in Wirtschaft

Ende des 19. Jhd. war die Geburtsstunde des größten Feindes der modernen Menschheit. Unter Ausnutzung des 14. Zusatzartikels der Verfassung der Vereinigten Staaten von Amerika, unter Inanspruchnahme eines Rechtes, das eigentlich für die befreiten Sklaven gedacht war, klagte sich dieser Feind ein Recht ein, das im Prinzip nur für Menschen gedacht war.

Dieser Feind war aber kein Mensch.

Seit der Entscheidung des obersten Gerichtshofes der Vereinigten Staaten von Amerika wurden Geschäftsbünde zu rechtlichen Personen.

Der „Konzern“ war geboren und eroberte sich in den nächsten Jahrzehnten eine unglaubliche Machtstellung in jeder Gesellschaft, mittlerweile dank Globalisierung eine Machtstellung, die die Macht von Nationalstaaten übersteigt.

Seitdem greift der Konzern nach allem, was seinem Ziel nutzt (und was laut Gesetz sein einziges Ziel zu sein hat: Profit zu machen). Letztlich sogar in der Gestalt von Bechtel nach dem Regenwasser Boliviens, das er für 25% der Einkünfte der Bevölkerung an diese zurück verkaufen wollte. Der Versuch ist gescheitert, drei Tote, viele Verletzte.

Robert Hare, Psychologe und FBI-Berater kam nun auf eine recht unterhaltsame Idee.

Wenn ein Konzern, so seine Argumentation, als eine juristische Person angesehen werden will, dann ist es legitim, ihn den gleichen psychischen Kriterien zu unterwerfen wie … z.B. einem normalen Menschen.

Grundlage für den Test war:

Personality Diagnostic Checklist
WHO ICD 10
Manual of Mental Disorders DSM IV

Diese Standardkriterien sind auch jedem deutschen Psychiater geläufig.

Ziel war, zu sehen ob und bis zu welchem Grade Konzerne in ihrer Erscheinungsform als juristische Person als „psychopathisch“ einzustufen sind. Bewertungskriterium war u.a., wie sie sich zu der Gesellschaft verhalten, in der sie ihre Geschäfte betreiben.

Folgende Kriterien wurden erfüllt:

1. Gleichgültigkeit gegenüber den Gefühlen anderer
2. Unfähigkeit, dauerhafte Beziehungen einzugehen
3. Skrupellose Gefährdung anderer
4. Unfähigkeit, Schuld zu empfinden
5. Hinterlist, Lügen und Täuschen um des eigenen Vorteils willen
6. Verletzung sozialer Normen und gesetzlicher Vorschriften

Mehr Kriterien gibt es nicht. Die herrschende Institution unserer Zeit, eine juristisch handelnde und mit größter Machtfülle ausgestattete Person gleicht nicht nur ein bisschen einem Psychopaten.

Das psychische Profil dieses Monsters gleicht dem eines Massenmörders. Mit allen Konsequenzen.

(Quelle: „The Corporation, M.Achbar, J.Abbot & J.Bakan, DVD, erhältlich nur bei „Zweitausendeins“)

Fazit: ein unmenschlicher Psychopath beherrscht unsere Wirtschaft, unsere Politik, unsere Kultur – und nach jahrzehntelanger Indoktrination durch eine gigantische und äußerst raffinierte Werbeindustrie das Denken der meisten unserer Mitmenschen sowie unserer Kinder.

Wen er an Politikern besonders mag:

Benito Mussolini, Adolf Hitler, die Militärdiktaturen in der ganzen Welt – sie bieten optimales Klima für grenzenloses finanzielles Wachstum. Wie z.B. China, das Gesellschaftsmodell der Zukunft.

Was er gern hätte

Völlig egozentrische Individuen, die ihren Selbstwert nur noch von ihrer Konsumfähigkeit abhängig machen … sowie die uneingeschränkte Privatisierung aller natürlicher Ressourcen sowie aller gesellschaftlichen Institutionen, auch Schulen, Feuerwehr, Polizei, Krankenhäuser, Militär (Blackwater macht es schon vor), Städteplanung und Städtebau (Disney hat in Florida z.B. schon den ersten Schritt gemacht: eine eigene Disney-Stadt aus dem Boden gestampft – leben wie in einem Disney-Film, siehe Celebration.

Polizei, Feuerwehr, Krankenhaus, Schule … nur noch für jene, die zahlen können. Der Rest – soll sehen wo er bleibt. Aber gefälligst ohne Nahrung und Wasser. Die sind auch Privat. 2013 haben die deutschen Politiker die Privatisierung des Wassers in Deutschland besiegelt – so jedenfalls kann man das Abstimmungsverhalten der Parlamentarier zum Thema Wasser ist Menschenrecht deuten (siehe qpress). Und das, obwohl Deutschland ohnehin schon die höchsten Wasserpreise der Welt hat (siehe: Jan Kluge, Unliebsame Wahrheiten, Redline 2013,  S. 99).

Es sind – nebenbei gemerkt – genau jene konzerndeformierten egozentrischen Subjekte, die so gerne auf den „sozial Schwächerern“ (Renter, Arbeitslose, Kranke, Kinder) herumhacken…denn die haben keinen Porsche.

Und wer keinen Porsche hat, ist kein Mensch. Nebenbei bemerkt: mehr als 70% aller neue zugelassenen Porsche sind Dienstwagen. Kosten für den Steuerzahler: über 5 Milliarden Euro im Jahr – allerdings nicht nur durch Porsche. 60 % aller neu zugelassenen Autos im Jahre 2011 waren Firmenwagen (Jan Kluge, Unliebsame Wahrheiten, Redline 2013, Seite 92).

McKinsey und andere Unternehmensberatungen haben übrigens dafür gesorgt, dass das „Wesen“ der Konzerne in Firmen, Schulen und Behörden übernommen wurde, unsere ganze Gesellschaft tanzt nach dieser Pfeife.

Wir kriegen so ein Psychopathenland – aber was rede ich denn?

Das brauche ich wohl niemandem hier zu sagen … das merken wir alle im Arbeitsalltag.

Oder im Arbeitslosenalltag, der direkt mit dem Konzernwirken zusammenhängt – sie sind Meister im Stellenabbau. Fusionen, Übernahmen – Massenentlassungen: die typische Renditemechanik der Konzerne. Dabei schlucken sie den Mittelstand, dessen Ideen und Innovationen sie gerne übernehmen und als die ihren verkaufen.

Wie das zu stoppen ist?

Nur noch durch einen absolutistischen Herrscher – meint jedenfalls Hobbes, der in seinem Werk Leviathan nachgewiesen hat, dass der Kampf aller gegen alle nur durch einen absoluten Souverän, den einen übermächtigen König im Zaum gehalten werden kann. Und was wir jetzt als „Wirtschaft“ haben, ist mehr Kampf aller gegen alle als gemeinsames verantwortungsvolles Arbeiten an Wohlstand und Zukunft.

Zum Vergleich der Finanzmacht von Staaten mit der Finanzmacht von Konzernen hier zwei Schautafeln aus wiwiwikinet. Der Vergleich hinkt natürlich, da in der Finanzmacht der Staaten diejenige der Konzerne schon enthalten ist – aber er soll ja auch nur dazu dienen, zu zeigen, wie groß Konzerne inzwischen sind … und über welche Kapitalmengen sie verfügen können, um Gesellschaft zu gestalten.

Hier der BIP einiger ausgewählter Staaten:

Und hier die Umsätze einiger Weltkonzerne

Psychopathen mit der Finanzmacht von Staaten.  Das ist in etwa so, als würde man amoklaufenden Massenmördern Kreditkarten mit unbegrenztem Limit in einem Waffenladen schenken.

Und wie werden Konzerne groß?

Nur durch Megakredite von Banken.

Und da haben wir sie wieder, unsere „Finanzinstitutionen“, die sich aktuell wieder in einer Billionenblase hineinsteigern, die eine noch größere Krise nach sich ziehen wird (siehe Spiegel).

Aber: das wundert uns nicht. Per Gesetz ist ein Konzern zu nichts anderem fähig – und niemand in ihm kann seine Aufgabe der Massenvernichtung an Wirtschaftskraft, Warenwert und Arbeitsplätzen durch Assimilation von Konkurrenz, Mitbewerbern und Mittelstand aufhalten, noch nicht mal der Chef. So kriegen wir verseuchtes Essen, schnell brechende Autofedern, Geräte mit eingebautem Verfallsdatum und betrügerische Finanzprodukte – Ideen, die im Konzern mit Boni belohnt werden, während Widerstand gegen den Prozess die sofortige Entlassung nach sich zieht.

Schauen wir uns nochmal genau an, was ein Konzern so an Werten in sich trägt:

1. Gleichgültigkeit gegenüber den Gefühlen anderer
2. Unfähigkeit, dauerhafte Beziehungen einzugehen
3. Skrupellose Gefährdung anderer
4. Unfähigkeit, Schuld zu empfinden
5. Hinterlist, Lügen und Täuschen um des eigenen Vorteils willen
6. Verletzung sozialer Normen und gesetzlicher Vorschriften

Vergleichen wir das jetzt mit dem Psychogramm moderner Sozialgesetzgebung, moderner Außenpolitik, moderner Wirtschaftspolitik oder einfach nur dem ganz normalem Geschäftsgebaren unserer Mitmenschen – dann sehen wir, dass das Wesen der Konzerne inzwischen die ganze Gesellschaft durchdringt.

Und wir selbst sind es, die diese System durch unsere eigene Arbeitskraft am Leben erhalten.

Entweder wird unsere Demokratie in einem endlosen Kreis des fressens und gefressen werdens ausgeblutet (siehe Staatsverschuldung), oder aber die Menschen laufen wieder einem König, Kaiser, Führer hinterher, der mit brutaler Gewalt diese künstlichen Personen zerschlägt, bevor sie den Staat an sich verschlingen.

Für uns Bürger vor Ort bleibt nur die Erkenntnis: den größten Feind unserer modernen Gesellschaft haben wir aus Versehen selbst geschaffen.

„Frankenstein“ wurde etwa zur gleichen Zeit geschrieben.

Viel Zeit hätte Hobbes absoluter Souverän aber nicht mehr: nicht mehr lange, und Supermarktmächte beherrschen die komplette Nahrungsversorgung – siehe Supermarktmacht.de:

Die Konzentration im deutschen Lebensmitteleinzelhandel ist in den vergangenen Jahren stark gestiegen. 1999 gab es noch acht große Handelsketten in Deutschland, die gemeinsam über einen Marktanteil von 70 Prozent verfügten. Heute teilen sich die fünf führenden Supermarktketten Edeka, Rewe, Aldi, Lidl und Metro rund 90 Prozent des Marktes. Dabei beträgt der Marktanteil der Discounter am gesamten Lebensmitteleinzelhandel insgesamt 45 Prozent.

Dann ist unser Essen völlig in den Händen verrückter, gemeingefährlicher Psychopathen.

Das gibt dann eine schöne, neue Welt.

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12 Kommentare

  1. „Und wir selbst sind es, die diese System durch unsere eigene Arbeitskraft am Leben erhalten.“ Und durch unseren Konsum! Also ist es auch nur konsequent, dass „wir“ uns jetzt endlich selbst abschaffen! Denn soviel Krankheit verträgt kein Organismus, auch nicht Gaia, die Erde.

  2. Der Niedergang des Kapitalismus verläuft parallel zum Niedergang des US-Imperiums. Bei der Wahl im September werden die Parteien FW, Pro und AfD enorm viele Stimmen bekommen. Nicht-grüne Ökos und (organisierte und nicht-organisierte) Freireligiöse setzen sich durch. Mehr dazu auf meinem Blog (bitte auf meinen Nick klicken).

  3. Die meisten Konzerne weltweit gehören den Staaten, zu 90% USA. Verschleiert, indirekt durch diverse Pensionsfonds etc.

    Lässt sich alles nachvollziehen wenn man in die CAFR der jeweoligen Fonds rein schaut.

    Macht euch mal den Spaß und schaut ins CAFR von CalPERS – allein in diesem einen Fond findet man etwa 4 Milliarden Anteile an JPM und Morgan Stanley, sowie viele andere Bekannte, insgesamt sind es ca. 260 Milliarden.

    Umd das ist nur ein Fond!!!

  4. Wenn die führenden Wirtschaftsleute wie fettige Karten von einem Unternehmen ins nächste gespielt werden, dann kommen einem da so Ideen.
    Wieso funktioniert das so. Fähig sind die Meisten nicht (siehe „Nieten in Nadelstreifen“). Wer steht dahinter, wem gehören letztendlich alle Unternehmen ? Denen, die das Geld aus dem Nichts schöpfen und zwar so viel, wie sie gerade brauchen, den Herren der privaten Zentralbanken und wer steht dort dahinter, denn Banken sind immer nur Mittel zum Zweck, der Versklavung der Völker? „Suchet, so werdet ihr finden“.