Pleitewelle: Doch verschoben für die Bundestagswahl?

Die Pleitewelle in Deutschland wird kommen, so unken zahlreiche Wirtschaftsvertreter. Wenn zudem eine zweite Lockdown-Phase eintritt, dann, so liegt es fast schon auf der Hand, dürfte es noch schneller gehen. Nun hat sich der Präsident des Bundesverbands mittelständische Wirtschaft, Mario Ohoven, der „Augsburger Allgemeinen“ anvertraut. Der rechnet damit, dass die Pleitewelle „in diesem Herbst noch nicht in der Breite sichtbar“ werden wird. Die Antragspflicht für Insolvenzen ist für den Fall, dass die Unternehmen überschuldet sind, bis zum 31. Dezember ausgesetzt.

Klarer Verdacht

Der Funktion äußert hingeen den klaren Verdacht, dass „die Politik versucht, die drohende Pleitewelle im Mittelstand – und damit einen starken Anstieg der Arbeitslosigkeit – so lange wie möglich aufzuschieben, am besten bis nach der Bundestagswahl.

Die Bundestagswahl findet im September 2022 statt. Die Merkel-Partei CDU ist derzeit in den Umfragen weit vorn. Aktuell sehen die Auguren sogar eine Chance darauf, dass es erneut zu einer GroKo kommen kann. Die SPD müsste noch ein paar Prozentpunkte dazugewinnen, ohne dass die Union verliert.

Ein zweiter Lockdown wäre allerdings laut Ohoven sogar ein wirtschaftlicher „GAU für unser Land. Bei einem zweiten Lockdown würde die Zahl der Insolven dramatisch steigen“, befürchtet der Funktionär und sieht dann auch einen massiven Anstieg der Arbeitslosigkeit kommen.

Nun habe es die Regierung selbst in der Hand, „ob der ‚worst case'“ eintreten werde. Sie sollte seiner Ansicht nach den Mut haben, radikale Reformen in der Unternehmens- und in der Einkommensteuerpolitik anzugehen. Die Unternehmen müssten entlastet werden.

Die Stromsteuer – die teuerste – solle auf EU-Niveau gesenkt werden. Zur Wahrheit gehört allerdings auch, dass Deutschland die Energiesteuern ab 2021 weiter erhöhen wird. Neben dem Lockdown der zweite Antrieb auf dem Weg nach unten. Schützen Sie sich.