in Wirtschaft

Die „FAZ“ veröffentlichte einen Beitrag, in dem der „Chefökonom“ von Google, Hal Varian, zu Wort kam. Es ging um Roboter, die Zukunft unserer Arbeitswelt und den Verlust von Arbeitsplätzen. Alles nicht so schlimm, wie befürchtet, lautet die Erkenntnis. Wir geben die Erkenntnis weiter und werden dann unsere Sicht der Dinge kurz darlegen.

Automatisierung – Jobkiller?

Automatisierung, die Digitalisierung und Roboter sollen unsere Arbeitswelt massiv verändern und werden deshalb auch zahlreiche Arbeitsplätze vernichten. Dies ist die Befürchtung zahlreicher Kritiker der „schönen neuen Welt“. Geht es nach Hal Varian, sind die Ängste nicht angemessen. Er sprach auf einer Jahrestagung des „Vereins für Socialpolitik“. Die „FAZ“ nennt den Verein „den Verband der deutschsprachigen Ökonomen“. Die Redaktion schiebt kurz die Bemerkung ein, dass diese Qualifikation nicht richtig sein kann. Es gibt nicht „den“ Verband von Ökonomen, sondern verschiedene Vereinigungen. Dieser Verein wiederum gilt als vergleichsweise liberal, also neoklassisch. Marktfreundlich. So in etwa würden Kritiker diese Vereinigung beschreiben und damit auch erwarten, dass Marktentwicklungen freundlich kommentiert werden.

Varian meint nun, dass die Angst deshalb unbegründet sei, da uns – im Westen – in Zukunft Arbeitskräfte durch die demografische Entwicklung fehlen würden. Weil also beispielsweise immer weniger deutsche Menschen dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen werden. Deshalb müssten nicht so viele Menschen in die Zwangsrente entlassen werden. Das ist seine Kernbotschaft.

Diese Aussage steht den Forschungen von Carl B. Frey sowie Michael Osborne gegenüber, die auch die „Faz“ zitiert. Die wiederum gehen davon aus, dass in den USA durch Computer und Roboter bis zu 47 % der bisherigen Arbeitsplätze einfach entfallen würden. Dies betrifft nicht nur die wiederkehrende Fließbandarbeit, sondern auch Bürotätigkeiten, verwaltende Tätigkeiten, Bankgeschäfte.

Das „Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung“ geht davon aus, dass bei uns in Deutschland ungefähr 10 % der Arbeitsplätze entfallen würden.

Wir meinen: Wir wissen es nicht. Die Anzahl der Arbeitsplätze, die entfällt, lässt sich nur aus Modellen ermitteln, die aber niemand aufstellen kann. Denn Modelle schreiben in der Regel fort, was ist – und niemand weiß, wie leistungsfähig die Automaten (Computer, Roboter) sein werden. Und wie sich aufgrund fehlender Einkommen die Nachfrage entwickelt, was wiederum auf die Produktion Einfluss haben wird. Da die Leistungsfähigkeit von Automaten nicht annähernd beziffert werden kann, ist jede zahlenmäßige Spekulation ebendies. Eine Annahme. Dass der Google-Chefökonom, also eines Unternehmens, das künftig das gesamte Leben automatisieren möchte, beruhigt, ist naheliegend. Dass die FAZ vergleichsweise unkritisch darüber berichtet, ist schade. Denn soviel ist sicher: Automation ist günstiger als die menschliche Tätigkeit. Am Ende wird lediglich zu fragen sein, wer den Mehrgewinn (durch mehr Produktivität und geringere Kosten) erhält. Vom Grundeinkommen bis zur Massenarmut ist alles möglich.

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Kommentar

  1. Daß in Zukunft Roboter produzieren und die Menschen ein leistungsloses Einkommen erhalten werden, ihr trostloses Dasein dann mit Unterhaltung durch den Staat erträglicher gemacht werden wird, habe ich schon vor 25 Jahren gelesen.
    Irgendwann kann das so kommen.
    Doch ich glaube, wir werden eine ganz andere Gesellschaft bekommen als eine, die Wohlstand mit Robos erwirtschaftet.
    Ich glaube, diese Gesellschaft wird mörderisch werden, die Lebenserwartung wird massiv sinken, Freiheit wird es nicht mehr geben, Demokratie schon gar nicht.
    bereits heute schreien diejenigen, die die Demokratie und die Freiheit systematisch unterminieren, am lautesten gegen die wahren Demokraten und bezichtigen diese, eine Gefahr für die Demokratie zu sein. Siehe Maas.