in Wirtschaft

Was tut sich an den Märkten und an der Konjunkturfront? Eine Zusammenfassung der aktuellen Lage mit Ausblick auf die weitere Entwicklung. Im Fokus: Gold, Inflation, BIP und Euroland.

Wirtschaftswachstum: Sehr heterogen

Die Weltwirtschaft wächst. Aber sie wächst nicht überall gleich schnell. Mancherorts ist sie auch rückläufig. Europa und Japan kratzen an der schwarzen Null, während Regionen wie Lateinamerika oder auch Asien (ohne Japan) mit Wachstumsraten von „um die 5%“ unterwegs sind. Interessant sind auch die gesunden Wachstumsraten von Osteuropa. Die vorherrschende Krise scheint nur ein Problem von Westeuropa (Eurozone) zu sein. Beim Blick auf die Weltkarte sieht man eindeutig, dass Euroland und Japan Einzelfälle sind. Den meisten anderen Wirtschaftsräumen geht es gut. Osteuropa glänzt sogar mit sehr niedriger Staatsverschuldung von oftmals unter 40% des BIP. In den krisengeschüttelten Euroländern sehen viele Experten Aufholpotenzial. Wann sich dieses Wachstumspotenzial in greifbaren Zahlen zeigt, kann zum derzeitigen Zeitpunkt noch niemand genau sagen.

Euroland: Zypern, Italien und dann Deutschland?

Die Situation in Zypern war nicht mit anderen Krisenländern vergleichbar. Der Bankensektor ist extrem aufgebläht und die Herkunft der Gelder war teilweise zweifelhaft. Trotz vorgegebener Sprachregelung war Zypern auch ein gewaltiger Tabubruch. Nach den Steuerzahlern wissen nun auch die Sparer, dass sie für ihre Banken unter Umständen haften müssen, selbst wenn die Bank nicht systemrelevant ist. Der deutsche Bankensektor ist vielfältiger aufgebaut und näher an der Realwirtschaft als in Zypern oder anderen Finanzzentren. Bevor auch deutsche Sparer zur Rettung herangezogen werden, bluten zunächst die Steuerzahler, Aktionäre und andere Geber von Wagniskapital. In Italien herrscht noch immer Ungewissheit. Die Reaktionen der Kapitalmärkte erzeugen eine disziplinarische Wirkung auf Italien, das ist ein positiver Nebeneffekt.

Märkte: Rohstoffe zeigen Schwächen

Der Höhepunkt der krisenbedingten Nachfrage nach Gold ist vorbei. Von 1980 bis 2005 war der Goldpreis relativ stabil bei ca. 400€ pro Unze. 25 Jahre lang war Gold langweilig, aber stabil. 2005 begann dann der Hype und Gold stieg auf bis zu 1.377 Euro pro Unze. Aktuell steht die Unze bei 1.068 Euro. Was nun? Sieht man diese Zahlen, dann erkennt man keine besondere Entwicklung. Ein Preis bläht sich auf und korrigiert dann um zirka 30%. Das ist das normalste der Welt. Interessant ist die Geschwindigkeit und die Heftigkeit, der Korrektur. Die Volatilität hat stark zugenommen. Beim Öl-Preis zeichnet sich nun ein längerer Seitwärtstrend ab. Die 100-Dollar-Marke werden wir wohl eher von unten sehen. Dies schlägt sich auch in einer niedrigen Inflationsrate nieder. Die Verbraucherpreissteigerungen werden hierzulande wohl bis 2014 bei ca. 1,5% tendieren. Auch viele andere Rohstoffe wie Weizen, Soja oder Metalle sind im Rückwärts- oder Seitwärtsgang.

Aktien- und Zinsmärkte: DAX noch 29% unter seinen Höchstständen

Die EZB will die aktuelle Zinspolitik nach eigenen Aussagen „so lange wie nötig“ beibehalten. Es gibt sogar erste Forderungen nach weiteren Zinssenkungen. Wir sehen hierdurch zwar keine Inflation bei den Verbraucherpreisen, sehr wohl aber eine Inflation bei Vermögenswerten. Nicht nur Geldmarktzinsen sind gefallen, sondern auch Renditen von Anleihen. Selbst die Risikoaufschläge für Unternehmensanleihen sind weiter rückläufig. Der Aktienmarkt ist ähnlich wie die Weltwirtschaft sehr heterogen gelaufen. In international gestreuten Portefeuilles sieht man sehr schöne Diversifikationseffekte. Der DAX schwächelt aktuell, während der japanische Nikkei in 2013 ziemlich gut gelaufen ist. Aber auch der amerikanische DowJones lief in den letzten 3 Monaten um knapp 5% besser als der DAX. Es zeigt sich einmal mehr, dass Risikostreuung wichtig ist. Das billige Notenbankgeld wird die Aktienmärkte weiter befeuern. Interessant dabei: Rechnet man beim DAX alle Gewinnausschüttungen an die Aktionäre (Dividenden) heraus, dann haben die Kurse bei weitem noch nicht das Vorkrisenniveau erreicht. Zu den Höchstständen aus dem Jahr 2007 fehlt dem DAX-Kursindex noch ein ca. 29%iger Anstieg.

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