DIW-Präsident: Mindestlohn könnte Arbeitsplätze kosten

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Köln – Laut dem Präsidenten des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher, könnte die Einführung eines flächendeckenden Mindestlohns in Höhe von 8,50 Euro pro Stunde Arbeitsplätze kosten.

Nach DIW-Berechnungen verdienen 5,6 Millionen Menschen in Deutschland weniger als 8,50 pro Stunde, sagte Fratzscher am Dienstag im „Deutschlandfunk“. Es bestehe durchaus die Gefahr, „dass nicht alle 5,6 Millionen Menschen wirklich einen Wert von 8,50 für ihr Unternehmen erwirtschaften“.

In diesem Falle könnten die Unternehmen sagen, dass sie die Menschen nicht weiter beschäftigen können, wodurch die Arbeitslosigkeit steige. Allerdings könne „eigentlich keiner wirklich eine seriöse Zahl nennen, wie viele Beschäftigte gefährdet sind“, so Fratzscher.

„Wir haben eine solche Erfahrung noch nie gemacht mit einem flächendeckenden Mindestlohn. Auch der Vergleich mit anderen Ländern ist extrem schwierig. Wir reden also hier von einem Feldexperiment, von etwas komplett Neuen.“

Dies mache den Mindestlohn so gefährlich, da man nicht wisse, wie viele Menschen „wirklich ihre Beschäftigung verlieren“ werden, so der DIW-Präsident. (dts)

8 Kommentare zu "DIW-Präsident: Mindestlohn könnte Arbeitsplätze kosten"

  1. (Teil 1)
    „Könnte…“?! Ein Mindestlohn WIRD Arbeitsplätze kosten. Ein Unternehmen das mit Mühe und Not noch schwarze Zahlen schreibt, muss entweder Angestellte entlassen oder die Preise anheben… oder ganz dicht machen. Manche Geschäftsmodelle werden dann überhaupt nicht mehr tragbar sein.
    Und so hat dann ein Teil der Geringverdiener (vorerst) tatsächlich etwas vom Mindestlohn, während der andere (entlassene) Teil darunter leidet.

    Und man denke doch einen Schritt weiter: Ein Mindestlohn wird letztlich alle Produkte teurer machen, da ja die Herstellungskosten (Personalkosten) höher sind. Manche Unternehmen mögen das verkraften, aber die meisten sind doch eher auf Kante genäht.

    • (Teil 2)
      Unter gestiegenen Preisen leiden vor allem die Geringverdiener, da diese einen großen Teil ihres Einkommens für Konsum ausgeben (müssen).
      So hat am Ende niemand etwas vom Mindestlohn: Das Mehreinkommen der noch arbeitenden Geringverdiener wird von den höheren Preisen wieder geschluckt, die entlassenen Geringverdiener sind arbeitslos, die Unternehmen verdienen weniger und die Sozialausgaben steigen wegen höherer Arbeitslosigkeit.

      • Sie haben recht.
        Das einzige was uns helfen kann ist der flächendeckende und branchenübergreifende Niedrigstlohn.
        Alle nur noch 3,50 € die Stunde. Vom Ungelernten bis zum Spitzenmanager.
        Denn dann sinken die Preise und das Leben wird billig.

  2. Wie kann man am sozialen Leben teilnehmen, wenn man so gut wie nichts verdient? Die Preise werden vom Markt vorgegeben! Und höhere Nachfrage kann auch zu mehr Beschäftigung führen. Und vielleicht steigen nicht die Preise, sondern es sinken die Gewinne der Elite.

  3. Das Ersetzen des Mindestlohnes durch die Peitsche hat sich in der Vergangenheit schon als wenig produktiv erwiesen. Hauptsache die, die Summen eintippen, ohne etwas dafür zu tun, die können das Sklavenhaltersystem und ihre Herren mästen..

  4. Das ist nur eine der vielen Kampagnen der Wirtschaft dieser Tage gegen den Mindestlohn.
    Angst schüren ist wieder mal Programm.
    Man läßt sich die Butter nicht gerne wieder vom Brot nehmen, die Zusatzgewinne, die Schröder und Merkel ihnen durch Freigabe der Ausbeutung an den Mitarbeitern beschert haben.

  5. Also Zeitabeiter bei Porsche, BMW oder Daimler erwirtschaften keine 8,50 €, hm? Die Phrasen der Konzerne waren schon immer selten albern.

    Doch das Ganze ist eh Volksverdummung, von Politikern wie vom Kapital. Tatsächlich ist ein Mindestlohn ohne Deckelung der Preise ein Papiertiger. Real geht es um die Verteilung der Wertschöpfung und eine Lohn-Preisspirale ändert diese nicht. Sand in den Augen der Bevölkerung.

    Eine echte Verbesserung bringt da nur eine staatlich festgelegte Quote bzgl. des Anteils am Ertrag, der auf die Arbeitnehmer zu verteilen ist, eine Muß-Gewinnausschüttung. Und für ein solches Modell muß natürlich der Globalisierungs- bzw. Marktöffnungsirrsinn beendet werden.

  6. Tja was denn nun , Privatisierungen bis aufs Blut, oder festgelegte Einzelhandelspreise wie in der DDR?

    Was macht der Bürger denn mit einem Mindestlohn? Vielleicht kauft er sich, was er bisher nicht konnte.

    Vielleicht geht er Abends öfter aus? Vielleicht entstehen wieder mehr Geschäfte, dadurch kommen Leute in Arbeit und Rente. Mein Gott immer dasselbe. Urschleim – Besatzerstatus – Volksbetrug – CDU Verbrecher – immmer dasselbe. Grad werden die Kassenbeträge erhöht. Lest Rothschild , dort ist der Weg beschrieben. Jeder Bürgermeister soll zwei Abgaben im Jahr erhöhen usw. Europa gegen Rußland – Krieg. Wenn ich schon Experten, Forscher. – die Wirtschaft höre – ekelhaft. Korruption ist das Gemüse. Die Hintergründe stehen klar ablesbar…

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