in Wirtschaft

Der Freiburger Rentenexperte Bernd Raffelhüschen sagte der „Rheinischen Post“ in einem Interview, dass aus aufgrund der Corona-Krise möglicherweise zu Rentenkürzungen und zu zwei Nullrunden für Rentner kommen könnte. Die jüngsten Rentenerhöhungen zum 1. Juli wurden noch durchgeführt. Doch laut Raffelhüschen könnten diese Zeiten bald vorbei zu sein. Um die Rentenversicherung zu stärken, schlägt der Ökonom vor, zwei Rentennullrunden zu machen. Das bedeutet, in 2021 und 2022 könnte es zwei Nullrunden geben, wenn sich der Wachstumseinbruch noch lange hinziehen werde.

Angesichts der Corona-Krise fordert der Ökonom auch Rentenkürzungen zuzulassen: „Wenn Millionen Kurzarbeiter auf Lohn verzichten und Millionen ihren Job verlieren, sollten auch Rentner und Pensionäre ihren Beitrag zur Bewältigung der Krise leisten“, meint Raffelhüschen. Konkret könne die Rentenformel wieder so gestaltet werden, wie 2003: „Wenn die Löhne sinken, müssten auch die Renten sinken. Und wenn man das politisch nicht wolle, sollte man die ausgefallenen Rentensenkungen in späteren Jahren nachholen.“

Dazu müsse man den sogenannten „Nachholfaktor“ wieder einführen. Dieser schreibt vor, dass die jährliche Rentenerhöhung grundsätzlich der Lohnentwicklung folgt. Deshalb gab es zum 1.7.2020 eine deutliche Rentenerhöhung, weil die Löhne im Vorjahr gestiegen sind. Der Nachholfaktor sorgt dafür, dass Rentner, die in wirtschaftlich schlechten Zeiten Rentenerhöhungen erhielten, in späteren guten Zeiten auf einen Teil der Rentenerhöhungen verzichten. Das gilt solange, bis die Rentenkürzung wieder ausgeglichen ist.

Neben Raffelhüschen sollen auch Rentenexperten der FDP die Wiedereinsetzung des Nachholfaktors fordern, so die „Rheinische Post“. Eine irre Forderung, denn bereits heute muss jeder zweite Rentner von 900 Euro leben. Die Zahl der alten Menschen, die zu einer Tafel gehen müssen, steigt von Jahr zu Jahr. Hätte die Bundesregierung die Rentenkassen nicht systematisch geplündert, gäbe es weder Altersarmut noch die Frage nach einer Wiedereinführung des Nachholfaktors. Wie es um das Merkel-Rentensystem steht, lesen Sie hier.

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Dein Kommentar

Kommentar

  1. Dieser Mann hat null Ahnung vom deutschen Rentensystem. Er ist als „Spinner“ bekannt. Er sollte sich einmal die Gesetzgebung zum deutschen Rentensystem zu Gemüte führen oder lieber den Mund halten. Wie sich die Renten entwickeln, dafür hat der Gesetzgeber klare Regeln aufgestellt, von denen unser „Experte“ wohl noch nie etwas gehört hat. Das ist ein reiner Lobbyist. Er will wahrscheinlich nur private Lebensversicherungen verkaufen. Ein Witzbold ist dieser Möchtegern – Experte. Es wundert schon, dass er es immer wieder schafft, irgendwo in den Medien sich über seine wirren Phantasien Gehör zu verschaffen.

  2. Ja, die Erhöhung hängt einzig und allein von der Lohnentwicklung ab. Das ist gesetzlich so geregelt. Eine Kürzung geht gar nicht, weil ebenfalls gesetzlich verboten. Die Erhöhung bzw. Anpassung basiert auf der vom Statistischen Bundesamt gemeldeten Lohnentwicklung nach den volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen (VGR), wobei der Einfluss der Arbeitsgelegenheiten mit Entschädigungen für Mehraufwendungen („Ein-Euro-Jobs“) außer Acht bleibt. Darüber hinaus wird die beitragspflichtige Entgeltentwicklung der Versicherten berücksichtigt, die für die Einnahmensituation der gesetzlichen Rentenversicherung entscheidend ist. So und nicht anders läuft das!

  3. Raffelhüschen, dieser Name steht für unseriös, unausgegoren und fehlerhaft. Ein wahrer Experte eben. Von denen haben wir in Deutschland richtig viele. Deshalb geht es uns ja auch so gut und Merkel macht alles richtig. Ich wünsche mir wieder Menschen mit Empathie, einem guten Gewissen und normalem Verstand. Da würde aber das Ende der GroKo bedeuten. Ansonsten bleibt uns nur noch die Glückstrommel.

  4. Den Versicherungslobbyisten Raffelhüschen als „Rentenexperten“ zu bezeichnen kenne ich sonst nur von „Qualitätsmedien“ wie Focus und Spiegel.

Webmentions

  • Nullrunden für Rentner und Rentenkürzungen möglich – Die Welt 16. Juli 2020

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