in Wirtschaft

Die Europäische Zentralbank senkt die Zinsen demnächst weiter. Banken müssen teils 0,4 % dann 0,5 % für ihre Einlagen bei der Zentralbank zahlen. Dies wiederum zerstört die Margen der Banken und auch das Vertrauen in die Funktionsfähigkeit unserer Gesellschaft. EZB-Direktorin Sabine Lautenschläger hat Bilanz gezogen: Sie tritt – aus Protest – zurück. An sich hätte die Deutsche noch zwei Jahre lang das Amt innegehabt. Der Schritt gilt als „Knaller“.

„Keine Gründe“ für den „Rückzug“

Der Reißaus gilt in den Medien als „Rückzug“. Gründe für den „Rückzug“ gibt es noch immer nicht. Dennoch grassieren inzwischen Vermutungen, Lautenschläger protestiere vor allem gegen das Anleihe-Kaufprogramm der EZB. Die Zentralbank will die Käufe von Staatsanleihen wieder beginnen, die zwischenzeitlich kurz augesetzt hatten. Die Anleihen werden nicht direkt erworben, aber am Zweitmarkt. Damit stützt die EZB die sehr niedrigen Zinsen, da den betreffenden Staaten somit die Abnahme der Anleihe am Markt quasi sichergestellt ist. Lautenschläger hatte kürzlich bereits in der Öffentlichkeit wissen lassen, sie unterstütze die Aufkäufe der Titel nicht. Die Wiedereinführung des Programms solle nicht beschlossen werden.

Die EZB aber hat sich über die deutsche Politikerin hinweggesetzt. Die Anleihen werden damit den Markt wieder überschwemmen. Monatlich wird die EZB Berichten der dpa nach 20 Milliarden Euro in Anleihen investieren. Es ist damit zu rechnen, dass die Nachfolgerin von EZB-Chef Mario Draghi, Christine Lagarde, das Programm einfach fortführen wird. Sie wird ab Anfang November das Amt bekleiden und gilt ohnedies als Freundin des Anleihe-Kaufprogramms.

Insgesamt hatte die Zentralbank zwischen den Jahren 2015 und 2018 bereits 2,6 Billionen Euro (!) in Anleihen von Staaten und Unternehmen „investiert“. Da die Zinsen damit insgesamt sinken, ist es eine Frage der Zeit, bis nach den ersten Bankkunden auch eine Vielzahl an Instituten die Zinsen für Bankkunden auf weniger als 0 % festsetzt. Hier werden wir weiter berichten.

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