in Wirtschaft

Genauso, wie die gemeinsame Währung der deutschen Bevölkerung wirtschaftlich nützt, schadet sie der Bevölkerung im Süden. Der „Euro“ macht Angebote aus Deutschland billiger, da der Wechselkurs des Euros im Vergleich zur DM günstiger ist.

Von Georg Lehle – Beispielsweise können US-Amerikaner mit ihren Dollars mehr Euros eintauschen, als sie DM bekommen hätten. So können sie mehr deutsche Produkte einkaufen, da sie in Euro bezahlen und nicht mit DM. Genauso, wie deshalb eine große Mehrheit der deutschen Wähler die Systemparteien CDUCSUSPDGRÜNE wiederwählt, die alle im EURO bleiben wollen und nichts verändern, werden die Systemparteien in Südeuropa vermehrt abgewählt.

Es ist zwar eine sehr oberflächliche Wahlentscheidung, seine eigene wirtschaftliche Situation als Grundlage zu nehmen, aber verständlich.

Im Grunde müsste es innerhalb des Währungsraumes einen „Finanzausgleich“ zwischen den Staaten geben, um die Ungerechtigkeit auszugleichen. Der deutsche Staat würde dann einen Teil seiner Steuereinnahmen nach Italien überweisen. Das ist politisch nicht durchsetzbar, auch aufgrund Medienkampagnen, die Südländer als faule Schuldner darstellen. Siehe die Hetze gegen Griechenland.

Zur Erkenntnis, dass die Währung „Euro“ der eigenen wirtschaftlichen Lage schadet, kommen immer mehr Südländer. Sie lassen sich immer weniger durch politische Spiele „Links-Rechts“ täuschen, die stets mit kosmetischen Veränderungen der Politik enden. Beispielsweise ließ der italienische Ministerpräsident Mattheo Renzi bei seinen Ansprachen die EU-Flagge abnehmen, um gegen die EU-Politik zu protestieren.

Die jeweilige Partei in der Opposition verspricht alles besser zu machen, einmal an der Macht, verbessert sich die wirtschaftliche Lage der Bevölkerung aber nicht. Zu dieser Erkenntnis zu gelangen, ist ein langer Weg, aber die wirtschaftliche Krise in Südeuropa dauert bereits zu lange an. Immer mehr Menschen lassen sich dort von sich kritisch gebenden Politikern nicht mehr blenden. Vor allem in Italien steht inzwischen eine knappe Mehrheit für einen Austritt aus dem Euro.

Die Mehrheit der Italiener wird sich keine Angst einjagen lassen. Sie wissen aus der Vergangenheit, dass es ihnen mit ihrer eigenen Währung „Lira“ wirtschaftlich besser gehen würde. Es ist jedoch klar, dass die Eliten ihnen einen großen Kampf liefern werden, inklusive politischen Verrates. Hier würde mir beispielsweise ein Silvio Berlusconi einfallen. Es wird eine populistische Angst-Kampagne geben, wie in Griechenland. Dort sagte ein linker Spitzenpolitiker den Griechen voraus, dass das Land ohne Euro in die „Steinzeit“ zurückgeworfen werden würde.

Wenn Italien aus dem Euro ausscheidet, wird das Land für viele Deutsche zum Sündenbock gemacht werden, im Sinne „die sind alle blöd und fallen auf Clowns, Populisten rein“. Die frühere ARD-Osteuropakorrespondentin Gabriele-Krone Schmalz kritisierte dementsprechend die mediale Berichterstattung des Trump-Wahlsieges:

„Ich finde es bedenklich, wenn sich irgendwo Mehrheiten finden, die man nicht erwartet hätte, wie arrogant das auch in unserem Gewerbe kommentiert wird. So nach dem Motto: „Die sind alle blöd.“ Ob das in England ist mit den Brexit-Befürwortern, in Frankreich mit (der Front National-Chefin)Marie Le Pen, oder bei uns mit der AfD – man sollte vielleicht einmal untersuchen, welche Rolle die Medien dabei spielen.“ (nordbayern)

Nach meiner Meinung müssten sich die Wähler der Merkel-Koalitionsparteien selbst hinterfragen:

Wie konnten sie ernsthaft davon ausgehen, dass es ihnen dauerhaft auf Kosten der anderen gut gehen kann?

Die sogenannte „Euro“-Rettung war immer auf Sand gebaut und ein medial aufgeblasenes Hirngespinst. Wer die hoffnungslose Wirtschaftslage in Südeuropa kennt, weiß das. Gabriele-Krone Schmalz plädiert daher dafür, sich über die Situation im Land zu informieren:

„Wissen Sie, wenn ich „Russland verstehen“ als Motiv habe, ist die Betonung nicht auf Russland, sondern auf verstehen. Und ich denke, es wäre hilfreich, wenn man auch Amerika verstehen und das Augenmerk darauf richten würde, wie es in dem Land aussieht. Vor der Wahl wurde zum Beispiel intensiv darüber berichtet, wie fürchterlich arm weite Teile der Bevölkerung sind. Also: Mal verstehen, was in der Gesellschaft abgeht. Dann kann man dieses Wahlergebnis – ob man das gut findet oder nicht – anders einsortieren und als Basis dafür nutzen, intelligente Antworten zu finden.“ (ebd)

Erschienen bei: Friedensblick

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  1. Für Gabriele-Krone Schmalz:
    „Die Welt hat sich gedreht. Die Briten verlassen die EU, in Amerika regiert Donald Trump. Begonnen hat alles mit einem Mann, der eigentlich vor der Gefahr warnen wollte. Bei dem jetzt wieder diese Mails eintreffen, die ihn anklagen. «Nein», sagt Kosinski leise und schüttelt den Kopf, «das hier ist nicht meine Schuld. Ich habe die Bombe nicht gebaut. Ich habe nur gezeigt, dass es sie gibt.»“
    https://www.dasmagazin.ch/2016/12/03/ich-habe-nur-gezeigt-dass-es-die-bombe-gibt/

    • Interessanter Bericht. Das Trump Wahlsieger wurde war ab zusehen. Meine Facebookfreunde aus dem Bibelbelt standen voll auf Trump. Selbst als die 10 jahre alten Machosprüche veröfftlicht wurden, kam als häufiges Argumant, das hören wir auch an jeder Bar!
      Was mich aber gewundert hat, als Trump von Pizzagate erfuhr wollte er Clinton und alle Mittäter ins Gafängnis werfen. Doch davon hört nichts mehr, sicher hat Rockefeller, Soros und Rothschild das Veto eingelegt. Dafür wird Trump sicher Krieg beginnen! IRAN?