in Wirtschaft

L´Oreal, Buitoni, Mövenpick, Südzucker, Wagner, Dr. Oetker, Kraft Foods, Alete, Maggi, Smarties, Lion und viele andere Süßigkeiten, Thomy, Vittel, Vichy, Garnier, Maybelline, Lacoste, Boss, Giorgio Armani, Diesel und viele Handelsmarken (für Aldi, Penny, Lidl). Die Deutschen lieben ihre Marken und ahnen nicht im geringsten, was sie damit anrichten.

Der Verbraucher ist schon ein komischer Typ. Schlecker lässt er pleite gehen, aber die oben genannten Marken kauft er gewissenlos und ohne Skrupel. Hinter diesen Marken steckt einer der größten Konsumgüterkonzerne der Welt: Der schweizer Nestle-Konzern. Schätzungen zur Folge ist Nestle bereits heute an ca. jedem siebten Produkt in einem durchschnittlichen deutschen Supermarkt beteiligt. Die Schweizer verdienen sich „dumm und dämlich“ und die Aktionäre freuen sich über hohe Profite und Ausschüttungen. „Aktionäre“, das hört sich immer so anonym an. Wer sind die Kerle? Zu den größten Eigentümer von Nestle gehören Großbanken wie die Citi oder Blackrock. Unter den größten Eigentümern tummeln sich viele Banken, Fonds und Beteiligungsgesellschaften, hinter denen wiederum andere Unternehmen stecken. Man kann festhalten, dass Nestle beim Verbraucherfußfolk die Gewinne einsammelt um sie dann an Fonds und Banken weiter zu reichen. Mit der Nestle-Aktie konnte man in den letzten 12 Monaten über 20% Rendite machen und die Eigentümer gönnen sich ontop eine jährliche Dividende von ca. 3,2%. Die Eigenkapitalrendite des Konzerns liegt im Moment bei über 16%; ein Wert von dem Ackermann nur träumen konnte!

Nachfolgend was Wikipedia über Nestle zu sagen hat:

Gewinne, Profite und Oligopole sind ja noch akzeptabel, wären da nicht die vielen ökologischen, ethischen und sozialen Vorwürfe gegen Nestle. In den 1970er und 1980er Jahren wurden Nestlé und andere Unternehmen für ihre Vermarktung von Säuglingsnahrung in Entwicklungsländern heftig kritisiert. Ihnen wurde vorgeworfen, aggressive Verkaufsmethoden anzuwenden, etwa Verkaufspersonal als Krankenschwestern zu verkleiden und Gratismuster zu verteilen, deren Verwendung bei damit einhergehender Einstellung des Stillens zum Versiegen der Muttermilch führt. Damit würden Mütter dauerhaft von den teuren Produkten abhängig gemacht, die aber gerade in Entwicklungsländern für Teile der Bevölkerung unerschwinglich sind, zudem würden gesundheitliche Schäden und Tod von Säuglingen durch Zubereitung mit verschmutztem Wasser in Kauf genommen.

Kritisiert wurde Nestlé auch wegen der Verwendung gentechnisch veränderter Zutaten. So wurde 1996 das Produkt Butterfinger, ein Schokoriegel mit gentechnisch veränderten Bestandteilen, nach massiven Protesten der Umweltschutzorganisation Greenpeace und der Bevölkerung wieder vom deutschen Markt genommen. Für Milchprodukte, die von der Unternehmensgruppe Theo Müller unter Lizenz für Nestlé sowie für verschiedene Handelsmarken hergestellt werden, wird noch heute zum Teil Milch von Kühen verwendet, die gentechnisch verändertes Futter erhalten.

In der westafrikanischen Elfenbeinküste, dem bedeutendsten Exportland von Kakao, werden laut Menschenrechtsorganisationen etwa 12.000 Kinder als Sklaven auf Kakaoplantagen eingesetzt.
Nestlé und anderen kakaoverarbeitenden Unternehmen wurde vorgeworfen, zu wenig zur Verbesserung dieser Zustände zu unternehmen. Eine Reportage der ARD kam 2010 zu dem Schluss, dass grosse Firmen wie Nestlé, Mars Inc. und Kraft Foods Kindersklaverei nach wie vor „zumindest dulden.“

Im 2009 erschienenen Dokumentarfilm „Abgefüllt“ von Stephanie Soechtig wurde kritisiert, dass der Konzern ohne Rücksicht auf die Bevölkerung in ländlichen Gemeinden deren Wasser praktisch kostenlos abpumpen lässt und dann mit grossem Gewinn weiterverkauft. Darüber hinaus würden die Plastikflaschen die Umwelt unnötig belasten, eine grosse Gefahr für die Weltmeere darstellen und Plastikflaschen chemische Substanzen an das Wasser abgeben und damit ungesünder sein, als Leitungswasser. Zudem dürfe man etwas lebensnotwendiges wie das Grundrecht auf Wasser nicht zu einem reinen Wirtschaftsgut machen. Im Jahr 2012 kam die Dokumentation „Bottled Life – Nestlés Geschäfte mit dem Wasser“ in die Kinos, die sich mit der Vermarktung in Flaschen abgefüllten Trinkwassers beschäftigt. Darin bezeichnete die ehemalige UNO-Chefberaterin für Wasserfragen Nestlé als ein „Raubtier auf der Suche nach dem letzten sauberen Wasser dieser Erde“. Insbesondere in der dritten Welt würde Nestlé auch mit korrupten Regierungen zusammenarbeiten und beispielsweise Grundwasser aus armen Gegenden absaugen und dann für teures Geld an die wohlhabende Oberschicht verkaufen.

2007 wurden Aktionäre und verantwortliche Manager des Nestlé-Konzerns von der Stiftung Ethik & Ökonomie (ethecon) mit dem Internationalen Black Planet Award für „herausragende Verantwortung bei Zerstörung und Ruin unseres Blauen Planeten hin zu einem Schwarzen Planeten“ ausgezeichnet. In Kolumbien wurden mehrere kritische Nestle-Gewerkschafter ermordet. In diesem Zusammenhang reichten am 5. März 2012 das in Berlin ansässige Europäische Zentrum für Verfassungs- und Menschenrechte (ECCHR) und Kolumbiens nationale Gewerkschaft der Beschäftigten in der Lebensmittelindustrie (Sinaltrainal) gemeinsam Strafanzeige gegen die Konzernleitung ein. Sie werfen dem Lebensmittelkonzern vor, den Mord an dem kolumbianischen Gewerkschafter Luciano Romero mitverursacht zu haben. Es wurde jedoch kein Strafverfahren durch die zuständigen Staatsanwaltschaften in den Kantonen Kanton Zug und Kanton Waadt eröffnet, wogegen die Kläger beim Schweizer Bundesstrafgericht Berufung einlegten.

All dies finden deutsche Verbraucher gut, denn sie kaufen die Produkte. Schlecker hingegen liesen sie pleite gehen. Sind wir zu dumm oder ist der Kapitalismus zu gut?

Text und Datenquelle ab dem zweiten Textblock: Wikipedia

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Dein Kommentar

Kommentar

  1. Was hier über Nestlé geschrieben wurde, stimmt in jedem Punkt. Nur:
    Hatte nicht auch Schlecker die Produkte des Großkonzerns im Regal?