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Inflationsrate steigt rasant – ein Zeichen der Krise?

Die Inflationsrate innerhalb der Euro-Zone und in Deutschland soll für gewöhnlich bis zu 2 % betragen. Dafür sorgt die Europäische Zentralbank, EZB, mit ihrer Zins- und Geldpolitik. Dabei achtet die EZB auch darauf, dass die – offiziell gemessene – Inflationsrate über 0 % liegt, um eine sogenannte Deflation zu vermeiden. Dies wären sinkende Preise – und damit die schlimmste Bremswirkung für die Wirtschaft, die überhaupt denkbar ist. Nun aber steigen die Preise offiziell – eigentlich sogar rasant.

2,2 % im Mai

Die Preise sind in Deutschland nach den Angaben des Statistischen Bundesamtes gegenüber dem vorhergehenden Jahr im Monat Mai um 2,2 % gestiegen. Dies ist ein Anstieg, den Deutschland zuletzt im Februar 2017 gesehen hatte. In den Vormonaten war der Anstieg mit 1,4 % sowie 1,6 % ebenfalls schon relativ kräftig, so die Statistiker.

Preistreiber war die Energie, die um 5,2 % teurer geworden ist. Dazu zählen vor allem die Ölpreise, die Einfluss auf zahlreiche andere Preise haben. Lebensmittel sind um 3,5 % teurer geworden. Innerhalb eines Monats, also von April auf Mai, sind die Preise um insgesamt 0,5 % gestiegen.

Dabei merken Kritiker stets an, dass dies lediglich die offiziellen Preissteigerungsraten sind. In den USA etwa gibt es eine „inoffizielle Statistik“, die „Shadow Stats“, die stets etwa 3 Prozentpunkte über den offiziell gemeldeten Zahlen liegt. Die inoffizielle Messung beruht schlicht darauf, dass der Warenkorb sich auf andere Preisentwicklungen bezieht.

Kritiker vermuten, dass dies auch in Deutschland der Fall sein könne. Die Preissteigerung dürfte nach Meinung von Volkswirten gegebenenfalls sogar anziehen, da die Geldmenge in der Euro-Zone weiter ansteigt. Je mehr Geld bei gleichbleibenden Warenströmen im Umlauf ist, desto höher ist die Neigung zur Preistreiberei.

Kritiker meinen: Die wahre Inflation wird noch kommen.

Dein Kommentar

Kommentar

  1. Das Geld wird von der EZB zur Staats-Finanzierung gedruckt, an Stelle von Steuer-Gesetzen, Steuer-Last auf MwSt verschoben, Lohn-Dumping, Sozial-Lasten umverteilt (Renten+Kranken-Versich, Agenda 2010)

    FOLGEN für Sparer/Konsumenten
    Angenommen. Sie haben (i.d.Lebens-Vers?) eine 10J Anleihe mit 10 Zins-Kupons je 0,2€. Steigt der Zins um 1% so hat eine Anleihe 10 Kupons je 1,2€. Bei Verkauf des 0,2%ers wird der Käufer die Differenz aber abziehen.

    Ergebnis: 10% ungesetzl. „Zins-Änderungs-Steuer“ + Inflations-Verlust. Nur ab 1979 hatten wir bei geringeren Schulden schon mal 6% Zins-Erhöhung in nur 18 Monaten?

    Das sollte man „guten“ Christen-Menschen, „Spezial“-Demokraten u. sonstigen Moralisten schon mal unter die Nase reiben

  2. Zahlenspielerei wie bei der Arbeitslosenstatistik.
    Natürlich haben wir eine Inflation und sie liegt wesentlich höher. Da besonders seit der HARTZ IV Gesetzgebung die unteren und mittleren Einkommen real gesunken sind, werden die Preise der Waren und Dienstleistungen des täglichen Bedarfs, also was wir ständig benötigen und auch verbrauchen immer bedeutungsvoller.

    Die Berechnung der Inflation erfolgt nach einem „Warenkorb“, dessen Anpassung an diese Situation längst überfällig ist, aber nicht erfolgt.

    So sind die Preissteigerungen bei Lebensmitteln, Schuhen, Wohnen/Betriebskosten, Energie, Wasser, ÖPNV, Zuzahlungen beim Arzt, Kontogebühren usw. real und können nicht durch etwa Preissenkungen bei UHD-Fernsehern ausgeglichen werden.