Müller-Brot: Kontrollbehörde lehnt die Wiederaufnahme der Produktion ab

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Am 17. Februar waren die Aufsichtsbehörden erneut in der Skandal-Großbäckerei Müller-Brot in Neufahrn. Sie stimmten einer Wiederaufnahme der Produktion nicht zu.

Nach hygienisch untragbaren Zuständen war vor zwei Wochen die Herstellung von Backwaren durch das Landratsamt Neufahrn gestoppt worden. Maden im Mehl und Mäusekot in der Anlage hatten zu der Anordnung geführt. Frühere Warnungen der Aufsichtsbehörde waren anscheinend nicht genügend ernst genommen worden. Nach dem Bekanntwerden des Aussetzens der Produktion und der Hintergründe in der Öffentlichkeit waren Großkunden wie Lidl und Aldi als Kunden abgesprungen. Müller-Brot musste Insolvenz anmelden. Der vorläufige Insolvenzverwalter Hubert Ampferl hoffte nun, dass nach der Kontrolle am Freitag wieder produziert werden könne. Die Hoffnung wurde zerschlagen, 1100 Mitarbeiter von Müller-Brot wissen nicht, wie es weitergeht. Ein endgültiges Ende ihrer Firma ist nicht unwahrscheinlich. Ein Filialleiter eines Verkaufsshops von Müller-Brot äußerte letzte Woche, dass es Monate dauern werde, bis der Verbraucher wieder Vertrauen zu der Brotmarke aufgebaut habe.

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An der Kontrolle am Freitag waren 18 Spezialisten des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) sowie des Landratsamtes und der Bezirksregierung beteiligt. Professor Thomas Becker von der Technischen Universität München wurde von Müller-Brot als Hygieneberater hinzugezogen. Er sprach sich ebenfalls nicht für den Beginn der Produktion aus: „Die Hygienesituation ist nicht so, dass die Genehmigung hätte erteilt werden können“. Vor der Kontrolle hatten die Mitarbeiter unterstützt durch vier weitere Firmen versucht die Produktionsanlagen auf Vordermann zu bringen, dazu wurden die Maschinen zerlegt und gereinigt. Es reichte den Kontrollierenden nicht. Auch den Ungezieferbefall bekam man offensichtlich nicht in den Griff.

Der Insolvenzverwalter spricht nun von leeren Kassen. Ohne backen zu können, fließt kein neues Kapital in die Firma. Kunden haben sich abgewendet. Kontrolleure haben seit 2009 bei Müller-Brot immer wieder in verschiedenen Räumen der 55.000 Quadratmeter Fabrik Schmutz und Schaben gefunden. Mehrfach sind deshalb Teig und Lebensmittel vernichtet worden. Die Müller-Produkte als solche seien jedoch in Ordnung gewesen. LGL-Chef Andreas Zapf: „Auf der Ware haben wir überhaupt nichts gefunden“.

Der Deutscher Gewerkschaftsbund (DGB) erhebt schwere Vorwürfe. Matthias Jena, Vorsitzender des DGB Bayern: „Aus purer Profitgier hat Müller-Brot die Hygiene im Betrieb vernachlässigt, die Beschäftigten unter Druck gesetzt und ihre Arbeit verdichtet“. Ein Vertreter der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten, Mustafa Öz, zum Ergebnis der Kontrolle, es sei eine Katastrophe für die Mitarbeiter: „Da hängen Familien dran“.

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