in Wirtschaft

Der sogenannte Geschäftsindex des Ifo-Wirtschaftsinstituts für den Oktober ist laut einem Bericht der „Welt“ schwächer ausgefallen als erwartet. Die Lage soll zwar noch besser als im Vormonat sein, doch die Erwartung für die künftige wirtschaftliche Entwicklung Deutschlands soll nun „merklich“ gefallen sein. Die sogenannte Index-Komponente sei im Oktober mit einem Stand von 95,0 „unerwartet deutlich“ hinter dem Wert von September zurückgeblieben, als das Ifo-Institut noch 97,7 Punkte angenommen hatte.

Finanzmarkt rechnet auch mit „Maßnahmen“

Die Börse reagierte auf die Nachricht des Ifo-Instituts, der Deutsche Aktienindex (DAX) sackte um fast vier Prozent ab, so stark wie kein anderes Börsenbarometer in Europa. Ein Grund dafür soll der mehr als 20-prozentige Aktien-Absturz der Firma SAP sein, aber auch der Einbruch des Ifo-Index wirkte sich auf den DAX aus, so der Bericht.

Carsten Brzeski, Chefökonom bei der ING in Deutschland, sagte mit Blick auf die Ifo-Zahlen, dass die „letzte Bastion Europas“ Schwächen zeige. Die Wachstumserwartungen für das vierte Quartal, welche für eine stetige Erholung wichtig wären, würden bereits „dahinschmelzen“. Die Börse werde in der Branche als guter Frühindikator angesehen, doch die Ergebnisse seien jetzt schon „kalter Kaffee“. Viel spannender sei, wie sich die Erholung in der „zweiten Corona-Welle“ entwickle. Die Wachstumszahlen des dritten Quartals werden zeigen, so Brzeski, dass die Aufhebung des Lockdowns die Wirtschaftsleistung wieder auf Touren gebracht habe. Allerdings sei diese angesichts der „zweiten Welle“ und des erneut drohenden Lockdowns in Frage zu stellen.

Die Börse hat ihr eigenes abschließendes Urteil über die Zukunft der Wirtschaft noch nicht gefällt. Immerhin steht der DAX noch besser da als andere europäische Indizes. Doch das Börsenbarometer läuft seit Oktober merklich schlechter als die Konkurrenz in Frankreich oder Italien. Wenn die deutsche Wirtschaft weiter bröckelt, dann bröckelt das wichtigste Standbein Europas.

Das Börsenbarometer ist symptomatisch, nicht nur für den wirtschaftlichen und politischen Zustand in diesem Land, sondern in der ganzen EU. Bislang ist der befürchtete Börsencrash ausgeblieben, weil die EZB die Geldmaschine auf Hochtouren gebracht hat. Fraglich ist jedoch, wie das alles ausgehen wird. Ein Crash kann über kurz oder lang nicht mit den bislang ergriffenen Mitteln verhindert werden.

Langfristig dürften nur ein vollständiger Schuldenerlass und die sukzessive Errichtung eines vollständig neuen Währungssystems, welches auf real existierenden Werten basiert, der Weg aus der Finanzkrise sein, ohne einen massiven Crash zu provozieren.

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Kommentar

  1. In der Zeitung „Welt“ wird eine unveröffentlichte interne Präsentation der EU-Kommission zitiert, dass vor allem in den ehemaligen Krisenländern die Bankbilanzen erneut ins Wanken geraten könnten, weil diese Häuser noch geschwächt aus der letzten Krise in die neue gegangen sind. In Griechenland sind beispielsweise mehr als ein Drittel aller ausstehenden Kredite ausfallgefährdet.

  2. Dieses mal ist es aber nicht nur Griechenlandrettung, sondern die ganze EU einschließlich des immer zahlenden Retters Deutschland der selbst dann gerettet werden muss. ZUR RETTUNG! Erst den Bundestag verkleinern mitsamt dem teuren Berater Anhang. Die übrigen Abgeordneten mal nach nachgewiesenen Leistungen bezahlen und nicht nur fürs Stuhle verschleißen sowie mit ja stimmen wenn es um Geldzuwendungen für EU und andere Länder geht,
    Diese gesparten Gelder wären zwar nur ein Billionstel vom Tropfen auf dem besagten heißen Stein, aber ein Fingerzeig gegenüber dem, durch diese Abgeordneten und inklusive EU, ausgeplündertem deutschen Volk. Wir werden die Briten in ca, 2 Jahren beneiden. Die ausfallende Zahlung der Briten an nicht übernehmen