in Wirtschaft

Offener Brief des US-Milliardärs Nick Hanauer an seine reichen Freunde

Deutsche Übersetzung

Sie kennen mich wahrscheinlich nicht aber ich bin einer dieser 0,01% stolzen und uneinsichtigen Kapitalisten. Ich habe etwa 30 Unternehmen in unterschiedlichen Branchen mitbegründet und finanziert. Vom Nachtclub bis zu Amazon.com. Dann gründete ich AQuantive, ein Internet Werbeunternehmen, welches im Jahr 2007 von dem Softwarehersteller Microssoft für etwa sechs Milliarden US-Dollar übernommen wurde. In Bar. Meine Freunde und ich besitzen eine Bank. Ich sage Ihnen das, weil ich in vielerlei Hinsicht nicht anders bin als Sie. Wie Sie, habe ich einen Blick auf Wirtschaft und Kapitalismus. Und für meinen Erfolg führe ich ein Leben, von dem 99,9% der Amerikaner nicht einmal zu träumen wagen. Ich besitze viele Häuser, ein eigenes Flugzeug usw., Sie wissen schon wovon ich rede.

Im Jahr 1992 verkaufte ich Polster und Betten in meinem Familienbetrieb „Pacific Coast Feather Company“, zu einer Zeit wo das Internet noch eine schwerfällige, langsame unbekannte Maschine war. Alle Kaufhausketten haben das seinerzeit verurteilt. Aber ich wußte auch, sobald sich das Internet schneller und vertrauenswürdiger entwickelt, wird es nicht mehr lang dauern und die Kunden werden in Online-Shops kaufen.

Die Eigenschaft, über den Tellerrand hinauszuschauen ist ein Teil meines Erfolges. Mein Glück war auch, dass ich zwei überaus talentierte Jungs kennenlernte, die im Web eine Menge Potenzial erkannten. Beide hießen Jeff. Von Jeff Tauber haben Sie wahrscheinlich noch nie gehört. Und der andere hieß Jeff Bezos. Ich war so von dem Potenzial des Webs fasziniert, dass ich beiden sagte, was auch immer ihr macht, ich investiere bei euch. Durch Zufall nahm der zweite Jeff (Bezos) mein Angebot an. So half ich ihm, bei seinem damals kleinen Start-Up für den Online Buchhandel. Der andere Jeff gründete ein Internet Kaufhaus namens Cybershop. Allerdings zu einer Zeit, in der das Vertrauen der Kunden zum Kaufen von Waren über das Internet noch gering war. Zu früh, für seine High-End Idee. Die Menschen waren damals noch nicht bereit, teure Waren oder persönliche Artikel ohne Überprüfung zu kaufen. Im Gegensatz zu einem Buch, welches in der Qualität kaum variieren kann. Cybershop schaffte es nur zu einer der vielen Dotcom Blasen. Amazon dagegen ging es besser.

Heute besitze ich eine sehr große Yacht.

Aber lassen Sie uns offen sprechen. Ich bin nicht der intelligenteste Mensch den Sie je gesehen haben oder der am schwersten Arbeitende. Ich war ein mittelmäßiger Schüler und bin technisch nicht begabt und ich kann auch nicht programmieren. Was mich von anderen unterscheidet ist wohl meine Risikotoleranz und die Eigenschaft zu sehen, wo die Reise hingeht und was in der Zukunft passieren wird. Und was sehe ich in jetzt unserer Zukunft?

Ich sehe Mistgabeln.

In Zeiten wo Menschen wie Du und ich über die Plutokratie träumen, liegt der Rest des Landes, die 99,9%, weit im Rückstand. Die Kluft zwischen arm und reich wird immer schlimmer. Und sie wächst schnell. Im Jahr 1980 kontrollierten die Top 1 etwa 8% des US-Volkseinkommens. Heute kontrollieren die Top 1 rund 20%. Aber das Problem ist nicht die Ungleichheit an sich, Diese ist immer untrennbar mit jeder kapitalistischen Wirtschaft verbunden. Das Problem ist, dass dies Ungleichheit auf einem historischem Hoch angelangt ist und von Tag zu Tag schlimmer wird. Unser Land entwickelt sich von einer kapitalistischen Wirtschaft zu einer feudalen Gesellschaft. Wenn sich unsere Politik nicht dramatisch ändert, wird die Mittelschicht verschwinden und wir werden wieder im späten 18. Jahrhundert in Frankreich sein. Vor der Revolution.

Uns so habe ich eine Botschaft für meine steinreichen Kollegen und Kolleginnen und alle, die in dieser Blase leben: Wachen Sie auf ! Es wird nicht mehr lange dauern. Wenn wir nicht bald etwas tun um die eklatanten Ungerechtigkeiten in dieser Wirtschaft zu beheben, werden die Mistgabeln zu uns kommen. Keine Gesellschaft kann diese Art von wachsender Ungerechtigkeit auf Dauer aufrechterhalten. Es gibt in der Tat kein einziges Beispiel in der Geschichte der Menschheit, wo Reichtümer wie diese angesammelt wurden und nicht irgendwann Mistgabeln gekommen sind. Am Anfang ist es ein Polizeistaat, dann kommen die Aufstände.

Viele von uns denken, sie wären etwas Besonderes, weil „Das ist Amerika“. Wir denken, wir sind immun gegen diese Kräfte wie den arabischen Frühling, die französische oder russische Revolution. Ich weiß, dass die 0,01% dazu neigen, diese Art von Argumenten zurückzuweisen. Viele von euch sagten mir schon ins Gesicht, ich sei verrückt. Ich sage euch, ihr lebt in einer Traumwelt. Jeder Geschichtsstudent weiß, wie es passiert. Revolutionen, Konkurse kommen nach und nach. Und dann plötzlich setzt jemand etwas in Brand und dann kommen tausende Menschen auf die Strassen und bevor man sich versieht, steht das ganze Land in Flammen. Und dann werden wir keine Zeit mehr haben zum Flughafen zu fahren, in unsere Gulfsream V zu steigen und nach Neuseeland zu fliegen. Wenn die Ungleichheit weiter so zunimmt, wird es passieren. Wir werden nicht in der Lage sein, vorherzusagen wann es passiert. Aber wenn es passiert wird es schrecklich. Vor allem für uns.

Unser Vorbild sollte z.B. Henry Ford sein. Er erkannte, dass alle seine Arbeiter in Michigan nicht nur billige Arbeitskräfte waren die man ausnutzen kann. Sie waren gleichzeitig auch Verbraucher. Ford dachte, wenn er ihre Löhne um damals exorbitante 5$ / Tag anhob, dann sind die auch in der Lage sich sein Modell TS leisten zu können. Was für eine tolle Idee. Mein Vorschlag ist: Lassen Sie uns das angehen. Immer wieder. Wir müssen etwas versuchen. Dies idiotische Trickle Down Politik zerstört unsere Kundenbasis. Und Ihre.

Der Begriff Trickle-down-Theorie (englisch trickle ‚sickern‘), abwertend auch Pferdeäpfel-Theorie,bezeichnet die These, dass Wirtschaftswachstum und allgemeiner Wohlstand der Reichen nach und nach in die unteren Schichten der Gesellschaft durchsickern würden (Trickle-down-Effekt). Sie wurde von David Stockman als synonyme Bezeichnung für angebotsorientierte Wirtschaftspolitik eingeführt.

Ich habe erkannt, dass ich meine isolierte Welt der Superreichen verlassen, und mich in die Politik einmischen muss. Aber nicht in der Art, sich wie einer von diesen „Big-Money-Milliardären“ wählen zu lassen. Stattdessen will ich durch Ideen und Gespräche zu einer Art „Mitte-Out-Ökonomie“ anregen. Es ist der längst überfällige Gegenbeweis zu der Trickle-Down-Weltsicht. Deshalb muss der Grundgedanke des Kapitalismus sein: Wenn die Arbeiter mehr Geld haben, dann haben die Unternehmen mehr Kunden. Das erzeugt Mittelklasse Konsumenten. Nicht reiche Geschäftsleute wie wir. Das bedeutet, eine blühende Mittelklasse ist die Quelle des Wohlstandes und nicht eine Folge davon. Der Mittelstand schafft reiche Menschen, nicht umgekehrt.

Am 19. Juni 2013 veröffentlichte Bloomberg einen Artikel den ich schrieb, darin ging es um einen Mindestlohn von 15$. Forbes bezeichnete dies als einen Vorschlag vom verrückten Nick. Doch, nur wenige Wochen nachdem es veröffentlicht wurde weckte ein befreundeter Unternehmer im Service Bereich bei Fast Food Mitarbeitern den Gedanken zu einem Streik zu einem 15$ Mindestlohn. Fast ein Jahr später führte die Stadt von Seattle einen Mindestlohn von 15$ ein. Und nur 350 Tage nachdem mein Artikel veröffentlich wurde, unterzeichnete der Bürgermeiste von Seattle, Ed Murray, ein entsprechendes Gesetz. Wie konnte das passieren?

Die geschah, weil wir daran erinnert wurden, dass die Massen die Quelle von Wachstum und Wohlstand sind und nicht wir reichen Jungs hier. Wenn die Arbeiter mehr Geld haben, dann haben die Unternehmen mehr Kunden, und dann brauchen die mehr Mitarbeiter. Wenn die Unternehmen den Arbeitern ein Existenzminimum zahlen statt Armutslöhne, dann müssen die Steuerzahler nicht die Differenz bezahlen. 74% der Wähler in Seattle waren nach einer Umfrage der Ansicht, dass 15$ Mindestlohn eine gute Idee war.

Die Standard Antwort in der Mindestlohndebatte von den Republikanern, deren Geschäftsmänner und vielen Demokraten ist, dass die Erhöhung des Mindestlohns Arbeitsplätze kostet. Die Unternehmen müssen Mitarbeiter entlassen. In der Schulzeit wurde den Menschen schon gelehrt, wenn die Löhne steigen, muss die Beschäftigung nach unten gehen. Das Gesetz von Angebot und Nachfrage und so weiter. Das ist der Grund, warum John Boehner und andere Republikaner im Kongress darauf bestehen. Wenn die Arbeit einen höheren Preis hat, bekommt man weniger davon. Wirklich?

“The thing about us businesspeople is that we love our customers rich and our employees poor”

Das ist eine seltsame Sache. Während der letzten 3 Jahrzenten wuchsen die Abfindungen für Manager 127 x schneller als bei den Arbeitnehmern. Seit 1950 ist dabei das Geschäftsführer – Arbeiter Verhältnis um 1000% gestiegen, das ist kein Tippfehler. Manager verdienten das 30-fache des Durchschnittseinkommens, jetzt das 500-fache. Doch kein Unternehmen, das ich kenne, hat seine Führungskräfte beseitigt oder nach China ausgelagert, oder ihre Arbeitsplätze automatisiert. Stattdessen haben wir jetzt mehr Manager als je zuvor. Diese Leute verdienen ein Vielfaches des Durchschnittseinkommens und wir haben immer mehr von ihnen. 75 Jahre haben wir schon Beschwerden sobald das Thema Mindestlohn angesprochen wird, oder wenn gegen Kinderarbeit rebelliert wird. Jedesmal reagieren die Kapitalisten in der gleichen Weise: Wir gehen alle Konkurs, ich muss schließen, ich muss alle entlassen. Es ist nicht geschehen. In der Tat zeigen die Daten, dass wenn die Arbeiter besser bezahlt werden, die Geschäfte besser werden. Die Neinsager sind einfach falsch.

Die meisten von Ihnen denken wahrscheinlich, dass der Mindestlohn von 15$ in Seattle ein Wahnsinn und eine Abkehr von rationaler Politik ist. Aber in Seattle ist der aktuelle Mindestlohn von 9,32$ bereits um fast 30% höher als der Durchschnitts Mindestlohn. Und, zerstört es unsere Wirtschaft? Nun, an alle Trickle-Downer, hier ein Blick auf die Daten: Die beiden Städte der Nation mit der höchsten Rate an Jobwachstum von kleinen Unternehmen sind San Francisco und Seattle. Und welche Städte haben den höchsten Mindestlohn? San Francisco und Seattle. Die am schnellsten wachsende Großstadt in Amerika? Seattle. 15$ Dollar ist keine riskante Politik. Unsere Stadt wird Ihrer Stadt in den Arsch treten.

Es macht durchaus Sinn, wenn man darüber nachdenkt: Wenn ein Arbeiter 7,25 $ / Std. verdient, das ist jetzt der normale Mindestlohn, welcher Teil davon landet in den Kassen der lokalen Kleinunternehmen? So gut wie nichts. Die Person muß Miete zahlen, Lebensmittel kaufen, und im besten Fall noch ein Bus-Ticket. Er wird nicht ins Restaurant gehen, keine neue Kleidung und keine Blumen zum Muttertag kaufen. Ist das Problem komplizierter als ich denke? Natürlich. Es gibt viele Faktoren, die eine Rolle spielen, natürlich. Aber bitte hört damit auf darauf zu bestehen, dass wenn die Niedrig Lohnarbeiter mehr Geld bekommen, die Arbeitslosigkeit in die Höhe schnellen und die Wirtschaft zerstört wird. Es ist völliger Unsinn. Das Tückische an der Trickle-Down-Ökonomie ist zu glauben, dass, wenn die Reichen immer reicher werden, es gut für die Wirtschaft ist. Man kann aber daran glauben, dass, wenn die Armen immer ärmer werden, es schlecht für die Wirtschaft ist.

Ich weiß, dass fast alle von euch das Gefühl haben, unsere Unternehmen zahlen überzeugende Löhne. Und die Regierung mischt sich auch zu viel ein. Und der Markt regelt schon die Preise. Aber genau das ist die Sache. Wenn diejenigen mit schlechten Beispielen vorangehen, wie z.B. Wal-Mart oder McDonalds, dann zahlen die Arbeitgeber in der Nähe auch höchstens nur den Mindestlohn. Und wenn es nicht illegal wäre, würden sie noch weniger zahlen. Gott sei Dank haben beide Unternehmen vor kurzem gesagt, sie würden sich einer Einigung zum Mindestlohn nicht widersetzen. In einer großen Gruppe wird es immer Leute geben die nicht das Richtige tun. Daher kann die Wirtschaft nur funktionieren, wenn sich alle an die gleichen Regeln halten, so wie bei Tempolimits oder Stopp-Schildern.

Wal-Mart ist unserer Nation der größte Arbeitgeber mit rd. 1,4 Millionen Beschäftigten in den USA und verdient mehr als 25 Milliarden US-Dollar im Jahr vor Steuern. Warum sind Wal-Mart-Mitarbeiter die größte Gruppe der Medicaid-Empfänger in vielen Staaten? (Medicaid ist ein Gesundheitsfürsorgeprogramm für Personen mit geringem Einkommen). Wal-Mart könnte, sagen wir, jedem seiner Millionen schlecht bezahlten Arbeitnehmer zusätzlich 10.000 $ / Jahr mehr bezahlen. Diese wären dann aus der Armut und könnten sich viele Sachen leisten und bei Wal-Mart einkaufen. Dies würde uns auch den Kauf von Lebensmittelmarken ersparen. Und Wal-Mart würde immer noch mehr als 15 Milliarden US-Dollar vor Steuern im Jahr verdienen.

Wir reichen Menschen wurden fälschlicherweise durch unsere Schule und die Bestätigung der Gesellschaft davon überzeugt, dass wir die Schöpfer sind. Es ist einfach nicht wahr. Es werden keine superreichen Amerikaner die große Wirtschaft antreiben. Ich verdiene etwa 1000 Mal mehr als der Durchschnitt jährlich, aber ich kaufe nicht tausende Mal mehr Zeug. Meine Familie kaufte drei Autos in den letzten Jahren, nicht 3000. Ich kaufe ein paar Hosen und ein paar Hemden im Jahr, genau wie die meisten amerikanischen Männer. Ich glaube, ich könnte 1000 Hemden kaufen. Aber warum sollte ich? Stattdessen stecke ich mein Geld in die Socke, wo es dem Land nicht viel Gutes tut.

Vergessen Sie also alle Rhetorik wie, Amerika ist so groß, weil es von Menschen wie du und ich und Steve Jobs gemacht wurde. Sie kennen die Wahrheit, auch wenn Sie es nicht zugeben: Wäre einer von uns in Somalia oder im Kongo geboren, wären wir vielleicht nur ein barfüßiger Kerl der an einem Feldweg Obst verkauft. Das heisst nicht, dass es in Somalia oder im Kongo keine guten Unternehmer gibt. Es ist aber so, dass auch die Besten nur ihre Waren verkaufen können wenn es sich ihre Kunden leisten können.

Dies ist, in anderen Worten, eine wirtschaftliche Betrachtungsweise, die Links und Rechts vereinen könnte. Vielleicht ist das ein Grund, dass das Recht beginnt, in dieser Realität aufzuwachen. Wir können aber sicher sein, dass diese Änderungen nicht in Washington starten werden. Das Denken ist abgestanden, Argumente sogar noch mehr. Auf beiden Seiten. Die meisten großen sozialen Bewegungen haben ihre frühesten Siege bei den staatlichen und kommunalen Ebenen gefeiert. Der Kampf um den Acht-Stunden-Arbeitstag, der in Washington, DC im Jahre 1938 endete, begann in Orten wie Illinois und Massachusetts in den späten 1800er Jahren. Die Bewegung für soziale Sicherheit begann in Kalifornien in den 1930er Jahren.

Ich weiß, was Sie denken: Sie denken, dass Occupy Wall Street und all die anderen „Kapitalismus-ist-das-Problem-Demonstranten“ spurlos verschwunden sind. Aber das ist nicht wahr. Es ist nur, dass so viele von euch Plutokraten nicht die Nachrichten hören. Viele unserer Mitbürger beginnen zu glauben, dass der Kapitalismus selbst das Problem ist. Ich bin damit nicht einverstanden, und ich bin sicher, Sie auch nicht. Kapitalismus ist die größte Sozialtechnologie, die jemals erfunden wurde, um den Wohlstand der menschlichen Gesellschaften zu erschaffen.

Aber wenn im Kapitalismus nicht gegengesteuert wird, neigt er zu Konzentration und Kollaps. Er kann entweder so verwaltet werden, damit wenige kurzzeitig oder viele langfristig profitieren. Die Aufgabe der Demokratien ist, es in die zweite Richtung zu biegen. Deswegen müssen Investitionen in der Mittelklasse geleistet werden und nicht Steuererleichterungen für reiche Leute wie uns. Der älteste und wichtigste Konflikt in menschlichen Gesellschaften ist der Kampf um die Konzentration von Reichtum und Macht. Leute wie wir an der Spitze, waren schon immer diejenigen die am Ende gesagt haben, dass unsere jeweiligen Positionen gerecht und gut sind für alle. Historisch gesehen, riefen wir nach dem göttlichen Recht. Heute haben wir Trickle-Down-Ökonomie. Was für ein Unsinn das ist. Bin ich wirklich so eine überlegene Person? Gehöre ich in die Mitte des moralischen als auch wirtschaftlichen Universums?

Meine Familie, die Hanauers, begannen in Deutschland und verkauft Federn und Kissen. Sie wanderten, von Hitler verfolgt, aus Deutschland aus und endeten in Seattle und besaßen dort ein anderes Kopfkissen Unternehmen. Drei Generationen später profitierte ich von diesem. Dann hatte ich so viel Glück wie eine Person im Internetzeitalter überhaupt nur bekommen kann und traf dabei den Kumpel namens Bezos in Seattle. Ich schaue auf den durchschnittlichen Joe auf der Straße, und ich sage: „Selbst die besten von uns werden in den schlimmsten Zeiten barfuß auf einem Feldweg stehen und Obst verkaufen. Wir sollten nie vergessen, dass die Vereinigten Staaten von Amerika seine Mittelklasse hat, anstatt uns.

Oder wir können uns zurücklehnen, nichts tun, und genießen weiter unsere Yachten.
Und warten auf die Mistgabeln.

Erschienen bei: https://independent24.wordpress.com/2014/07/03/ich-sehe-mistgabeln/

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Kommentar

32 Kommentare

  1. Das einzige, was der Autor richtig vermutet, ist das:
    „Viele unserer Mitbürger beginnen zu glauben, dass der Kapitalismus selbst das Problem ist.“
    Und dieses Problem lässt sich nicht beheben, indem alle ein bisschen mehr konsumieren dürfen. Das Gegenteil ist richtig.

    • Vollkommen richtig; der Kapitalismus + Imp. ist eben nicht in der Lage die Konzentration von Reichtum und Macht in wenigen Händen zu verhindern und dadurch sich selbst zu eliminieren. Nur Mistgabeln allein sind auch nicht ausreichend.
      Das war einmal als Fordismus benannt: „Im Jahr 1914 verdoppelte Henry Ford etwa den Tageslohn seiner Arbeiter auf fünf Dollar.“ Die Zeit danach begann so richtig in den 1970iger Jahren bei gleichzeitigem Wegfall der Golddeckung nach dem kostspieligen Vietnamkrieg in den USA. Aber wie schon von Nick Hanauer vermutet, die Superreichen machen weiter mit Gier bis zum Ende.
      Und @macmarine „zu wenig und viel zu spät“ stimmt wohl, denn die sind zu mächtig und ein wenig ausbessern, reicht auch nicht.

    • Es gab anscheinend wie zu erwarten einen ähnlichen Zusammenhang auch bereits vor Jahrhunderten. Und zwar wurde nach Zerstörung durch die Mongolen Land verteilt, um der Landwirtschaft des feudalen Chinas einen guten neuen Start zu geben mit dem Erfolg, dass China in der Zeit 1300 – 1600 die größte Handelsflotte +Kriegsflotte der Welt besaß. Leider blieb es nicht dabei und Eigentum sammelte sich wieder bei der Obrigkeit, was eben genau den gegenteiligen Effekt hatte und das Ende kennt man ja mit schwachem China und Aufteilung in Einflusszonen der europäischen Kolonialmächte.
      Natürlich kennen wir auch bereits in Europa den Crash im 13. Jh. und die Freihandelsbanker + Hochfinanz ruinierten schon damals die ganze Wirtschaft, „geht auch“

  2. Wohlstand macht frei und unabhängig und gefährdet damit das Bruttosozialprodukt siehe 68′er Bewegung, um die Leistungsbereitschaft zu erhalten ist eine gezielte Verarmung der Erwerbsfähigen zwingend angesagt

    • @Course, heißt das dann, wenn ich 5000€ Brutto verdiene, dass ich dann automatisch genug Geld habe und faul werde, weil es dann mal reicht? Totaler non Sense…

  3. Man beachte das Motiv dieses Gegensteuernwollens – Angst vor Mistgabeln.

    Überhaupt kein Unrechtsbewußtsein hinsichtlich seiner Kapitalakkumulation und Zockertätigkeit.

    Solche Leute haben weder Anstand noch Charakter, haben vermutlich in ihrem ganzen Leben noch nie richtig gearbeitet. Und sein Eltern sollen ebenfalls nicht gearbeitet haben, sondern durch Handelsgewinne, was nichts anderes als andere Leute übern Tisch ziehen ist ihr Einkommen erziehlt haben.

    Ihm dämmert offenbar bis heute nicht, warum man in Deutschland mal Juden gehaßt hat und seine Familie ausreisen mußte.

    Rassismus? Das ist zu simpel – von Nichts kommt Nichts.

    • @Richard
      „kein Unrechtsbewußtsein … weder Anstand noch Charakter“

      Das gibt er doch eigentlich auch zu. Der Unterschied zu anderen der weniger als 0,1% ist nur, dass er das Ende sehen kann.

      Ja und betreffs „Jude“: da hat der Hitler einigen wohl einen großen Dienst erwiesen in seiner okkulten Ideologie. Wer von denen, die nur dem Geld huldigen, hat denn jüdischen Glauben? Und wenn, dann vielleicht wie Inquisition und Hexenverbrennung zuletzt, nur um an Eigentum zu kommen und sonst nichts!

      Das geht wie in der Vergangenheit bereits bis zum bitteren Ende!
      Wird Zeit, dass Dinge wie Gorbatschow beiseite gelegt werden und man wie Andreas Popp Gedanken macht.

      • Jüdischer Glaube spielt da m.E.n. eher eine geringere Rolle. Da sehe ich eher ein in einer Gruppierung überdurchschnittliches Praktizieren von unproduktiver- wie unanständiger Einkommensgenerierung.

        Fehlverhalten, um nicht zu sagen asoziale Verhaltensmuster rufen in der Mehrheitsgesellschaft logischerweise Abneigung hervor. Das ist bei der jüdischen Gruppierung so – aber auch bei Zigeunern.

        Gefährlich wird die Zinswucherei, wenn in Fällen wie GoldmanSachs, Soros und Konsorten deren Gelder ganze Volkswirtschaften a la Griechenland oder gar Europa destabilisieren.

        Diese Mischpoke hat keinerlei Ethik oder Anstand und muß von der Gesellschaft unschädlich gemacht werden.

        • Apropos Andreas Popp:

          Ist es wahr, dass er sein Einkommen als Vorstandsvorsitzender, wie er selber einräumt nicht verdient hat und deswegen jetzt reich ist – im Gegensatz zu den vielen Arbeitern, die nicht reich werden jedoch Meniskus- oder Bandscheibenkrank?

          Hat Herr Popp dieses Geld an diese Arbeiter zurückgegeben, oder hört da sein Anstand schnell wieder auf?

          Ich halte nicht viel von Leuten, deren Anstand bei ihrem Geldbeutel aufhört. Umso weniger, wenn sie dann noch in der Öffentlichkeit den Messias spielen wollen.

        • @richard:sie übernehmen die argumentation der nazis.die trennung von raffendem und schaffendem kapital.und sie verteidigen das ganze auch noch und relativieren millionenfachen massenmord.ja, sie sind ein antisemit und rassist.ein waschechter.nicht nur dem strukturellen antisemitismus ihrer „argumentation“ aufgesessen, sie tragen diesen hass auf andere menschen in sich.karl marx hat schon vor 150 jahren gut erklärt wo hier der denkfehler liegt.und nach dem holocaust, sollte es jedem halbwegs logisch denkendem menschen möglich sein zu verstehen, dass es eben nicht nur das zinssystem ist, sondern der besitz von geld, macht und produktionsmitteln ohne die demokratische kontrolle möglichst vieler menschen.

          • Diffamierungen sind die Mittel der Herrschen und ihrer Helfer – allein ein Argument sind sie nicht.

            Alexander Solschenizyn, Bobby Fischer, Norman Finkelstein? Ach ja – Antisemiten!

            Es heißt, der getroffene Hund jault am lautesten…

    • Ich versteh nicht warum du den Typen jetzt so runter machst, er sieht wenigstens ein was dort falsch läuft und versucht etwas dagegen zu unternehmen.

      Er hatte halt damals die Möglichkeit dazu viel Geld zu machen und hat diese genutzt, ich denke das würde jeder Mensch in seiner Situation tun. Wenigstens ist er nicht so abgehoben wie die anderen Super-Reichen und redet sich selbst ein, dass er verdient hat soviel mehr Geld zu verdienen als alle anderen. Es ist leicht solche Leute aus unserer Position zu verurteilen, was jedoch zu verurteilen ist, ist das System an sich, welches erst solche Super-Reichen kreiert und nicht die einzelnen Personen die ihre Chance nutzen und Gewinn daraus schlagen, das ist leider menschlich.

      • Er versucht nicht, den Mißstand zu beseitigen. Er postuliert eine leichte Kapitalismusmodifikation, um diesen weiter am Leben zu erhalten – damit er weiter auf Kosten der Bevölkerung wie die Made im Speck leben kann. Der sieht im Grundsatz überhaupt nichts ein.

        Ein Brandstifter gebärdet sich als Feuerwehrmann.

        Möglichkeiten zum Gesellschaftsbetrug machen diesen nicht legitim, zumindestens nicht in ethischer Hinsicht.

        Berreichert sich jemand durch Zinswucher, muß jemand anderes dafür schlechter leben.

        Welche Arbeitsbedingungen haben doch gleich die Mitarbeiter bei Amazon? Reden wir da resultierend von Kinderarmut? So eine Überraschung!

    • Was ist denn so verwerflich an seinem Motiv – der „Angst vor den Mistgabeln“?
      Und was ist so verwerflich an der Art und Weise, wie er sein Geld gemacht hat? – Solange es genügend andere gibt, die das Spiel mitspielen, solange gibt es halt Gewinner und Verlierer. Moralsiches Rumgejammere hilft dabei niemandem weiter. Wenn Menschen sich Geld gegen Zins leihen – und andere dadurch reich werden – so what??!

      Die Argumente, die er nennt, sind rational (zwar nicht ganz vollständig – da fehlen noch ein paar Aspekte, aber eben durchaus rational). Und die greifen erheblich eher als gut gemeintes – aber eben letztlich ziemlich dummes – moralisches Rumgesäusel.

      Just my 2 cent.

      • Hütchenspiele werden nicht durch die Existenz von Opfern anständig.

        „So what?“? Geldanhäufung wie wir sie durch Zinswucher beobachten ist immer auch politisch und sorgt für Einkommensungerechtigkeit und gesellschaftliche Schräglagen jedweder Art bis hin zur Demontage der Demokratie, Stichwort Lobbyarbeit, Nebenjobs, Medienkonzentration.

        Geld ist Macht. Demokratisch nicht legitimierte Macht ist der Garant für Krieg, Kinderarbeit und Armut.

        „Moralisches Rumgesäusel“? So kann man es nennen – vorausgesetzt man akzeptiert Scheuklappen groß wie Scheunentore gegenüber Arbeitsbedingungen bei Amazon.

  4. Es ist gut zu sehen, dass die überreichen Hanauers untereienander nicht völlig eins sind und die ersten von ihnen anfangen, von Mistgabeln zu träumen. Bei uns sind ja auch ein paar Unternehmer für das bediningslose Grundeinkommen, ohne deswegen ihren Mitarbeitern sehr viel mehr zu lassen als andere auch. Noch nie aber hat sich ein marodes Wirtschaftssystem aus sich selbst heraus reformiert!

    Interessant finde ich den Gedanken, dass vor der Revolution der Polizeistaat kommen könnte. An dem wird ja gerade weltweit hart gearbeitet, wenn auch wegen ganz anderen Interessen. Kommt einmal One World, kann sich leicht ein Einzelner oder eine Clique an die Spitze setzen.

  5. Intereressante Einsichten eines der „oberen 10.000“. Aber korrigiert mich, wenn ich falsch liege, aber ist sein guter Kumpel Jeff „Amazon“ Bezos nicht ständig wegen Mitarbeiter (Entlohnung, Führung etc) im Gespräch?
    Haben sich die beiden nur lieb oder versucht Hanauer auch mal, Jeff zu überzeugen, Amazon zu revolutionieren und die Gründe für die Mistgabeln zu reduzieren?

  6. Sehr geehrte Kommentatoren! In früheren Zeiten wurde ich zum Teil geprägt von einer Ideologie in der damaligen DDR ohne einer Partei anzugehören die uns suggerierte Alle sind gleich und Alle besitzen die Produktionsmittel zu gleichen Teilen ohne Ausbeutung. Doch wenn meine Verwandtschaft aus der damaligen BRD zu Besuch da war, konnte ich als junger Mensch sehr schnell feststellen, wer den deutlich besseren Lebensstandard vorweisen konnte. Wenn ein Herr Nick Hanauer eine schonungslose Abrechnung des Casino Kapitalismus betreibt, dann verdient er Anerkennung und Gehör. Jetzt im reiferen Alter habe ich gelernt die Dinge nicht nach schwarz und weiß ,gut und schlecht zu bewerten sondern kritisch Alternativen zu hinterfragen.

  7. Vergessen Sie bitte nicht die Geiz ist geil Mentalität vieler Verbraucher zu hinterfragen die Verwerfungen in der Wirtschaft und Gesellschaft ermöglichen und einen asozialen ,,Wettbewerb“ begünstigen. Sagte schon Henry Ford Träger des goldenen Ehrenabzeichens der NSDAP Autos kaufen keine Autos oder ich muss meine Arbeiter so bezahlen das Sie sich ihre T Ford Modelle auch leisten können. Selbst Winston Churchill lag nicht ganz verkehrt, als er sagte,: Sozialismus ist der gleichmäßig verteilte Mangel oder Elend! Der verrückte Bayern König Ludwig ruinierte einst die Staatsfinanzen durch den Bau seiner Prunkbauten und nur der preußische Kredit Bismarcks verhinderten den völligen Staatsbankrott.

  8. Wenn auch nicht vom exzentrisch, verrückten König Ludwig beabsichtigt, so besuchen doch Millionen Touristen Bayern und spülen viel Geld in die bayrische Wirtschaft. Mit diesem Beispiel möchte ich darauf hinweisen, das die Welt voller Widersprüche ist und ein ständiger Kampf erforderlich ist um mit Bildung und Aufklärung die Zivilisationen vor dem Kollaps zu bewahren. Eine Leistungsgesellschaft ist die Grundlage für eine gerechte Verteilung in der Gesellschaft und keine Ideologien und Religionen die uns bevormunden oder vertrösten auf das Jenseits. Wenn die Menschen in ihrer Gier und unkontrollierten Vermehrung die Erde weiter ruinieren , dann sind uns die ebenfalls Staaten bildenden Ameisen voraussichtlich weit überlegen.

  9. Herr Richard ihre Kommentare sind zum Teil für mich nachvollziehbar und provozieren aber auch gleichzeitig gelegentlich meine Ablehnung . Sie erkennen richtig das eine sich auserwählt haltende Kaste seit Generationen die Regierungen fast aller Länder kontrolliert und mit Betrug ,Krieg, Chaos und Elend Staaten terrorisiert um danach mit Schulden und Zinseszins Strukturen zu schaffen die allmächtige Kriegstreiber befähigt alles zu erwerben wie Land ,Rohstoffe, Firmen um die Weltherrschaft endgültig zu erlangen. Wenn allerdings Dirigenten, Ärzte, verdienstvolle Wissenschaftler und ehrbare Unternehmer jüdischer Abstammung zum Wohle der Gesellschaft agieren, sollten Sie selbstverständlich geachtet werden mit gleichen Rechten und Pflichten.

    • „Wenn allerdings Dirigenten, Ärzte, verdienstvolle Wissenschaftler und ehrbare Unternehmer jüdischer Abstammung zum Wohle der Gesellschaft agieren, sollten Sie selbstverständlich geachtet werden mit gleichen Rechten und Pflichten.“

      Da stimme ich Ihnen zu – ausgenommen bei Unternehmern. Letztere, und damit meine ich auch Unternehmer jeder Nation halte ich für Berufsbetrüger.

      Generell unterscheide ich zwischen einem Arzt und einem Unternehmer. Dazwischen liegen m.A.n. Welten.

  10. Der technische Fortschritt macht immer mehr Arbeit durch Kapital ersetzbar. Die Arbeitnehmer müssen immer geringer Löhne akzeptieren, um die Arbeit zu behalten. Da für die meisten Haushalte das Erwerbseinkommen die einzige Einkommensquelle ist, nimmt die Massenkaufkraft ab. Die kleine Gruppe der Superreichen hat mehr Einkommen, als für den Konsum notwendig ist. Es kommen zu einem Ausfall der Nachfrage, den der Staat durch Verschuldung ausgleichen will. Auf Dauer kann dies aber nicht funktionieren. Um die Massenkaufkraft wieder herzustellen, muss entweder mehr umverteilt werden, oder jeder Haushalt erhält zusätzlich zum Arbeitslohn Kapitaleinkommen. Die Beteiligung am Produktivkapital ist daher langfristig die einzige Lösung.

    • Der Kapitalismus muss der Menschheit dienen. Das Ziel der Menschheit muss es sein gar nicht mehr zu arbeiten (malochen) (Produktivität und Effizienz machen es möglich) sondern sich auf die nächst-wichtigeren Dinge wie geistiges Wachstum (und icht materielles Wachstum) konzentrieren können.

  11. Kapitslismusgegner kann immer wieder nur gesagt werden, dass das Umverteilungsproblem kein Systemfehler des Kapitslismus ist. Es ist viel mehr die aufgrund der Staatsgewalt durch zentrale Regulierungen verursachte Problem, dass sich einzelne Konzerne gegenüber kleineren mittelständischen Unternehmen durchsetzen können!

    Alles andere führt unweigerlich zu mehr Staatsregulierungen. In eine politische Interventionsspirale.
    Diese kommt einzig einer kleinen Anzahl an Unternehmen zugute…

  12. Dann fasse ich mal eben zusammen: „Jungs wir dürfen unsere Kühe nicht zu heftig melken, sonst sterben sie uns weg. Macht ein wenig langsamer, dann haben wir viel länger was von ihnen“

    Ich kann nicht verstehen, wie man diesem Mann Sympathie zusprechen kann. Seine Angst sollte uns nur als reine Information dienen…