in Wirtschaft

Goldrauschkater: Man kann füglich darüber streiten wie sehr die Bewegungen am Edelmetallmarkt manipuliert sind oder auch nicht. Eines bleibt jedoch, die Verunsicherung vieler Anleger, die bislang sehr siegesgewiss ins Metall gingen und binnen 6 Monaten einen Preisverfall von rund 20 Prozent verkraften mussten. Dies alles auch nur auf der Suche nach einem sicheren Hafen fürs sauer Verdiente. Dass die Verunsicherung nicht ganz planlos den Markt ereilte, hatten wir ja schon in einem anderen Beitrag dargelegt. Jetzt stellt sich für andere wiederum die Frage, wenn man doch vom Gold nicht lassen will, einfach die Anlageform noch einmal zu überdenken und vielleicht doch wieder ins traditionelles Betongold gehen?

Und wie das Leben so spielt, gibt es natürlich in diesem Bereich keine einheitlichen Notierungen und kaum Hilfsgeräte zum Aufspüren etwaiger Betongoldadern. Da haben wir einmal eine kleine Umschau nach Krücken gehalten. Betongold allerdings, muss anders als das Edelmetall, nicht nur liegen, sondern auch schon einiges aushalten. Es bemisst sich für gewöhnlich an seinem Ertrag und nicht an seiner Lagerfähigkeit. Dazu haben wir an dieser Stelle so eine Art Betongold-Detektor ausfindig machen können. Damit kann man auf die Suche gehen, an welchen Stellen der Republik dieses Gold offenbar am meisten abwirft.

Nur die dargestellten Färbungen des Suchgerätes haben für unterschiedliche Nutzer auch eine unterschiedliche Aussagekraft. Das tiefe Rot, welches der einen Seite ziemlich „gülden“ erscheint, kann für einen anderen Betrachter schnell zum „roten Tuch“ werden. Mit dem tiefen Blau verhält es sich dann genau entgegengesetzt. Dies liegt schlicht daran, dass die eine Seite ins Betongold investiert und die andere Seite dafür blechen muss. Gut, man kann es nicht jeder Seite recht machen, aber ein Rundflug mit so einem Detektor ist dennoch für beide erwähnten Seiten ganz interessant.

Abschließend noch ein genereller Satz zum Betongold. Die sicherste Form dabei, so der heutige Erkenntnisstand, ist die Eigennutzung. Da muss man sich keine Platte über die Bonität der Nutzer machen, man ist es selbst und der eigentlich (Zu)Gewinn besteht am Ende in den vermiedenen Wohnraumkosten. Es kann einem auch so schnell nicht genommen werden, wie beispielsweise das Metall. Diverse Situationen in der Vergangenheit haben gezeigt, dass im Krisenfall auch das noch wieder eingesammelt werden kann.

Je nach gesetzlichen Grundlagen, hier mit Blick auf etwaige Notstandsgesetze, ist das Metall schneller wieder weg als man vermuten möchte. Und in Zeiten zunehmender Überwachung und praktizierter Registrierung der Goldkäufer, ist es ziemlich einfach für den Staat, oder doch besser „für die legalen Räuber“, das Metall wiederfinden zu können, sollte die „Gemeinheit“ tatsächlich wieder ihr Auge darauf werfen. Ins Betongold kann man sich selber einnisten. Interessanterweise ist aber die Eigentumsquote (Immobilieneigentum) in Deutschland erheblich geringer als in vielen anderen EU-Staaten.

Dies auch ein Ergebnis der ziemlich umstrittenen EZB Studie, wonach die Deutschen ziemlich arme Schweine sind, mit einem Nettovermögen von 51.400 Euro pro Haushalt, sofern ihre Ferienhäuschen in fernen Landen nicht gerade das dortige Durchschnittsvermögen heben. Wie dem auch sei, Betongold ist wohl genauso beachtenswert wie Gold selbst, nur man kann es weniger schnell von A nach B schleppen. Auch die Frage, wer sich heute noch Beton-Gold leisten kann, die lassen wir an dieser Stelle besser im Raume stehen, denn diese Klientel dünnt sich dank des kaputten Geld-Systems und der massiv fortschreitenden Umverteilung von unten nach oben mächtig aus.

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Kommentar

  1. Edelmetalle, Antiquitäten und Kunst haben den Vorteil, daß sie mobil und schwer zu verfolgen sind. Welches Finanzamt will sich mit dem Eigentümer jahrelang eine Gutachterschlacht über den Wert von Vasen aus der Mingzeit liefern? Welcher Politiker wird nach Slbermünzen fahnden? Guthaben bei Banken und Angaben des Grundbuchamtes hat er auf einen Mausklick. Das ist verlockend. Die vergangenen Währungskrisen 1914-1923, 1936-1948 und 1974-1989 haben gezeigt, daß Immobilien keineswegs ideal sind und daß Papiergeld zur Wertaufbewahrung absolut problematisch ist.

  2. Zu jeder Währungsreform gab es als Enteignungsbeilage ein Abgabe auf Immobilien, Lastenausgleich geanannt.
    Das trägt dazu bei, dass die Zwangsanleihe auf die Immobilien viele in den Ruin treibt, so dass die private Zentralbank die Immobilien in den Zwangsversteigerungen für einen Apfel und ein Ei einsammeln kann – mit aus dem Nichts geschaffenen Geld.

  3. Immobilien sind Investments, Investments gehen in der Wirtschaftskrise immer auf ca. 5 Prozent des Ausgangswertes.
    Nach 20 bis 30 Jahren ist die Immobilie dann wieder auf dem Weg des Geldes – exponential ansteigend, wie die Geldmenge im Zinseszinssystem gesetzmäßig wächst.