in Wirtschaft

Die britische Premierministerin Theresa May verschob die Abstimmung des britischen Unterhauses zum Brexit-Deal auf Mitte Januar 2019. Zu groß war das Risiko, dass das Unterhaus den mit Brüssel ausgehandelten Deal ablehnen würde. Denn der Brexit-Deal nützt mehr der EU, schadet aber Großbritannien. Watergate.tv hatte an dieser Stelle bereits ausführlich berichtet.

Ein Votum gegen den Brexit-Deal mit der EU hätte aber zur Folge gehabt, dass es womöglich zu einem harten Brexit kommen könnte. Das wollte Theresa May wohl verhindern. May hat aber anscheinend nicht bedacht, dass sie damit die großen Clearinghäuser der City of London in große Schwierigkeiten bringen könnte, berichtete die „Financial Times“. Clearinghäuser übernehmen die Abwicklung von Finanzgeschäften zwischen verschiedenen Parteien. Sie können Aufträge bündeln und so Transaktionskosten reduzieren. Zudem ist das Risikocontrolling in Clearinghäusern sehr hoch. Dadurch werden auch Risiken von Finanzgeschäften minimiert.

Diese müssen bis zum Jahresende entscheiden, ob sie ihre Kunden in der Europäischen Union auffordern, offene Derivate in Höhe von 45 Milliarden Pfund zu schließen. Entsprechende Überlegungen laufen bereits bei den drei großen Londoner Clearinghäusern, berichtet die „Financial Times“. Sollte es zu einem harten Brexit kommen, wären sämtliche Derivateverträge über Nacht ungültig. Die Clearinghäuser müssen ihre Kunden drei Monate vorher benachrichtigen. Die Frist endet allerdings bereits zu Weihnachten.

May will den Brexit-Deal aber erst im Januar abstimmen lassen. Die verschobene Abstimmung des Brexit-Deals im britischen Unterhaus war der Hauptgrund für das Misstrauensvotum gewesen. Das hatte May allerdings knapp überstanden. Die Abstimmung zum Brexit-Deal soll nun erst am 21. Januar stattfinden. Dann ist der Termin für die Derivateverträge allerdings abgelaufen.

Bei den offenen Derivaten geht es nicht um Kleinigkeiten: 45 Billionen Pfund, das sind umgerechnet rund 50 Billionen Euro oder 50.000 Milliarden Euro. Sollten die offenen Derivate geschlossen werden, könnte es zu massiven Turbulenzen an den Devisen- und Aktienmärkten kommen. Welche Konsequenzen das genau haben wird, ist schwer vorauszusagen. Dennoch sollten Anleger zur Zeit besonders vorsichtig sein. Denn es ist nicht vorhersehbar, wie die Börsen auf etwaige Derivateschließungen in Billionen-Höhe reagieren werden.

 

 

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Kommentar

  1. Wenn ich diesen Kasper mit der Brille sehe frage ich mich jedesmal, welches geistige Niveau (bzw. Promille im Blut) man haben muss, um …
    Ach, lassen wir’s einfach … wozu über die Kasper dieser Welt noch aufregen.
    Der Klügere gibt halt nach. Und was dabei rauskommt sieht man täglich. Die Dummen regieren …