Deutsche Bank nicht krisensicher – Stresstest nicht bestanden

Die US-Notenbank Federal Reserve hat jetzt ihren zweiten US-Stresstest der großen Geldinstitute durchgeführt. Dabei ist die Deutsche Bank als einziges von 34 Instituten durchgefallen, obwohl das Management genügend Zeit hatte, sich für Krisensituationen zu wappnen. Der Test habe „erhebliche Schwächen“ bei der US-Tochter der größten deutschen Bank offenbart.

Es seien „weitverbreitete und bedenkliche Defizite“ in allen Bereichen der Kapitalplanung festgestellt worden. Zudem gebe es gravierende Mängel in der Datenverarbeitung, interne Kontrollsysteme sowie über Voraussagen zu Einnahmen und Verlusten. Die Deutsche-Bank-Tochter sei offensichtlich nicht in der Lage, ihre Kapitalbedürfnisse vorausschauend festzulegen, so das Ergebnis der Fed.

Die Deutsche-Bank-Tochter „DB USA Corporation“ versuchte zu beschwichtigen und teilte mit, man habe bereits umfassend investiert, um die Kapitalplanung sowie die Kontrollen zu verbessern. Es seien dabei Fortschritte erzielt worden. Man werde die Anstrengungen fortsetzen und eng mit den Aufsichtsbehörden zusammenarbeiten, teilte die DB USA Corporation mit.

Die Deutsche Bank hat schon lange Probleme mit den US-Regulierern. Erst jetzt wurde bekannt, dass die DB USA Corporation bereits im vergangenen Jahr ein schlechtes Rating von der Fed bekam. Die Fed legt seit der Finanzkrise besonderen Wert auf die Kapitalplanung, die Umsatz-Verlust-Modelle, das Risikomanagement sowie interne Kontroll-Funktionen. Diese sollen sicherstellen, dass etablierte Prozesse solide und wirksam im Falle einer erneuten Finanzkrise sind.

Für die Deutsche Bank könnte der nicht bestandene Stresstest negative Folgen haben. Denn die US-Tochter könnte nicht, wie erhofft, Geld an die Deutsche Bank ausschütten. Experten sind der Ansicht, dass die Deutsche Bank dringend etwas ändern muss. Eine New Yorker Beratungsfirma verglich die US-Tochter der Deutschen Bank mit einem „Flugzeug, das nicht sicher sei, weil die Systeme nicht funktionieren“. Es sei schon erstaunlich, weshalb eine der größten Banken der Welt nicht einmal die minimalsten Sicherheitsvorkehrungen treffen.

Die Deutsche Bank ist nun in ihrem dritten Verlustjahr in Folge, verzeichnet rückläufige Erträge im Investmentbanking und erzielt kaum Fortschritte auf der Kostenseite. Diese Entwicklung schlägt sich auch in den Aktienkursen nieder. Kritiker sind der Ansicht, dass die Probleme bei der Deutschen Bank sehr tief sitzen und kaum in den Griff zu bekommen sind. Die Probleme seien die „Vorboten des Niedergangs“ der Bank.