Neue Formen von Sklaverei in den Golfstaaten

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In vielen Golfstaaten finden wir eine enorme Anzahl von Arbeitsmigration gemessen an der einheimischen Bevölkerung. Teilweise bis zu 90 Prozent.

Viele Migranten werden vor allem in körperlich arbeitsintensiven Bereichen eingesetzt. Diese Tätigkeiten sind auch sehr oft schlecht bezahlt und die Arbeitskräfte sind sehr schlechten Bedingungen ausgesetzt.

Dies hat natürlich zu Folge, dass die Arbeitsmigration nur aus Niedriglohnländern erfolgt.

Die Golfstaaten haben ein eigenes Wirtschaftssystem, welches eigentlich defacto nur aus dem Gewohnheitsrecht und den Regeln und Gesetze der Beduinen bestand und ein zu eins übernommen wurde. Die einheimische Bevölkerung hat defacto alle Rechte übertragen bekommen welche eigentlich die Kompetenz des Staates wäre. Das sogenannte Kafilsystem ist eine Art Bürgensystem.

Der Arbeitsmigrant ist unter der Obhut des Kafil für den Zeitraum 2-5 Jahre. Auch die Ausreise erfolgt nicht ohne Zustimmung des Kafils. Bei den Arbeitsmigranten ist zwischen Einsatzgebiet zu unterscheiden. Die Arbeitsmigranten im Administrativen Bereich (Bürotätigkeit,Verkauf) haben es zu meist noch besser als diejenigen in den manuellen körperlichen Tätigkeiten. Am schlechtesten geht es den Haushaltsangestellten. Die  Realität sieht so aus, dass die Arbeitsmigranten in ihren Ländern schon mittels Personalargenturen rekrutiert werden und oft werden diese getäuscht, weil ihnen mehr Geld versprochen wird als sie tatsächlich bekommen. Oft werden ihnen große Teile des Gehaltes abgezogen für desolate Wohnräume. Der Arbeitnehmer kann nichts dagegen unternehmen, denn wenn er klagt ist er seinen Job los und sitzt auf Schulden. Dieses Kafil System betrifft auch Wirtschaftsinvestments.

Diese Problematik rückte nun ein wenig ins Rampenlicht, weil gerade in Qatar die Vorbereitungsarbeiten für die Fussball Wm 2022 laufen. Die britische Zeitung the Gurdian berichtete in diesem Zusammenhang über den Tod von 44 Arbeitern, welche zwischen 04.06.13 und 08.08.13 an den Folgen der grausamen Arbeitsbedingungen verstorben sind. Die Arbeiter haben überhaupt keine Chance sich gegen diese Ausbeutung zu wehren, weil jede Form von organisation der Arbeiterschaft wie z.B. Gewerkschaften in Katar und in den meisten Golfstatten verboten sind. Nun wird von Seiten der internationalen Gewerkschaften versucht auf Katar mittels des Weltfussballverandes Druck auszuüben

Das eigenartige dabei ist, dass viele Golfstaaten WTO Mitglieder sind und die WTO an sich steht für offene und nicht diskriminierende Wirtschaft und Handel.

Katar ist bereits seit 1996 und Saudi Arabien ist seit 2005 WTO Mitgliedsstaat. Steht das Kafilsystem nicht im Widerspruch zu den Prinzipen der WTO, ähnlich wie Handelsbarrieren und Zollabbau?

Hier sind die NGOs und die internationale Konzerne gefragt um diese moderne Form von Sklaverei zu beenden.

4 Kommentare zu "Neue Formen von Sklaverei in den Golfstaaten"

  1. Sklavenarbeit ist auf der Welt der drittgrößte Wirtschaftszweig. Das dürfte den meisten Menschen nicht klar sein. Und man glaubt es kaum.

  2. Obwohl diese Staaten behaupten für Freiheit und Demokratie in andere Länder zu kämpfen, vergessen sie ihre eigene Hoheitsgebiete. Es ist eine Schande, wie die Andere Länder ihre Augen schließen um dort viele Gewinne zu ergatern. Sie sind Mitschuldig an den Not dieser armen Arbeiter, obwohl man ihre Hilfe erwartet um gerechtere Bezahlung zu bekommen.

  3. Sehr gut berichtet ueber das
    Kafilsystem und die Ausbeutung der Arbeitsnehmer die oft keine Moeglichkeiten haben ihre Rechte zu bekommen.

  4. Darum sollten wir alle die WM 2024 boykotieren.Nein zum Sklavenhandel und Verletzung der Menschenrechte

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