in Wirtschaft

Nach einem Bericht von „foodwatch.org“ hat Coca-Cola einen neuen Sponsor gefunden. Die EU-Ratspräsidentschaft. Viel mehr erfahren wir an sich nicht, sehen allerdings ein Bild. Auf dem Bild die EU-Symbole mit einem blauen Himmel und gelben Sternen. Eingefasst in einem Flaschendeckel. Auf dem steht: Coca-Cola.

Seltsames Sponsoring

Unabhängig davon, dass die EU mit ihrer Dauerpleite wahrscheinlich jeden Cent zu benötigen meint: Die Sponsorenschaft ist ausgesprochen seltsam. Denn die EU selbst versucht sich in zahlreichen Projekten, die mit der Ernährung, der gesunden Ernährung zu tun haben. Umso erstaunlicher, dass Coca-Cola als Produzent der beliebten zuckerhaltigen Limonade ausgerechnet für eine solch bedeutende Institution wie die Ratspräsidentschaft Werbung machen darf.

Dies ist nicht nur aus moralischen Gründen seltsam, sondern in erster Linie aus politischen. Ein bürokratisches Vorschriftensystem wie das der EU muss bei den kleinstmöglichen Regelungen, die hier getroffen werden, den Eindruck von Bestechlichkeit ganz offensichtlich vermeiden. Genau dies allerdings gelingt hier nicht.
Coca-Cola stellt u. a. „Diet“-Produkt her, bei uns bekannt als „Light“-Produkte. Viele Ernährungswissenschaftler sehen keinen gravierenden Unterschied zu sonstigen Getränken dieser Art. Die Ersatzstoffe machten süchtig nach Zucker, so die Kritik. Nach „echtem“ Zucker. Würde dies Gegenstand der politischen Diskussion sein, könnte nicht ein Betroffener gleichzeitig Sponsor sein, so die Kritik.

Dies scheint die EU jedoch nicht so zu sehen, sonst wäre sie nicht so naiv offen in der Vergabe ihrer Werbeplätze. Überraschend, dass bislang noch kein Aufschrei durch die Öffentlichkeit gegangen ist. Denn die EU sollte gerade bei der Ratspräsidentschaft vorsichtig sein. Im EU-Rat sitzen die Vertreter der jeweiligen Staatsregierungen – und bilden somit so etwas wie die letzte kleine Kette hinein in die Einzelstaaten und damit auch zu Wahlen. Die EU-Kommission, so der Eindruck, würde ohnehin machen, was sie will. Demokratische Kontrolle finde kaum statt. Umso erstaunlicher dieser neue Sponsor bei der EU-Ratspräsidentschaft.

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Dein Kommentar

Kommentar

  1. „Überraschend, dass bislang noch kein Aufschrei durch die Öffentlichkeit gegangen ist.“
    Überraschend finde ich das nun gerade nicht. So ein „Aufschrei“ geht ja immer nur dann durch die Öffentlichkeit, wenn unsere ‚wohlmeinenden‘ (System)-Medien einen Hype daraus machen.
    Und der bleibt nicht zufällig aus, sondern ganz bewusst!
    Nicht einmal von den verquirlten Grünen kommt so ein Aufschrei – wo sie doch sonst so sehr um unsere Gesundheit besorgt sind. :-)
    Und warum nicht?
    Wenn man diesen Text (sinngemäß)! von hinten nach vorn liest weiß man es!

    Im Übrigen können sich Juncker & Konsorten vor mir aus ein Coca-Cola-Shirt anziehen und einen Glyphosat-Sticker an die Stirn nageln. Das interessiert mich so sehr … nun ja, der Sack Reis in China.