in Wirtschaft

Mit der Übernahme von Monsanto hat sich der deutsche Bayer-Konzern offenbar noch wesentlich mehr Ärger eingehandelt, als überhaupt absehbar war. Dem Pharma- und Chemiekonzern aus Leverkusen drohen nicht nur mehr als 12.000 weitere Klagen wegen des krebserregenden Pestizids Glyphosat – Jetzt hat die Stadt Los Angeles Monsanto wegen Umweltschäden verklagt.

Gegen die Bayer Tochter Monsanto laufen bereits zahlreiche Klagen wegen Glyphosat. Drei US-Gerichte haben Bayer bereits zu immensen Millionenstrafen verurteilt und Glyphosat als krebserregend beurteilt. Der Landkreis Los Angeles hat jetzt beim zuständigen kalifornischen Bundesbezirksgericht wegen schon vor Jahrzehnten verursachten Umweltschäden, verseuchten Gewässern, Klage eingereicht. Es geht um PCB-Chemikalien, die die Gewässer in und um Los Angeles verseucht haben sollen. In der Klage fordert Los Angeles, dass sich Bayer an den Kosten für die Reinigung von Dutzenden Gewässern beteiligt und zudem Schadenersatz zahlen muss. D

In der Klageschrift heißt es weiter, Monsanto habe lange die schädlichen Auswirkungen der Polychlorierten Biphenyle (PCB) auf Natur und Lebewesen verheimlicht. Monsanto war von 1935 bis 1977 der einzige Hersteller von PCB in den USA. 1979 wurde die Chemikalie in den USA verboten. Bayer teilte mit, die Klage noch zu prüfen, gehe aber davon aus, dass die Vorwürfe haltlos seien. Zudem werde sich Bayer „vehement“ gegen die Klage verteidigen, so die Ankündigung des Konzerns. Denn Monsanto habe die PCB-Produktion schon vor mehr als 40 Jahren gestoppt. Davor sei PCB an diverse Unternehmen aus Gewerbe und Industrie verkauft worden sowie an die US-Regierung, so Bayer.

Die Kläger werfen Monsanto vor, jahrzehntelang die verheerenden Folgen der hochtoxischen Giftstoffe für Natur und Lebewesen verschwiegen zu haben. Die neue Klage gegen Monsanto rückt die Bayer-Aktien erneut negativ in den Fokus der Anleger. Die Aktien des Pharma- und Chemiekonzerns verloren erneut um mehr als zwei Prozent seit Bekanntwerden der neuen Klage. Die Bayer-Aktie hat bereits seit den verlorenen Glyphosat-Gerichtsprozessen erheblich an Wert verloren. Zudem kündigte Bayer vor wenigen Wochen an, weltweit 12.000 Mitarbeiter zu entlassen. Auch wenn der Konzern dementiert, die Entlassungen hätten nichts mit den Klagen gegen Monsanto zu tun, ist dies nur allzu wahrscheinlich.

Der ganze Skandal um Glyphosat: Wir dokumentieren….

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