in Wirtschaft

Ein neuer Bericht des Blogs „Schrot&Korn“ hat nun aufgedeckt, wie die großen Konzerne die weltweite Macht über Saatgut zunehmend an sich reißen. Schon jetzt, so Kritiker, würden die großen Konzerne damit entscheidend darüber befinden, was, in welcher Menge und in welcher Qualität aus unseren Böden wächst. Die Diskussion um „Klimaschutz“ hat die Berichte und Auseinandersetzungen über das Saatgut vollkommen verdrängt.

Chemiekonzerne wollen Kontrolle über das Saatgut

Während noch vor wenigen Jahren Saatgut schlicht aus der zurückbehaltenen Ernte entstand, das dann in den nachfolgenden Jahren neu ausgesät wurde, wollen die Großkonzerne weltweit ein anderes Saatgut-Geschäft etablieren. Sie wollen die Kontrolle über bestimmtes Saatgut und die Verwendung des Saatgutes Jahr für Jahr neu bepreisen. Dies funktioniert über sogenannte „Hybrid-Sorten“, die in Folgejahren nicht mehr neu ausgesät werden können wie über Patente, deren Nutzungsrechte bei den Konzernen liegen.

Die mächtigsten Konzerne der Welt versuchen, sowohl gentechnikenthaltendes Saatgut wie auch gentechnikfreies Saatgut mit Patenten schützen zu lassen. 220 Patente sind bislang alleine in Europa vergeben, 1.600 Patentanträge warten derzeit noch auf die Erteilung.

Dieses Geschäft floriert zusehends, und so ist es nicht verwunderlich, dass sich das Kapital in diesem Segment immer stärker konzentriert. Die marktbeherrschenden Unternehmen fusionieren: Bayer hat Monsanto gekauft, ChemChina hat Syngenta übernommen, DuPont und DowChemical haben zumindest ihr Agrargeschäft vereint – unter dem Namen „Corteva“. Schließlich übernahm die deutsche BASF von Bayer deren Saatgutgeschäft – großteils zumindest, wie es heißt.

Die Marktmach t in Zahlen: Laut „IPES-Food“ (Internationales Gremium für nachhaltige Lebensmittelsysteme) haben die vier großen Konzerne weltweit inzwischen mehr als 60 % des „verkauften Saatgutes“ und 80 % der hergestellten Pestizide unter Kontrolle. Die Vielfalt aller Kulturpflanzen ist denn auch nach Schätzungen der Welternährungsorganisation FAO im vergangenen 20. Jahrhundert bereits um 75 % reduziert worden. Wir steuern auf eine konzernkontrollierte Monokultur zur. Dies dürfte das eigentliche Klima-, Umwelt- und Sozialprobem sein – wie wir auch in anderen Beiträgen hier schon beschrieben haben.

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Dein Kommentar

Kommentar

  1. Die Klimadiskussion soll nur von anderen wichtigen Entscheidungen ablenken, und die Ursachen für eine Klimaexplosion verschleiern.
    Die global vernetzte, weltagierende Indutrie verursacht m.E. die größten Schäden, was letztlich das Klima negativ beeinflußt. Die natürlichen Ressourcen werden bewußt ernichtet und verhindern einen in sich geschlossenen Kreislauf, der für die Umwelt einschließlich des Klimas dringend notwendig ist.