Merz: Wir müssen uns wieder an das Arbeiten gewöhnen

In den vergangenen Tagen hat CDU-Politiker Friedrich Merz seinem Namen als Vertreter der Wirtschaftselite wieder alle Ehre gemacht. Merz war der Auffassung, in der Corona-Debatte die Arbeitsmoral in Deutschland thematisieren zu müssen. Der Gegenwind in den Medien war diesbezüglich heftig. Merz hat bei seiner Aussage offenbar unterstellt, in Deutschland würden viele Menschen praktisch nichts zu tun haben.

Aufpassen: Wer passt auf?

Friedrich Merz ließ sich zitieren: „Wir müssen ein bisschen aufpassen, dass wir uns nicht alle daran gewöhnen, dass wir ohne Arbeit leben können“. Seit fast einer Woche steht die Aussage im Raum, wurde aber erst in den vergangenen Tagen in den Medien richtig diskutiert.

Merz spielt offenbar darauf an, dass gut sechs Millionen Menschen – im April – in Kurzarbeit gewesen sind. Auch heute sollen noch 4 Millionen Menschen oder mehr in Kurzarbeit sein, die unterschiedlich lange Arbeitszeiten mit sich bringt. Allerdings bezog sich Friedrich Merz offensichtlich auch auf eine spezifische Berufsgruppe: Die Lehrer.

Er sei der Meinung, dass Lehrer künftig nicht mehr „ohne triftigen Grund“ dem Schulunterricht fernbleiben dürften. „Es bleiben einfach zu viele Lehrer Zuhause“, erkannte Merz, ohne seine Quelle dafür zu benennen. Wer nicht ernsthaft erkrankt ist, so seine Auffassung, müsse dementsprechend auch zur Schule gehen. Damit widerspricht er inhaltlich auch der Bildungsministerin Anja Karliczek. Die SPD-Politikerin hat sich vor Wochen dahingehend geäußert, dass Lehrkräfte nicht unnötigen Belastungen ausgesetzt werden dürften.

Die Worte von Merz dürften in der Bevölkerung keinen besonders guten Widerhall finden. Merz gilt ohnehin als Vertreter der Finanzelite. Lange Zeit arbeitete der frühere CDU-Bundestagsfraktionsvorsitzende für den größten Vermögensverwalter der Welt in Deutschland. Ob dem möglichen Kanzlerkandidat der CDU der Kontakt zur Basis abhanden gekommen ist? Oder ob Merz möglicherweise schlicht andere Anweisungen erhalten hat? Hier finden Sie mehr dazu.