in Wirtschaft

Ein Fest für Freunde der neoliberalen Welt ist der Beitrag von Larry Fink, der jetzt im „Handelsblatt“ erschienen ist. Der Chef und Gründer von Black Rock, dem größten und bedeutendsten Vermögensverwalter der Welt, wendet sich als „bekennender Demokrat“ an die Öffentlichkeit. Die Regierungen seien „unfähig“, den Wandel der Gesellschaft zu managen. Es würde „fundamentale ökonomische Umwälzungen“ geben. „Effektive Lösungen“ seien von den Regierungen nicht zu erwarten. Die Schlussfolgerung des – noch einmal – bekennenden Demokraten: Unternehmen müssten „drängende und soziale wirtschaftliche Fragen angehen“. Damit dürfte er, soviel Interpretationsspielraum sei dieser Regierung gegönnt, vor allem sein Unternehmen meinen.

Dax-Konzerne in der Hand von Black Rock

Black Rock ist durch seine Kundengelder, die beispielsweise in Indexfonds investiert werden, zu hohen Anteilen an deutschen Konzernen aus dem Leitindex Dax beteiligt. Bei Vonovia, ein Immobilienkonzern, hält das Unternehmen 8,25 % der Aktien und damit des gesamten Unternehmens. Im September 2018 rückte der Finanzdienstleister Wirecard in den Dax vor. Hier hält Black Rock 6,72 % der Anteile. Bayer liegt zu 7,44 % in der Hand der Vermögensverwalter und die Deutsche Bank gehört zu 5,32 % dem Anlagekonzern.

Natürlich sind diese Anteilsgrößen die Minderheit. Jedoch eine entscheidende: Black Rock kann auf diese Weise bereits enormen Druck auf das Management ausüben. Das wiederum hängt vor allem an den Erfolgen unter anderem an den Aktienmärkten. Black Rock kann hier schlicht erpressen.

Überhaupt hat Black Rock insgesamt mehr als 6 Billionen Dollar unter seiner Obhut. Damit wird unter anderem auch fleißig Regierungsberatung betrieben, sofern Regierungen sich über neue Staatsanleihen verschulden möchten.

Und ausgerechnet diese Unternehmen sollen „soziale und wirtschaftliche Fragen“ für die Gesellschaft übernehmen? Zur Erinnerung: Fink schlug schon vor längerer Zeit vor, die private Altersvorsorge in Deutschland auszubauen. Black Rock würde profitieren, weiß diese Redaktion.

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