in Wirtschaft

Wenn der Bitcoin-Hype der letzten Wochen und Monate, der rasante Kursanstieg der Kryptowährung gegenüber dem Fiat-Geld namens US-Dollar, eines gezeigt hat, dann, dass die Blockchain-Technologie vom klassischen Mainstream und den dahinter stehenden Investoren kooptiert worden ist. Neben diesen Finanzjongleuren haben sich inzwischen auch Finanzinstitute, Notenbanken und Regierungen eingereiht, die mit Hilfe der Blockchain-Technologie neue Projekte anschieben.

Während also der Bitcoin-Kurs seit Anfang des Jahres um 1.600 Prozent regelrecht explodiert ist und die üblichen Spieler das Thema jetzt bewusst besetzen, ist laut Frank Holmes, dem Vorsitzenden von Hive Blockchain Technologies damit noch nicht das Ende der Entwicklung erreicht.

In einem Interview mit SGT Reports sprach der Chef des einzigen öffentlich gehandelten Blockchain Mining-Unternehmens davon, dass Stand heute in etwa 78 Prozent der verfügbaren 21 Millionen Bitcoins (also etwa 16,4 Millionen) gemint (also errechnet, geschürft) worden sind, während aber nur ca. 10 Millionen davon im Umlauf befindlich sind.

Die “fehlenden 25 Prozent” seien laut Holmes aufgrund von verloren gegangenen Wallet-Zugangsschlüsseln und anderen Gründen nicht mehr verfügbar. Zudem sind – wie auch aus anderen Medienberichten ersichtlich ist – ca. 40 Prozent der verfügbaren Bitcoins im Besitz von etwa 1.000 Anlegern, sogenannten “Walen”, die gezielt eine Knappheit auf dem Markt erzeugen, so dass Millionen Anleger weltweit hinter dem begrenzten “Restangebot” an Bitcoins hinterherjagen.

Holmes glaubt, dass diese begrenzte Verfügbarkeit zum Vorteil der Krypto-Miner ist, die teure Computerhardware (vgl. hierzu die explodierten Grafikkartenpreise, die bestens zum Minen geeignet sind) einsetzen, um neue Bitcoins zu berechnen. Die von diesen “Investoren” gehaltenen Bitcoins werden nach Holmes dann gezielt in Marktspitzen verkauft, um dann wieder neue Hardware kaufen und wiederum neu schürfen zu können.

Hive Blockchain Technologies setzt ebenfalls auf die von Holmes genannte Strategie und schürft aktuell Ethereum, Ethereum Classic und Bitcoin. Das Unternehmen will zudem bald weitere wie Litecoin und andere populäre Kryptowährungen aufnehmen:

„Wir horten die Münzen … wir schürfen neue Coins und tatsächlich bekommen wir Prämien für unsere Coins, weil sie nie verdorben wurden.

Wir kaufen die Coins nie auf … zu jeder Zeit, wenn es einen großen Anstieg gibt, werden wir ein, zwei oder drei Prozent verkaufen … und sobald [der Kurs] korrigiert, schürfen wir einfach mehr und füllen unsere Wallet [wieder] auf … Wir wollen warten, bis wir mindestens 20.000 Coins haben und dann wir können wir uns umdrehen und unsere Quant-Modelleverwenden, wir machen die Dinge also sehr einzigartig …“

(We’re hoarding the coins … we mine virgin coins and in fact we are getting offered premiums for our coins because they’ve never been tainted. We never buy the coins … anytime it has a huge surge we will sell one, two or three percent … and as soon as it corrects we just mine more and replenish ourselves … We want to wait until we get at least 20,000 coins and then we can turn around and use our quant models, so we’re doing things very unique …)

Die meisten Kryptowährungen basieren darauf, dass nur eine begrenzte Anzahl an Coins geschürft werden kann. Durch den eingangs erwähnten “Verlust von Coins” und der Tatsache, dass ein Großteil der Coins von nur wenigen Investoren gehalten werden, entsteht ein Mechanismus, der eine Situation erzeugt, in der nur etwas mehr als die Hälfte der sich im Umlauf befindlichen Coins wirklich gehandelt wird. Kein Wunder also, dass sich Milliarden an Fiat-Geld, wenn nicht gar Billionen, in dieser neuen Blase sammeln. Man muss daher fast davon ausgehen, dass die Kryptos in den folgenden Wochen und Monaten sogar noch weiter nach oben gehen werden.

Quellen:
Top Crypto Mining Executive Explains Why “We’re Hoarding The Coins”
CRYPTOS: MINING THE FUTURE
POWERING THE FUTURE OF BLOCKCHAIN COMPUTING
Bitcoin Has A “Whale” Problem: 1,000 Investors Control Nearly Half The Market
Extinction: Paper Currency DEATH – Rise of Blockchain!

Dein Kommentar

Kommentar

  1. Interessant ist, wieviel digitales Geld beim Platzen der Finanzblase mit Bitcoin wieder dem System entzogen werden und wie sich die Katastrophen vom Neuen Markt aus dem Jahr 2000 wiederholen werden.

  2. Jawohl, der Vergleich mit der Pleite vom Neuen Markt ist sehr richtig. Denn nur wertschöpfende Arbeit kann hinter einem Geldwert stehen und nicht irgendwelche spekulative Hinterhältigkeit.
    Olaf Opelt
    Bundvfd.de

  3. Ganz genau, alles nur ein spekulatives Nichts, das einigen die Taschen füllt und der Rest schaut nach dem Platzen in die hole Röhre. Dann kann man auch gleich die Bargeldlose Gesellschaft einführen, da habe ich Zahlen auf dem Monitor oder wenn es von einigen gewollt ist, eben auch Nichts.

  4. Alles spekulativ. Trotzdem kann man gut Geld verdienen. Aber nicht nur Bitcoin ist interessant, sondern auch die anderen Währungen wie Ripple und Co. wenn man das nötige Kleingeld hat, kann man durchaus Gewinne einfahren. Ich spreche da mitunter auch aus eigener Erfahrung.

    • Du machst Gewinne mit Geldspekulationen und rühmst dich damit ?
      Und was du da „verdienst“ muss also niemand für dich erarbeiten ?

      So geht das nicht weiter, damit muss für immer und ewig Schluß sein !
      Es geht nicht an, dass man mit purer Spekulation auf dem Finanzmarkt oder einfach nur per Zinserhebung Gelder einfährt die ein Fremder auf seinem Schuldenkonto wiederfindet und dessen Kindeskinder sich noch dafür abrackern müssen.

      Geld mit Geld machen, ist das höchstmöglich unmoralischste Existierende und treibt ganze Völker und Staaten in den Ruin, ja, kann sie sogar für immer vernichten !

  5. Die Regel, dass Menschen soviel Geld verdienen, wie sie „Wert“ für die Gesellschaft schaffen, ist garantiert nötig für eine gesunde Wirtschaft.
    Interessant werden vermutlich jedoch die Kryptowährungen vor dem Hintergrund der sicher kommenden Abschaffung des Bargeldes als Alternative… Wie die Bedeutung dann aussehen wird kann man vermutlich noch nicht erfassen.