in Wirtschaft

Das Thema Altersvorsorge ist auch längst bei den Grünen angekommen. Zum einen steigt die Altersarmut breiter Teile der Bevölkerung. Zum anderen entsteht hier auch eine attraktive Wählergruppe, werden es doch demografisch bedingt mehr und mehr Ältere sein, die über die Zusammensetzung der Parlamente bestimmen. Die Grünen hatten dazu die Vorstellung, einen „staatlichen Fonds“ wie etwa in Norwegen aufzulegen. Nur sollte es hier auch garantierte Rückzahlungen geben, war zumindest der öffentlichen Diskussion zu entnehmen. Der Staatsfonds in Norwegen hat 2018 fast 50 Milliarden Euro verloren – und demonstriert unfreiwillig, dass die Politik in Deutschland allgemein und auch die Grünen es bestenfalls gut meinen. Die Finanzmärkte funktionieren schlicht anders.

Staatsfonds in Norwegen: Wenn das Öl keine Rendite abwirft

Norwegen sitzt regelrecht auf Öl. Der Staatsfonds, der das Geld für Bürger investiert, ist dementsprechend auch quasi ein „Ölfonds“, an dem sich Bürger beteiligen. Eine schöne Sache sicherlich, solange die Preise nicht zusammenbrechen. Das ist 2018 zwar nur bedingt geschehen, es reichte allerdings für einen Verlust von 6,1 %. Das sind die genannten annähernd 50 Milliarden Euro. Immerhin ist der Fonds Ende 2018 noch 850 Milliarden Euro wert gewesen, er dürfte also so rasch nicht untergehen.

Nur zeigt sich hier ein Dilemma: Wer in Beteiligungen investiert, also in Aktien, geht grundsätzlich marktwirtschaftliche Risiken ein. Die Beteiligungen – in der Regel in Form geschlossener Fonds oder vor allem als Aktien, die an Börsen gehandelt werden -, verlieren oder gewinnen ihren Wert durch die Angebote anderer Marktteilnehmer. Unabhängig vom „inneren Wert“, jedenfalls für längere Zeit. Die Kurse schwanken, und kein Investor kann diese Schwankungen ermitteln.

Möchten die Grünen – beispielsweise – staatliche Garantien, dann kosten diese Geld. Immer, unabhängig davon, ob Steuerzahler, Bürger oder wer auch immer dafür aufkommt. Garantien werden so konstruiert, dass der schlechtere Fall durch gegenläufige Wetten an den Terminmärkten finanziert werden. Damit setzt ein Investor, hier der Fonds, Geld des Fonds ein, um sich abzusichern. Ob der Staat garantiert oder – auch hier – wer auch immer: Garantien lassen sich demnach nur auf Kosten der Rendite errichten.

Das muss gesagt sein. Öffentlich. Je stärker die Märkte schwanken, desto teurer werden auch die Garantien – zu Lasten der Renditen. Also ist dies – grob formuliert – eine Milchmädchenrechnung. Wer „kapitalgedeckt“ die Altersvorsorge organisieren möchte, kann dies mit einem „Staatsfonds“ machen, sollte jedoch so ehrlich sein, das Risiko zu benennen. Und deshalb müssen Menschen die Wahlfreiheit haben, ob sie daran teilnehmen oder nicht. Die Grünen und andere Sozialpolitiker denken oder dachten allerdings offenbar an eine Zwangsspar-Form mit Garantie. Dass dies nicht funktionieren kann, zeigt der Staatsfonds in Norwegen und die oben genannte Überlegung: Garantiert ist nichts. Wer Garantien kauft (oder ausspricht), verbrennt das Geld der Anleger – oder des Staates.

Dabei ist das Kapitalsparen vergleichsweise einfach: Wer die Unternehmen Geld verdienen lässt, kann auch davon ausgehen, dass die Gewinne steigen. Steigende Gewinne sorgen über kurz oder lang immer dafür, dass auch die Beteiligungen teurer werden, sprich: Die Aktien. Dann allerdings dürften SPD und Grüne nicht permanent darüber sinnieren, dass diese „Gewinne“ stärker besteuert werden sollen.

Der Widerspruch zwischen Besteuerung von Gewinnen und den Zwangsfonds sowie teuren Garantien zeigt: Verlassen Sie sich nicht auf die Expertise dieser Politik.

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