in Wirtschaft

Eine der großen Schwächen der EU, oft beklagt von Kritikern, ist der Umstand, dass Regelungen in einem Land durchaus schnell für alle anderen Länder gelten können. Einen besonders schwerwiegenden Fall hat nun heise.de aufgegriffen. Das Großunternehmen Google wird demnach eine Zulassung bzw. eine Lizenz zum „Speichern und Transferien von elektronischem Geld“ nutzen. In Litauen. Das Land hat etwas weniger als drei Millionen Einwohner, könnte damit aber zum Einfallstor für diese neuen Google-Geschäfte werden.

Weltkontrolle

Der erste Kritikpunkt daran ist allgemeiner Natur. Wer das Geld beherrscht, heißt es in verschiedenen Bonmots, beherrsche die Welt. Google beherrscht ohnehin weite Teile des Datenverkehrs – durch Suchen, durch Reiserouten, durch Mailverkehr und weitere Dienstleistungen. Speichert und transferiert Google auch Geld, wird es zum wichtigen Informationsträger in der Finanzindustrie und kann zudem auf diese Weise am Ende selbst sogar Geld erzeugen. Wer Geld – in diesem Fall elektronisches Geld – speichert, der kann daraus technisch Geld schöpfen. Jeder Kredit, der vergeben wird, stellt per definitionem Geld dar. Neues Geld.

Noch ist Google damit keine Bank. Doch es wird auf diese Weise zumindest digitales Geld entstehen. Zudem darf Google sogenannte elektronische Geldbörsen erzeugen. Die Banken, die bislang tätig sind, werden daran nicht beteiligt. Kredite kann Google rechtlich betrachtet bis dato mit dieser neuen Lizenz nicht vergeben. Noch nicht.

Wie lange dieser Zustand dann so anhält, steht in den berühmte Sternen. Google kann noch nicht sagen, was es mit der Lizenz vorhat. Oder Google will es nicht sagen. Die Dramatik ergibt sich aus Sicht von Kritikern nicht aus dem Umstand, dass elektronische „Banken“ existieren, die ohnehin schon in einer Vielzahl vorhanden sind, sondern in der Zusammenballung der Macht bei Google und vor allem in dem Umstand, dass dies dann EU-weit gelten dürfte. Eines nicht allzu fernen Tages.

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