in Wirtschaft

Die Bereitschaft zu größeren Ausgaben nimmt in Deutschland im Vergleich zu den Vormonaten wieder ab. Das zumindest ergibt sich aus der Veröffentlichung des jüngsten GfK-Konsumklimaindex. Volkswirte hatten hingegen mit einem erneuten Anstieg gerechnet.

GfK-Konsumklimaindex lässt unerwartet nach

Am vergangenen Dienstagmorgen teilte die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) mit, dass der aktuelle Konsumklimaindex für März 10,4 beträgt. Das markierte einen der niedrigsten Werte der vergangenen zwei Jahre. Im Vergleich zum Februar sind das 0,3 Punkte weniger. Volkswirte wurden von der Veröffentlichung der Zahlen kalt erwischt, denn sämtliche Prognosen sahen den Index steigend.

Der GfK-Konsumklimaindex gilt als wichtiger Indikator für das Konsumverhalten deutscher Verbraucher. Er stellt somit auch eine Art Wegweiser für die konjunkturelle Entwicklung Deutschlands dar. Ermittelt wird der Index durch eine allmonatliche Umfrage, welche 2.000 Verbraucherinnen und Verbraucher umfasst. Im Detail geht es bei den Fragen um Einkommens- und Konsumerwartungen für die nächsten zwölf Monate. Es geht aber auch, um die Bereitschaft Geld für neue Anschaffungen auszugeben.

GfK rechnet mit Anstieg der privaten Ausgaben um 1,5 Prozent

Laut GfK sehen die deutschen Verbraucher die konjunkturelle Entwicklung in Deutschland zwar positiv, aber die Unsicherheit beim Einkommen steigt. Niedrigere Einkommenserwartungen resultieren so in „weniger Bereitschaft zu größeren Ausgaben.“

Dennoch ist davon auszugehen, dass der Konsum in diesem Jahr eine wichtige Stütze der wirtschaftlichen Entwicklung in Deutschland sein wird. Dies setzt allerdings voraus, dass die Verunsicherung, die durch Brexit und Handelskonflikt entstanden ist, nicht weiter zunimmt.

GfK-Experte Rolf Bürkl besänftigt damit das Resultat für März ein wenig. Zudem rechne die GfK mit einem Anstieg der privaten Ausgaben der deutschen Verbraucher um 1,5 Prozent in diesem Jahr. Ein anderer Index, nämlich der Ifo-Geschäftsklimaindex, unterstreicht diese Annahme. Dieser stieg nämlich seit fünf Rückgängen in Folge erstmals wieder.

Die Furcht vor einer sog. Rezession dürfte somit zunächst vom Tisch sein. Dennoch senkten viele Finanz- und Wirtschaftsexperten ihre Prognose für das Wirtschaftswachstum in der Bundesrepublik in 2019. Während die Bundesregierung selbst von 1,0 Prozent Wachstum ausgeht, sehen Institute, wie das Ifo-Institut, nur noch ein Plus von 0,6 Prozent. 2018 hatte das Wirtschaftswachstum in Deutschland noch 1,4 Prozent betragen.

GfK-Konsumklimaindex für die kommenden Monate positiver erwartet

GfK-Experte Bürkl sieht das alles weniger dramatisch. Denn wenngleich die Wachstumsaussichten in Deutschland für 2019 tatsächlich mau aussehen, die Konsumbereitschaft dürfte davon weniger stark berührt werden. So zumindest seine Einschätzung.

Die stabile Lage auf dem Arbeitsmarkt mit einer weiter steigenden Erwerbstätigkeit sorgt dafür, dass die Verbraucher auch künftig bereit sein werden, ihr Geld auszugeben – zumal das Sparen aufgrund der Niedrigzinsphase keine attraktive Alternative.

Abschließend sollten  wir allerdings nicht vergessen, dass die Aussichten auf 2020, 2021 und 2022 nicht die Besten sind. Es droht Stellenabbau bei vielen Firmen, Fusionen und Kooperationen, die mit weiteren Stellenstreichungen einhergehen könnten und ein globaler Rückgang der Wirtschaftsleistungen, besonders durch den Handelskonflikt zwischen China und der USA, aber auch durch den Brexit, sofern dieser kommen sollte. Letzteres könnte sich noch diese Woche klären.

Autor: Thomas Schmied

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