in Wirtschaft

Vor etwa zwei Wochen feierte die Einheitswährung Euro 20-jährigen Geburtstag. Fast niemand hat es bemerkt, es wurde so gut wie nicht „gefeiert“. Talkshows haben sich mit dem Thema – eigentlich ungewöhnlich – nicht oder kaum(?) befasst. Der Grund: Der Euro enttäuscht auf ganzer Linie. Jedenfalls dann, wenn Sie genauer hinsehen, wie wir es uns an dieser Stelle zur Würdigung erlauben.

Euro: Das Desaster

Statistisch betrachtet wirkt der Euro kaum instabiler als die DM. Wir erinnern uns nicht gerne daran, aber auch die DM schwankte gegenüber dem Dollar teils stark. Mit anderen Worten: Die DM wirkte mal stärker und mal schwächer. Tatsächlich aber kommt es auf die reale Kaufkraft und die erwartete Kaufkraft für alle Benutzer einer Währung an – also unter anderem auf eine „echte Inflation“. Und hier enttäuscht der Euro vollkommen.

Offiziell liegt die Inflationsrate derzeit bei gut 2 %, mehr als erhofft. Durchschnittlich erreichte sie offiziell 1,7 % p.a. Inoffiziellen Schätzungen zufolge jedoch kann die Inflationsrate 3 % bis 4 % erreichen. Es kommt auf die Berechnungsweise an. Die Vergleichswährung Dollar erlebt eine bekannte „inoffizielle Inflationsrate“ von etwa 4 % jährlich – oder etwas mehr.

Die Geldmenge des Euro steigt jedenfalls deutlich schneller als die Produktivität. Das zeigt am Ende an, dass „Geld“ weniger wert ist. Sie sehen es nur nicht in jedem Preis. Wohin das Geld wandert, entscheidet nicht die Statistik, sondern die Menge der Nutzer. Zum Beispiel aber in Immobilien.

Täuschungen

Regelrecht bitter jedoch ist die Menge der Täuschungen, denen wir uns als Nutzer des Euro ausgesetzt sehen. Der Euro funktioniert nur in einem festgelegten Regelsystem. Anders als früher bei der Bundesbank und der DM jedoch verstößt die EZB, die Europäische Zentralbank, mit Anleihekäufen und anderen Instrumenten geradezu regelmäßig gegen die selbst aufgestellten Regeln.

Der Zins wird somit ersichtlich künstlich niedrig gehalten. Das hätte es in Deutschland mit der Bundesbank so nicht gegeben und macht den Euro zur Weichwährung.

Die Euro-Zone hat zudem ein internes Verrechnungssystem aufgebaut – mit den „Target“-Salden. Übernimmt die italienische Notenbank schnell die Forderungen italienischer Händler im Import etwa und reicht die vereinfacht ausgedrückt im Verrechnungssystem an die deutsche Bundesbank weiter. Die wiederum sorgt für die Zahlungsabwicklung in Deutschland. Aus dem System der zeitweiligen Kreditierung ist mittlerweile ein festes System geworden. Die Forderungen der Bundesbank belaufen sich auf mehr als 900 Milliarden Euro. Das hätte es früher nicht gegeben. Das ist kein verklärtes Wunschdenken, sondern faktisch nachweisbar. Der Euro ist und bleibt eine Fehlgeburt. Für die wir zahlen müssen. Jetzt schon und „später“ auf jeden Fall.

 

 

Diese und tausende andere News finden Sie ab jetzt auch auf Krisenfrei.de
  • Deutschlands größte alternative Suchmaschine
  • Über 2000 News aus allen TOP Quellen
  • Unabhängig und Übersichtlich
>>> JA, ich möchte alle alternativen News auf einen Blick


Dein Kommentar

Kommentar