in Wirtschaft

Wie zuletzt bekannt wurde, sind die Zahlen zu Zweitjobbern derzeit so hoch wie nie. Das kann verschiedene Gründe haben. Ein Kommentar durch eine Sprecherin des Arbeitsministeriums erhitzte nun die Gemüter, als sie als einen Grund die „Konsumlust“ nannte. Aber einen oder mehrere Jobs auszuüben, ist viel öfter Notwendigkeit, aber auch mancherlei Vergnügen.

Sich sein Einkommen aufzubessern, ist heute leider Gang und Gäbe. Aber steckt dahinter weniger Konsumlust. Es hängt immer davon ab, mit welcher Einstellung man an sein Verdientes herangeht und wer alles mit diesem Einkommen versorgt werden muss. Man selbst ist das mitunter gar nicht, sondern Familie und die steigenden Kosten mögen dazu ein völlig anderes Bild zeichnen. Rund 2,66 Millionen Menschen gönnen sich nach dem Verrichten des Hauptjobs keinen Feierabend, sondern hetzen zur nächsten Arbeitsstätte, so aktuelle Zahlen zum Ende letzten Jahres. Demnach arbeiteten rund 9,1 Prozent aller sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten nebenbei in einem Zweitjob. Das hat den Anteil aus den letzten zehn Jahren mehr als verdoppelt. Ende 2003 waren dies lediglich 4,3 Prozent der Arbeitnehmer.

Der Großteil, der neben seinem Haupteinkommen, noch ein Zweiteinkommen zu bestreiten versucht, tut dies angeblich nicht, weil er das Arbeiten liebt, sondern die finanzielle Not dazu zwingt. Wenn aber die Zahlen weiterhin so steigen, könnten sich reguläre Hauptjobber um ihre Arbeitsplatz gefürchtet sehen. Ein Teufelskreis also, wenn diese Befürchtungen tatsächlich eintreten. Wenn in Zukunft die Zahl der Minijobber und Zweitjobber überwiegt, könnten sich einige Arbeitgeber überlegen, komplett auf diese umzusteigen. Im Handel und im Gastgewerbe ist es jedenfalls bereits Standard, wie eine Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) eröffnete und gestiegene Zahlen in diesen Branche aufzeigte.

Es mag sein, dass Preise steigen und man immer wieder gerne über derartige Kommentare seinen Senf dazugibt. Aber der Grund für einen Zweitjob muss nicht zwangsweise finanzielle Not sein, sondern der Wille mehr Einkommen zu genießen und seine Arbeitskraft vollkommen auszulasten, da man sonst gelangweilt in der Wohnung hockt. Denn ein Haupteinkommen kann ebenso eine Teilzeitstelle sein, da der Bedarf beim Arbeitgeber für eine Vollzeitkraft derzeit einfach nicht gegeben ist.

Auch lieben einige Menschen sogar das Arbeiten, das sie nicht anders können, als tatsächlich ständig beschäftigt zu sein. Anders sehen sie ihren Tag nicht als produktiv an. Oder der Zweitjob liefert das, was man in seinem Hauptjob einfach nicht erhält. Wenn man seinem Hobby oder seiner Leidenschaft dadurch nebenbei nachgehen kann, wird dies nicht als Arbeit empfunden, sondern als Spaß, eine schicke Bezahlung gibt es obendrauf. Denn wenn man wirklich will und die richtige Einstellung an den Tag legt, kann man sich mit jedem Einkommen arrangieren und damit auskommen.

Dein Kommentar

Kommentar

  1. Ich sag nur, Ihr letzter Satz zeugt von Ahnungslosigkeit. „Man kann sich mit jedem Einkommen arrangieren?“
    Wo in Ihrem Parallel-Universum? Kennen sie die Mietkosten heutzutage, den Ausbeutungs- (Niedriglohn)sektor von dem man nicht mal alleine leben kann, geschweige denn eine Familie über die Runden bringen soll. Oh je…………

  2. „Aber der Grund für einen Zweitjob muss nicht zwangsweise finanzielle Not sein ,sondern der Wille mehr Einkommen zu geniessen …“
    Was haben Sie denn geraucht ?
    Lassen Sie die Finger von den Drogen, sonst könnte es passieren , dass demnächst eine von Ihren zwei Hirnzellen abstirbt.