „Offenbarungseid“ drohen.

Das RWI-Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung schlägt vor, Krankenhausstrukturen stärker zu zentralisieren. In Ballungszentren sollten hochspezialisierte medizinische Angebote in großen Kliniken gebündelt und in ländlicheren Regionen die ambulante Versorgung ausgebaut werden. Außerdem müssten Bund, Länder und Gemeinden die Attraktivität von Gesundheitsberufen erhöhen.

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