in Wirtschaft

Der Wirtschaftsexperte Gabriel Felbermayr sieht das Konjunkturpaket der Merkel-Regierung kritisch. In einem Interview mit dem „Handelsblatt“ sagte Felbermayr, er halte das „Kernstück“ des Konjunkturpaketes, die Senkung der Mehrwertsteuer für nur ein halbes Jahr, für „wenig wirksam“. Der Ökonom des Kieler Instituts für Weltwirtschaft sagte, er „sei sich nicht sicher, ob die Unternehmen für die kurze Zeit ihre Preise senken würden oder ob sie die Mehrwertsteuersenkung nicht einfach nur für sich mitnehmen würden“.

Gerade Unternehmen mit Marktmacht könnten das halbe Jahr „einfach aussitzen“, ohne die Preise für die Verbraucher zu senken. so Felbermayr. In der Corona-Krise wäre es weitaus wirksamer, die Konjunktur über größere steuerliche Entlastungen für Unternehmen anzuschieben. Die steuerliche Dimension „sei eine Enttäuschung, die Entlastung bleibe viel zu zaghaft“, so der Ökonom. Auch bei Verlustrückträgen und Abschreibungen hätte das Konjunkturpaket größer ausfallen sollen, so die Ansicht des Wirtschaftsexperten. Denn dabei handele es sich um eine Zeitverschiebung bei den Steuereinnahmen des Staates. „Anstelle der Mehrwertsteuersenkung hätte man da mehr tun können“, lautet das klare Statement des Ökonomen.

Der Gedanke, dass die Steuererleichterung durch die Mehrwertsteuersenkung am Ende gar nicht beim Verbraucher an kommt, beschleicht nun immer mehr Ökonomen. Lars Feld, Vorsitzender der Wirtschaftsweisen fürchtet: „Der Konsumeffekt der Mehrwertsteuer wird durch die Kaufzurückhaltung der Konsumenten beschränkt.“ Michael Gerling, Geschäftsführer des Handelsforschungsinstituts EHI aus Köln, sorgt sich einem Bericht des „Focus“ zufolge, dass das Paket für die Unternehmen vor allem eines bedeutet: Mehr Arbeit. „Die Mehrwertsteuersenkung hört sich erstmal gut an, für den schwer angeschlagenen Handel bringt sie aber keine Vorteile.“ Die Ökonomen vergessen einen weiteren, wichtigen Punkt zur Ankurbelung der Wirtschaft: Deutliche Steuersenkungen für alle Bürger. Was wir Ihnen empfehlen, erfahren Sie hier.

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Kommentar

  1. Ich glaube nicht, daß die Politik das wirre Senkungs-, Verschenkungs-, Kredit- und Anhebungspaket selber durchschaut?
    Die Spieltheorie besagt, daß man immer nur ein Gesamtpaket währen darf. Weil man nicht wissen, wie sich die Senkung einer Steuer im ganzen Konjunkturraum auswirkt. Der Profit wird meist von anderen Steuern, z.B. die Grund- und Gebäudesteuer (?) wieder aufgefressen. Die Änderungen sind ja nicht auf Eis gelegt. Die Benziner und Diesel sollen anders besteuert werden, die Elektroautos mit Windmühlen angetrieben; dabei gibt es für ein solches Projekt gar nicht genug Windmühlen? etc.
    Das Paket ist undurchschaubar. Man sollte die Finger davon lassen. Wir steuern sonst auf schlimme Bastelei zu.

  2. Was soll mir das bringen mit der Mehrwertsteuersenkung?
    Bei den Preissteigerungen gerade im Lebensmittelbereich reicht meine Rente nicht, um beherzter zuzugreifen.
    Ich kaufe eher weniger, weil die Preise ein Mehr gar nicht zulassen.
    Und so wird es sicher auch vielen anderen gehen, die wegen Kurzarbeit auf jeden Cent achten müssen.

  3. Man muss eigentlich alles anzweifeln, was diese „Regierung“ (bestehend aus ehem. Stasimitarbeitern) verzapft. Das jetzige Pandemie-Szenario hat bereits Song Hongbing in seinem Buch im Jahr 2010 bildlich dargestellt. Man nehme eine Pandemie, fährt die Weltwirtschaft komplett herunter, um das was übrig geblieben ist, mit Bankkrediten wieder aufzubauen. Mit dem „kleinen“ Unterschied, gegen hohe Zinsen, die dem kleinem Mann als neue Steuer aufgedonnert wird.

    • Ein effektives Verfahren, die Menschen bis aufs Letzte auszupressen. Da braucht man die Gebeutelten nicht mal anzufassen und Sorge haben, einen auf die Nuss zu kriegen.
      Der französische Karikaturist Sim hat schon vor Jahrzehnten festgestellt: Es ist leichter, die Menschen mit einem Gesetz auszuplündern als mit dem Revolver.

  4. Merkel ist nicht dazu beauftragt worden, die Wirtschaft zu retten. Ihr Auftrag ist, die Wirtschaft und Industrie in Deutschland zu zerstören. Das hat sie fast geschafft.