in Wirtschaft

Was wäre, wenn es keine gewaltsamen Konflikte und imperialistische Bestrebungen gäbe, sondern ein friedliches Miteinander der Staaten und Nationen? So eine Welt ist angesichts der weltweit wütenden Kriegen und Konflikten nicht vorstellbar, auch weil ein Geschäft, das maßgeblich an der globalen Gewalt- und Unterdrückungspirale beteiligt ist und verdient, jedes Jahr wächst.

Trotz grassierender Armut, Hungersnöten, Kriegen, sozialer Ungleichheit auch in industrialisierten Ländern, und Klima- und Umweltzerstörung, der Handel mit Waffen und Rüstungsgütern blüht. Nummer eins der Exporteure ist die USA, Nummer eins der Importeure, Saudi-Arabien. Doch auch andere Länder, die in politischen, wirtschaftlichen, und sozialen Schwierigkeiten stecken, rüsten munter auf.

Die Schule der Realisten, die einen eher pessimistischen und machtzentrierten Blick auf die internationale Politik auszeichnet, würden sich bestätigt fühlen. Regierungen rüsten immer weiter auf, um ihre Machtbasis zu halten oder sie gar auszubauen und damit den eigenen nationalen Interessen gerecht zu werden. So ist ein engmaschiges Netz über den ganzen Globus verteilt entstanden, dass die unterschiedlichen Interessen der verschiedenen Machtblöcke sicherstellt.

Während die USA – die größte Militär- und Wirtschaftsmacht der Welt – im multipolaren internationalen Machtgefüge ihre Staatsideologie free trade, also Freihandel, mit Waffengewalt und großflächiger Militärpräsenz verteidigt, müssen andere Staaten erstmal ihren Status als Regionalmachten behaupten, darunter die folgenden aufrüstungswütigen Länder:

  • Indien: Platz 2 der Rüstungsimporteure, umgeben von Militärmächten wie dem nuklear bewaffneten Erzfeind Pakistan und China, bald bevölkerungsreichstes Land der Welt mit verheerenden innerstaatlichen sozialen Konflikten
  • Iran: Im Kampf gegen die sunnitischen Monarchien wie Saudi-Arabien, dem westlichen Bündnis aus USA und Europa und einzelnen islamistischen Milizen, die den stärker werdenden schiitischen Gottesstaat bedrohen
  • Ägypten: einst die arabische Regionalmacht, noch heute mit geostrategischer Schlüsselposition am Nadelöhr (Suezkanal) zwischen Arabischer Halbinsel, Afrika und Europa und daher enger Verbündeter des Westens
  • Türkei: Das NATO-Land verstößt gegen jedes demokratische Prinzip, innen- und außenpolitisch schwere Menschenrechtsverletzungen, trotzdem unabdingbarer politischer, wirtschaftlicher und militärischer Partner des Westens und dadurch hochgerüstet
  • Koreanische Halbinsel: Während Südkorea die pro-westlich-ausgerichtete Regionalmacht in Ostasien darstellt, wird der Erzfeind Nordkorea vor allem durch China protegiert. Resultat: ein nuklear aufgeladener Konflikt zwischen zwei feindlich gesinnten Blöcken

Während Atomwaffen den größten Abschreckungseffekt haben, richten die kleinen Handfeuerwaffen den größten zivilen Schaden an. 90 Prozent aller Opfer, die meisten von ihnen Zivilisten, werden mit diesen Schusswaffen getötet. Größte Profiteure sind Rüstungsfirmen und -konzerne aus den USA, Russland, Großbritannien, Frankreich und Deutschland, die „legal“ und illegal in Kriegsgebiete liefern oder – zunehmend – Lizenzen zum Waffenbau an die oft autoritär, gewaltsam agierenden Regimes.

Wo ungelöste interstaatliche Konflikte, bewaffnete Milizen, oder Terrororganisationen das regierende politische Establishment bedrohen, wird besonders viel aufgerüstet und das meistens trotz gravierender Menschenrechtsverletzungen, bad governance und Korruption. Artes beliebtes geopolitisches Magazin „Mit Offenen Karten“ schlüsselt in einem kurzen Film die aktuellen Entwicklungen im so prosperierenden internationalen Rüstungsgeschäft.

Über den folgenden Link ist die aktuelle Sendung verfügbar: https://www.arte.tv/de/videos/067846-026-A/mit-offenen-karten/

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Kommentar

    • Höchste Zeit, dass Jeder, der auf sich hält und schon einen möglichst riesigen SUV besitzt, nun auch einen Panzer oder eine bewaffnete Drohne in seinen Vorgarten stellt. Dann kann man gleich sehen wer es zu etwas gebracht hat. Wo soll denn sonst die Überproduktion hin? Nicht mal die Saudis haben genug Platz das alles zu kaufen und aufzustellen. Und den baltischen Staaten geht auch langsam der freie Platz aus. Ach ja, in D können wir schon noch etwas unterbringen… s.o.

  1. —„Wo ungelöste interstaatliche Konflikte, bewaffnete Milizen, oder Terrororganisationen das regierende politische Establishment bedrohen, wird besonders viel aufgerüstet und das meistens trotz gravierender Menschenrechtsverletzungen“–

    Wir haben hier in Deutschland auch solche Milizen, die mit Pflastersteinen und Eisenstangen 60 – 80 Jährige zu Brei schlägt.
    Genau, die AntiFa ist gemeint.

    Die Waffen sind viel weniger das Problem, als wie es scheinen mag. Es sind die Gutmenschen, früher Herrenrasse genannt, die einen Kern des Problems ausmachen.