in Wirtschaft

Über das Für und Wider des sogenannten „Fachkräftemangels“ wird ja nun schon seit einiger Zeit immer umfassender diskutiert. Einige  Informationen, die zu einer objektiveren Erfassung und Beurteilung der wirklichen Situation beitragen können, möchte ich hier gerne vorstellen.

Bereits am 20.12.2012 wird in der Überschrift eines Artikels in der Wirtschaftswoche über den „so genannten Fachkräftemangel“ geschrieben. Wesentlich ist, dass hier schon zugegeben wird, dass „diejenigen, die (den Begriff des Fachkräftemangels) prägten, sich in der öffentlichen Wahrnehmung und vor allem bei den politischen Entscheidungsträgern weitgehend durchgesetzt haben.“ Und zwar „parteiübergreifend“.

Es interessiert also nicht, wie genau sich der Begriff „Fachkraft“ definiert. Ebensowenig interessiert, ob und wenn ja wo genau denn tatsächlich ein Mangel herrscht. Interessant ist lediglich, ob sich ein Begriff oder Schlagwort in der öffentlichen Wahrnehmung sowie vor allem bei den politischen Entscheidungsträgern durchsetzen kann. Objektivität spielt da demnach also keine Rolle.

In dem besagten Artikel der Wirtschaftswoche wird zudem auch noch berichtet, dass „das Erfolgsgeheimnis wie bei jedem Kampfbegriff darin steckt, dass die Behauptung, die er transportiert, als erwiesene Tatsache akzeptiert wird“. Was nicht weniger heißt, dass es bei den Klagen über einen „Fachkräftemangel“ eigentlich nur um pure Propaganda geht. Die Frage ist nur, zu welchem Zweck? Denn schließlich ist „die Frage des Fachkräftemangels keine neutrale, objektiv zu beantwortende, sondern immer von Interessen beeinflusst“. Und dass „Arbeitgeber immer großes Interesse an einem großen Angebot des Arbeitsmarktes haben, nicht zuletzt um die Entlohnung niedrig halten zu können“ hat sich mittlerweile ebenfalls herumgesprochen. Ebenso die Tatsache, dass es „für Arbeitgeber in jedem Fall … sinnvoll ist, einen Fachkräftemangel zu behaupten und den Staat dazu zu veranlassen, das Arbeitskräfteangebot möglichst groß zu machen“.

Nachdem das ganze nun immer mehr als Propaganda von Lobbyisten der Arbeitgeberseite enttarnt wird, wird von Seiten der Wirtschaft nicht etwa mehr Objektivität und Besserung gelobt. Denn wenn der Hauptgeschäftsführer des Bayrischen Wirtschaftsverbandes kommentiert, dass „dieser Befund dennoch nicht dazu veranlassen darf, die Bemühungen zur Fachkräftesicherung ruhen zu lassen“, ist dies ja wohl ein Eingeständnis dafür, dass es unseren Wirtschaftsführern lediglich darum geht, sich selbst an möglichst qualifizierten und möglichst billigen Arbeitskräften zu bereichern.

In einem anderen Artikel der Wirtschaftswoche vom 8.1.2013 geht ein Herr Werner von Beyer, Partner bei der Personalberatung QRC Group noch eingehender auf die bereits im vorangegangenen Artikel begonnene Argumentation ein, dass es beim angeblichen Mangel sehr häufig nicht um harte Fakten, sondern um die Wahrnehmung der vorhandenen Bewerber durch die Personalverantwortlichen geht. Von diesen beklagen sich offenbar viele dass „die Kandidaten nicht logisch denken könnten … sprachliche Schwächen aufweisen … die Teamfähigkeit fehlt … es an teils ganz grundlegenden Fähigkeiten im Bereich der Soft Skills mangelt“. Nicht nur der Begriff der bereits berühmt berüchtigten „eierlegenden Wollmilchsau“ wird hier wieder einmal genannt. Ebenfalls wird auch darauf hingewiesen, dass „Unternehmen zu wenig in die firmeninterne Ausbildung eigener neuer Mitarbeiter … investieren. Dies … wurde auf Universitäten und Hochschulen verlagert, was dort aber nur bedingt praxisgerecht umgesetzt werden kann“.

Was nichts anderes heißt, als dass die billige und willige Fachkraft verlangt wird, die ohne eigenes Zutun möglichst umfassend ausgebeutet sowie dann über befristete Verträge und Zeitarbeit möglichst kostengünstig entsorgt werden kann. Wobei sich die Ausbeutung hierbei allerdings nicht nur auf das Personal an sich bezieht. Denn das Studium wird ja nicht unbedingt nur von der zukünftigen Fachkraft sowie deren familiärem Hintergrund oder Krediten, sondern zu einem sehr großen Teil auch vom Steuerzahler finanziert. Beim sogenannten Hartz 4 ist dies dann, nach einer informellen Ausmusterung aus dem Arbeitsmarkt aus Altersgründen, ohnehin der Fall.

Werner von Beyer ist in diesem Artikel der Meinung, dass die Fachkräfteproblematik im Prinzip hausgemacht ist. Dementsprechend würde sie sich durch eine veränderte Politik auf Seiten der Wirtschaft auch beheben lassen. Wie eine solche Veränderung aussehen könnte wird nun endlich auch in einem weiteren Artikel vom 17.1.2013 genauer benannt. Dass „die Wirtschaftsverbände ein Interesse an einem großen Arbeitskräfteangebot haben, jede Arbeitspolitik dagegen nur das Ziel verfolgen kann, die Arbeitslosenquote zu verringern, was aber logischerweise die Auswahl für personalsuchende Unternehmen verringert“ wird hier offen benannt. Genauso wie dann darauf hingewiesen wird, „dass es die Aufgabe einer vernünftigen Wirtschaftspolitik wäre, beide Interessen abzuwägen. Allerdings müßte hierfür als Vorbedingung die Dialektik zwischen dem Bedarf der Arbeitgeber und dem Interesse der Gesellschaft an einer geringen Zahl von Arbeitssuchenden überhaupt erst einmal klar benannt werden“.

„Der Fachkräftemangel-Alarmismus, den die Wirtschaftsverbände schüren, und der in Ministerien und Parteien unkritisch übernommen wird“, wird hier als wenig hilfreich kritisiert. Werden darüber hinaus noch, stellvertretend für alle arbeitslosen, fachfremd oder prekär beschäftigten qualifizierten Leute, die Einzelschicksale in den dem vorliegenden Artikel nachfolgenden Links betrachtet und werden diese Einzelschicksale dann nur grob hochgerechnet, so kann eine derartige Politik sogar als extrem schädigend betrachtet werden. Denn hier wird im Prinzip ein Potential verschwendet sowie in Hartz 4, in Chancenlosigkeit und in Armut gebunden, welches im Rahmen der gegenwärtigen Wirtschaftskrise eigentlich dringend gebraucht wird, um durch Kreativität sowie die damit verbundenen Innovationen Neuerungen zu erfinden und durchzusetzen. Denn nur dies, sowie ein generelles Umdenken in vielen Bereichen führt aus der gegenwärtigen desolaten Situation heraus. Geltung findet dies in allen Bereichen. So für die Betriebswirtschaft (Freigeld, bedingungsloses Grundeinkommen), für die Naturwissenschaft (neue Energieformen, alternative Medizin), im Bildungssektor (Superlearning, Neurophon) und sicher auch für viele soziale und politische Gebiete.

Da ein Großteil dieser Leute jedoch durch Lüge verraten und bereits in jungen Jahren für dumm verkauft wurde und wird, stellt sich nur noch die Frage, wann genau sich die Wahrheit, wenn nicht herumgesprochen, so doch endgültig herumgeschwiegen hat? Und wer von den so um Ihr Leben betrogenen Betroffenen dann noch die Größe besitzt, das eigene Schicksal hintenan zu stellen sowie trotz alledem doch noch am Aufbau einer besseren Zukunft mitzuarbeiten?

Dementsprechend bleibt jetzt nur noch, Wirtschaft, Industrie, Arbeitgeber und Politik dringend aufzufordern, die Wahrheit zu Gunsten eines ehrlichen Dialoges einzugestehen. Dem interessierten Leser seien darüber hinaus noch die folgenden Links zu sehr interessanten Reportagen an die Hand gegeben.

Weiterführende Informationen:

[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=jRjWHqQqUyI[/youtube]

[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=tScNXry0NQw[/youtube]

http://blog.br.de/report-muenchen/2012/5367/die-legende-vom-heiss-begehrten-ingenieur.html

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15 Kommentare

  1. Wenn ich mir das Geschwafel von Frau Leyenhaft & Co anhöhre muss ich wirklich sagen, dass diese wirklich die besten PolitikerINNEN sind, die man für Geld kaufen kann.
    Wenn man das Geld, dass man für diese sinnlosen Beschäftigungskurse verplempert den Arbeitslosen geben würde um sich mit dem zu beschäftigen, was sie wirklich interessiert, das wäre eine sinnvolle Investition.

    • Ja das Problem ist, dass viele hoch dotierte Leute und natürlich auch andere Leute schon so embedded sind, das sie ihre Hand dafür ins Feuer legen würden, dass das alles so stimmt was dort in den Medien erzählt wird. Ich unterhalte mich viel mit Kollegen und es erschreckend, welche hoch komplexen Tätigkeiten sie täglich nachgehen und dann so dilletant in ihrem analytischen Denken über die Politik sind.

  2. Ich (Chemiker, Technischer Redakteur, Web Producer, Lektor, Community Manager) wurde bei einem telefonischen Bewerbergespräch kürzlich gefragt, ob die in meinem Bewerbungsanschreiben genannte Gehaltsvorstellung „schon meine Schmerzgrenze“ sei. Als ob das noch nicht dreist genug gewesen wäre, fragte mich mein Gegenüber, den von mir (für ein persönliches Vorstellungsgespräch vorgesehenen) in Aussicht gestellten „gewissen Verhandlungsspielraum“ sogleich und unmittelbar vollständig ausreizend, „was denn dann meine Schmerzgrenze ist“. Ich konnte nicht anders: Ich musste lachen! Wer angesichts der Fachkräftemangellegende an verzweifelte Headhunter und sich überschlagende Gehaltsanreize denkt, ist, nein wird schief…

  3. Im Übrigen kann ich allen erwerbslosen Fachkräften nur empfehlen, es mir gleich zu tun: Meine Gehaltsvorstellung wächst mit jedem Jahr in Hartz IV exponenziell an – und sei es zu keinem anderen Zweck als zur (zumindest rententechnischen) Kompensation der Hartz-IV-Deprivation! :-)

  4. Der „Fachkräftemangel“ wird auch gerne als Vorwand für weiter Einwanderung vorgeschoben. Außerdem dient er der Familienzerstörung, weil Mütter die auf ihr Kind aufpassen quasi zu Schädlingen degradiert werden die gefälligst zu arbeiten haben. Die sollen ihr Kind dann bei einem Kinderhof abgeben, damit es wie in den beiden Vorgängerdiktaturen schon in jungen Jahren politisch auf Kurs gebracht wird.

  5. Ich glaube gar nicht einmal, dass der durchschnittliche Arbeitgeber langfristige strategische Überlegungen wie „Man muss das Arbeitskräfteangebot hochhalten um die Preise drücken zu können“ anstellt (vielleicht im Gegensatz zum Arbeitgeberfunktionär), sondern dass in Wahrheit alles viel banaler ist und mit den teilweise völlig überzogenen und unrealistischen Ansprüchen der Arbeitgeber heutzutage zu tun hat. In den 70er und 80er Jahren war z.B. allgemein akzeptiert, dass ein neuer Mitarbeiter bei hochqualifizierten Tätigkeiten im F&E-Bereich erst nach ca. zwei Jahren seine optimale Produktivität erreicht. Heute soll er dasselbe Leistungsniveau bereits nach sechs Monaten erreichen, und das unter pekuniär deutlich schlechteren…

    • …Randbedingungen.

      P.S. Warum werden mir beim Schreiben mehr noch erlaubte Zeichen angezeigt als hinterher tatsächlich dargestellt werden? Da existiert auch noch Optimierungspotential.

    • wir sprechen hier von blutdeutschen biodeutschen, die arbeitslos sind

      stellen Sie sich mal vor, wie es menschen ergeht, die Mohammed oder so heissen oder TÜRGUT mit Nachnamen
      in den Personalabteilungen sitzen fast nur biodeutsche frauen, die gerne diskriminieren
      öffentlicher dienst ist mittlerweile von den Femi-nazis unterwandert worden. Männer haben bei Neueinstellungen keine chance auch wenn sie der Frau deutlich überlegen sind

      ich hatte oft tolle Männer kennengelernt (biodeutsche und migranten) die das nachsehen hatten

  6. Kredit-Angebot für Menschen in Not für Weihnachten

    Wir geben Kredite an Personen / Firmen, die ihre finanzielle Situation in der ganzen Welt zu aktualisieren, zu niedrigen Zinssatz pro Jahr müssen helfen. kontaktieren Sie uns über diese E-Mail: zenonfinancialhome@gmail.com

  7. Dieser Jens Romba, der mir aus anderen Zusammenhängen bekannt ist, würde auch keinen Job als Chemiker bekommen, wenn es tatsächlich einen flächendeckenden Fachkräftemangel gäbe: 10 Jahre Studium, 10 Jahre Promotion mit nur „cum laude“ und mittlerweile 10 Jahre arbeitslos und 50. So jemand ist keine hochqualifizierte Fachkraft mehr, wenn er denn jemals eine war. Und selbst wenn er ein Genie wäre, würde kein Arbeitgeber sich und seine restlichen Mitarbeiter mit so einem notorischen Querulanten belasten wollen.

    Ich habe in den 90ern als Dipl.-Ing. auch keinen Job gefunden, aber anstatt jahrelang herumzuheulen, habe ich mich beruflich neu orientiert und dabei in Kauf genommen, erst mal deutlich weniger zu verdienen als in meinem gelernten Beruf. Heute bin ich einigermaßen zufrieden (besser könnte es natürlich immer sein), anstatt mein Leben damit zu vergeuden, gegen Windmühlenflügel anzukämpfen.

    • Schämen Sie sich eigentlich nicht ?

      Sie sind ein ganz toller Wenn man sich auf ZEIT.DE und YOUTUBE und co. die Kommentare durchliest, dann liest man ständig Ihren Text

      was soll der Mist ?
      tun Sie bitte nicht so, als würde mit ihm was nicht stimmen !
      Er heult nicht rum. Viele Feiglinge trauen sich nicht und halten lieber den Mund aber er traut sich

  8. Es herrscht entsolidarisierung in unserer Gesellschaft
    dank HARTZ 4 und NEOLIBERALISMUS

    früher wenn Leute Arbeit verloren dann war Arbeitgeber schuld und nicht die Arbeiter in den Zeschen usw.

    Die Regierung und Politik versuchen von den Problemen abzulenken. Menschen gehen in Dresden und Leipzig auf die Strasse gegen Muslime und migranten aber nicht gegen zeitarbeitsfirmen und gegen Agentur für Arbeit usw.
    das ist doch krank oder?

    Sie sind sicher kein Einzelfall. Doch wenn man Freunde auf sie anspricht, dann wird so getan, als würde was mit Ihnen nicht stimmen
    ja ne ist klar.

    eine Solidarität gibt es bei uns nicht mehr Lieber lassen sich die Menschen davon ablenken

    Stellenausschreibungen gibt es zu Hauff doch die meisten fake